Mit der Messe im Christinenstift wurde an Epiphanias die Sternsingeraktion beendet
Sternsinger stifteten „süße Spenden“ an die Tafel
Unkel. Am Samstagmorgen waren sie ausgesandt worden und waren seitdem bis zu ihrer von Pfarrer Andreas Arend und Prälat Hermann Weber zelebrierten Abschlussmesse am Dienstagvormittag zum Hochfest „Epiphanias“ in der Kapelle des Christinenstifts aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken, die Kinder und Jugendlichen. Verkleidet als Könige oder Weisen aus dem Morgenland, waren sie wie in den Vorjahren mit einem Stern, Kreide und einer Sammeldose in allen drei Stadtteilen der Pfarrgemeinde unterwegs gewesen, um Gottes Segen in die Häuser zu bringen und gleichzeitig für Kinderprojekte in ärmeren Ländern, die durch das Kindermissionswerk unterstützt werden, zu sammeln.
Sogar zwei der Messdiener begleiteten die beiden Geistlichen in ihren königlichen Gewändern. Dabei werden die Vorgänger der Sternsinger in der Weihnachtsgeschichte von Matthäus noch als Weise aus dem Morgenland bezeichnet, sodass sie erst später zu Sterndeutern gemacht worden waren. Auch ihre Drei-Zahl hat erst Kirchenlehrer Origines (185-254) wahrscheinlich anhand der Geschenke festgelegt: Gold für den neugeborenen König, Myrrhe als Heilpflanze für den Heiland und Weihrauch für den zukünftigen Hohepriester.
„Wir feiern heute das Hochfest Epiphanias, an dem sich Jesus als der Sohn Gottes offenbart, nicht nur den drei Königen oder Weisen, sondern der ganzen Welt“, so Pfarrer Andreas Arend nach dem Eingangslied. „Es führt drei Könige Gottes Hand mit einem Stern durchs Morgenland“. Gemeindereferentin Rita Cosan war es vorbehalten, den Sinn des Festes nach dem Lesungstext von Jesaja 60, 1-6 näher zu erläutern. Die Menschen hätten nach Ansicht des Propheten allen Grund, sich zu freuen, denn „über Dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit scheint über Dir“. Dieses sichtbar gewordenen Licht Gottes, das die Dunkelheit und damit auch den Trübsinn vertreibe, hätten die Hirten zuerst gesehen, bevor sich alle vor den Herrn versammeln würden.
Die Namen der drei Könige als Caspar, Melchior und Balthasar erscheinen erst ab dem sechsten Jahrhundert, wobei Caspar als Jüngling, Melchior als Greis und Balthasar als Mann mit Vollbart in der Malerei als Vertreter des Alters der Menschen dargestellt wird. Stellvertretend für die damals bekannten Erdteile (Europa, Asien und Afrika) erscheint ab dem zwölften Jahrhundert einer von ihnen, meistens Caspar, in der Kunst als Abkömmling des „schwarzen Kontinents“. Zwar singen die Nachfahren der Heiligen Drei Könige, deren Gebeine Rainald von Dassel nach der Eroberung von Mailand durch Kaiser Barbarossa als wertvolle Reliquien 1164 nach Köln überführt hatte, an den Haustüren „Wir kommen aus dem Morgenland“, anders als ihre Vorgänger bringen sie aber keine materiellen Geschenke. „Ihr sammelt vielmehr für arme Kinder in Not, indem Ihr in diesen Jesus selber erkennt“, so Andreas Arend.
„Wir sammeln wieder vor allem für das Kinderheim Orphélinat Notre-Dame du Perpétuel Secours de Jérémie in Haiti“, so Rita Cosan - ein Projekt, das Besucher des Weltjugendtages 2005 aus dem Antillen-Inselstaat nach Unkel gebracht hatten. Aber nicht nur das: Fünf große Körbe voller Süßigkeiten standen noch vor dem Altar. „Ihr habt den Sinn dieses Hochfestes wirklich verinnerlicht, indem Ihr die Süßigkeiten, die Euch bei der Sammelaktion geschenkt worden sind, nicht komplett untereinander aufteilen wollt, sondern den vielmehr größten Teil davon Kindern aus armen Familien zukommen lasst, die von der Linzer Tafel versorgt werden“, freute sich der Pfarrer zusammen mit der Caritas-Beauftragten des Seelsorgebereichs, Brigitte Morsbach, die auch diese Spende, wie schon einige Wochen zuvor das Ergebnis der in allen vier Gemeinden des Seelsorgebereichs durchgeführten Sammelaktion, nach Linz in die Tafel-Niederlassung bringen wird.
