Allgemeine Berichte | 18.11.2014

Große Linzer KG

Tosender Beifall für Prinz Tobi I.

Seit dem Sessionsauftakt der Großen Linzer KG am Samstagabend regiert das Derek-Dreigestirn die Linzer Jecken

Zwar nur auf eine Stuhl stehend, schwebte Tobi I. schon beim Einzug auf Wolke Sieben. DL

Linz. Pünktlich um 19.11 ließ der Musikzug der Stadtsoldaten unter Leitung von Markus Mollberg am Samstagabend im Hotel „Weinstock“ zum Sessionsstart der Großen Linzer Karnevalsgesellschaft (GLKG) „et Trömmelche jonn“. Da stunden die Strünzer-Jecke at lang parat, wollten sie doch die Proklamation ihres neuen Regenten nicht verpassen. Zunächst aber stand ihnen traditionell der Einzug aller acht Linzer Corps bevor.

Zusammen mit ihrer blau-weissen Funken war auch die neue Präsidentin Yvonne Adams-van Beek einmarschiert. Mit einem dreifachen „Linz, Fastelovend, GLKG“-Alaaf eröffnete sie die erste von ihr geleitete Proklamation, zu der sie neben Bürgermeister Hans Georg Faust auch die Freunde aus Pornic von „Mi Careme“ begrüßen konnte, die sich um ihre „Marraine du Carneval“ und ihren Roi „Ludo I.“ scharten.

Christian I. bescheinigte der Präsidentin, dass es toll gewesen sei, mit ihr durch die Säle zu ziehen. „Die Session war ein Traum, denn Ihr seid wirklich total knatsch-verrückt“, lobte der scheidende Prinz auch die Strünzer Narrenschar.

Dann aber kündigten dumpfe Landsknechtstrommeln und schmetternde Fanfaren den neuen Narren-Regenten an. Angeführt von Kommandant Nihat Kökce, der 1997/98 als Prinz aus dem Morgenland in die Linzer Geschichte eingegangen ist, zog das 50 Jahre alte Jubiläums-Corps in den Saal und ebnete seinem Prinz , Tobi I. „vun de jröön-wiesse Husarenfamilich“ Derek den Weg. In Begleitung der Adjutanten, seiner Brüder Holger und Hendrik, bahnte sich dieser eine Gasse durch die begeisterte Narrenschar, während die Saalband „Post it“ seinen sehnlichsten Wunsch „Ach wär ich nur ein einzig Mal ein fescher Prinz im Karneval!“ intonierte.

Die verlorenene Pritsch

Auch wenn dieser noch nicht in Erfüllung gegangen war, hatte Tobi I. allein den Einzug in vollen Zügenossen. „Dat war so toll, dat könnt ich glatt noch mal machen!“, schwärmte er, obwohl ihm die Narrenpritsch als wahres Zeichen eines jecken Blaublüters immer noch fehlte. „Die ist mir, als ich sie spät abends von der Aufarbeitung abgeholt habe, in der Saarstraße in die Baugrube gefallen. Und als ich sie am nächsten Morgen dort suchen wollte, war schon alles zugeschüttet“, gestand der zum Commodore degradierte Ex-Prinz. Seine Adjutanten und er hätten aber Ersatz im Internet bestellt, tröstet er Tobi I., nachdem dieser eine Mini-Pritsch als äußerst unwürdig abgelehnt hatte. Hatte sein Vater Toni I. als Nüselhüter vom Maat noch einen schweren Tresor knacken müssen, um an die Pritsch zu kommen, so hatte er mit den Versandrollen, die ihm Christian Siebertz nacheinander überreichte, leichtes Spiel. Zum Vorschein brachte er aber zunächst nur eine Klobürste und die Fliegenklatsche sowie eine zerbrochene jrön-wiesse Pritsch, bevor er endlich sichtlich erleichtert um 20.06 Uhr das Original triumphierend in die Höhe reckte.

Linz is ne jrooße Fastelovendsfamilich!

„Mit jecker Stimmung un vill Hätz wird das ne tolle Session mit Eurem Corps, das 50 Jahre jung wird“, versicherte Nihat Kökce dem Dreigestirn, das unter dem Motto „Linz is bunt, jeck un willich, Linz is ne jrooße Fastelovendsfamilich!“ die Jecken durch die Session führen wird. Dabei sind die Funktionen genauso verteilt wie schon während der Amtszeit ihres Vaters Toni 2007, der dieses Jahr als Prinzenfahrer Dienst tut. „Säckelmeister“ ist wieder sein ein Jahr älterer Bruder Holger, während Hendrik, mit 29 Jahren der Jüngste im Bunde, das Amt des „Terminators“ übernommen hat.

Dass es für die drei mehr als zweitrangig ist, den richtigen Ton zu treffen, hatten sie schon als Gegen-Dreigestirn mit ihrem damaligen Nachwuchs-Prinzenlied „Mir han die schönste Stadt am Rhing“ bewiesen. Der vor sieben Jahren gewonnene Eindruck bestätigte sich auch am Samstagabend, als Tobi I. mit seinen Brüdern sein Prinzenlied anstimmte. Weniger akustisch, dafür um so mehr optisch sorgten das Trio dabei für Begeisterungstürme im Saal, stellt es doch bei den Tanzeinlagen anschaulich unter Beweis, dass sich die Mitgliedschaft in der Männertanzgruppe durchaus ausgezahlt hat.

„Die singen nit nur, die sinn auch raderdoll dabei“, so Yvonne Adams-van Beek, die als erste mit dem Sessionsorden von Tobi I, ausgezeichnet wurde, bevor angesichts einer wahren Ordensflut Unmengen von frisch Honorierten die Bühne überschwemmten. Damit war zwar der offizielle Teil der Sessionseröffnung beendet, längst aber noch nicht die närrische Veranstaltung. Bei der ging es im wahrsten Wortsinn hoch hinaus für Tobi I., als sich die Tollität bei seiner Männertanzgruppe einreihte. Mit einem Tänzchen erweisen auch die jrön-wiessen Frauen dem Prinzen ihre Reverenz, nachdem die Familie des Dreigestirns mit Freunden bewiesen hatte, dass nicht alle Dereks besser tanzen als singen können. Durchhaltevermögen haben sie aber alle, ging das karnevalistische Programm, zu dem auch ein Auftritt von „Drums & Pipes“ aus Koblenz sowie eine Darstellung der Corps-Geschichte mit Prinzen, Musikzug seit 1975 und Tanzgruppe seit 1987, doch erst lange nach Mitternacht dem Ende entgegen.

Zwar nur auf eine Stuhl stehend, schwebte Tobi I. schon beim Einzug auf Wolke Sieben. Foto: DL

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