Einstimmig hatte das Ordenskapitel den ehrenamtlichen „Mann für alle Fälle“ als neues Mitglied gewählt
Theo Frickel wurde der Heimatorden „Alt Erpilla“ verliehen
Erpel. Theo Frickel ist der 64. Träger des Heimatordens „Alt Erpilla“. Zwei Prinzengardistinnen hatten den 79-Jährigen auf die Bühne der Mehrzweckhalle geleitet, auf der sich kurz vor der Pause der großen GEK-Prunksitzung viele seiner Vorgänger vor dem Elferrat und Prinzessin Christiane I. aufgereiht hatten. „Die Verleihung des Heimatordens ‚Alt Erpilla‘ soll an Persönlichkeiten mit besonderem ehrenamtlichen Engagement erfolgen“, erinnerte der Sprecher des Ordenskapitels, Gregor Noll.
„Ein Mann der Arbeit - Ein Mann für alle Fälle!“
Manchmal werde er gefragt, ob es überhaupt noch Kandidaten für diese Auszeichnung gebe, die ja weit über karnevalistische Aktivitäten hinausgehe. „Erpel kann stolz sein auf eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich und uneigennützig zum Wohle der Allgemeinheit engagieren“, so Gregor Noll. Entsprechend lang sei die Liste der Kandidatinnen und Kandidaten für den Heimatorden, den das Ordenskapitel in geheimer Abstimmung einstimmig Theo Frickel zugesprochen hatte, nach ihrem Sprecher „Ein Mann der Arbeit - Ein Mann für alle Fälle!“
Zahlreiche Projekte
„Du stellst schon seit Jahrzehnten Deine Schaffenskraft und Erfahrung als Baufacharbeiter für unsere Ortsgemeinde und die Ortsvereine uneigennützig zur Verfügung“, lobte er den neuen Ordensträger, um dann die Zuhörer auf einen Rundgang durch Erpel an Orte mitzunehmen, an denen Theo Frickel schon aktiv geworden ist. Da war zunächst der Friedhof, auf dem der heute 79-Jährige Umgestaltungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt hatte. „Im Neutor warst Du über acht Jahre in über 4.000 Arbeitsstunden als verantwortlicher Maurer tätig. Laut Presse hast Du dabei mehr als 300 Sack Mörtel verarbeitet“, erinnert Gregor Noll. Frickel und seinen Teamkollegen um „Torwächter“ Heribert Siebertz sei es zu verdanken, dass das Neutor nicht nur ein viel bestauntes Schmuckstück, sondern auch zum Wahrzeichen für die Leistungsfähigkeit ehrenamtlicher Tätigkeit geworden sei.
Nächste Station war das Rathaus, dessen Sockelbereich Theo Frickel ebenso saniert hat wie die Rückseite mit dem Glockenkreuz von 1388. Weiter ging es zum Pfarrheim mit dem Ausbau der Toilettenanlage und der Treppe sowie den Sanierungsarbeiten im zukünftigen Archiv des Dorfes, während sich der Geehrte in der Pfarrkirche ausnahmsweise ohne Maurerkelle und Mörtel am Krippenbau beteiligt. Auch für das Projekt „Theater im Tunnel“ hatte der neue Ordensträger von Beginn an seine Hilfe zugesagt. Er hat sowohl an der Sanierung der Eingangswand wie an der Ausbesserung der Tunneldecke und im Vorjahr an der Sanierung der Zwischenwand zum Theater-Spielraum teilgenommen. Aus eigener Anschauung und Erfahrung kann ich Dir absolute Zuverlässigkeit, großen Fleiß und eine erstaunliche körperliche Fitness bescheinigen kann“, lobte Gregor Noll seinen neuen Ordenkollegen.
Damit aber nicht genug. Auf der Erpeler Ley hatte dieser das Zeppelin-Denkmal wieder instand gesetzt und in Orsberg das Denkmal und die Mauer der Sankt Josef-Kapelle saniert.
Besondere Verdienste
„Mit Deinem Einsatz bei der Sanierung des früheren Gemeinderaums in der Grundschule nach einem Wasserschaden hast Du wiederum laut Presseberichten der Gemeinden Kosten in Höhe von über 10.000 Euro erspart“, erinnerte der Ordensprecher, der Theo Frickel für seine große ehrenamtliche Lebensleistung dankte. „Du hast Dich um unser Heimatstädtchen Erpel ganz besonders verdient gemacht. Ich freue mich, Dir im Auftrag des Ordenskapitels den Heimatorden „Alt Erpilla“ überreichen zu dürfen“, erklärte Gregor Noll unter dem Beifall der Zuhörer.
Dieses Lob wollte der frisch Geehrte auf mehrere Schultern verteilen. „Ich habe jahrelang hier in Erpel mitgearbeitet. Das reiht sich eben alles so aneinander. Gerne hätte ich die anderen, die etwa bei Neutor mitgemacht hatten, auch hier auf der Bühne, was aber die Ordenverleihung leider nicht vorsieht“, erklärte er bescheiden. Dafür könnte ein anderer Wunsch von ihm in Erfüllung gehen, so man sich ihn zum Vorbild nimmt: „Es wäre schön, wenn noch mehr Leute bei Arbeiten mithelfen würden, für die unsere Bauhof-Arbeiter keine Zeit mehr haben“, wandte sich Theo Frickel vor der Gratulationskur seiner Ordensbrüder und -Schwestern an seine Mitbürger.
