Allgemeine Berichte | 16.12.2015

Traditionelle Adventsfeier in der Oberen Burg in Rheinbreitbach

Vokalistinnen sorgten „rhein weiblich“ für einen göttlichen Abend

Heimatverein und Föderkreis hatten zum Konzert mit dem A-cappella-Damenensemble eingeladen

Mit einem Liebeslied aus dem hohen Norden eröffneten die „Rheintöchter“ ihr vorweihnachtliches Konzert. DL

Rheinbreitbach. Selbstgebackenes Spritzgebäck und Florentiner, Vanillekipferl, Makronen und andere Weihnachtsleckereien türmten sich auf Tellern vor Beginn des diesjährigen Adventskonzerts im Foyer der Oberen Burg, um die Gäste des Förderkreises schon vor dem Auftritt des A-cappella-Sextetts „rhein weiblich“ zu verwöhnen. Das Vokalensemble trat mit seinem aktuellen Weihnachtsprogramm „Oh Night Divine“ auf. „Die sechs Damen mit Gold in der Kehle, die Sopranistinnen Berit Griebenow und Sabine Quabeck, Annette Wehrenpfennig und Lilian Haberer, Mezzosporan, sowie Vera Stefer und Tina Toeben-Linde, Alt, werden Sie in rein weiblicher Art vom hohen bis zum tiefen C begeistern“, versprach der Vorsitzende Dietmar Ackermann den Besuchern des Konzertes, zu dem der Förderkreis wie schon seit etlichen Jahren zusammen mit dem Heimatverein eingeladen hatte, dessen weiblichen Mitglieder für die anschließende Feier delikate Schnittchen vorbereitet hatten.

Weihnachten rund um die Welt

Obwohl das Sextett sein Publikum am Adventssonntag auf die Weihnachtszeit einstimmen wollte, begann es mit dem schwedischen Frühlingslied „Uti Var Hage“. In dem, so Sabine Quabeck, die das Ensemble auch als Stimmbildnerin unterstützt, „geht es genauso um die Liebe wie bei ‚Butterfly‘, dem Lied von einem Schmetterling, der nur einen Tag Zeit hat, einen Partner zu finden.“ Aber Weihnachten sei ja auch das Fest der Liebe, erklärte die Sopranistin, bevor sie mit ihren Kolleginnen die Zuhörer mit dem speziell für Louis Armstrong geschriebenen Song „What a wonderful World“ über den großen Teich entführte.

„Nachdem uns Dietmar Ackermann, mit dem ich zusammen im Kammerchor Oberpleis singe, gefragt hatte, ob wir nicht hier in der Oberen Burg beim Abschlusskonzert auftreten wollen, haben wir das adventliche Programm zusammengestellt“, so Tina Toeben-Linde. Es sei schon ein eigenartiges Gefühl gewesen, mitten im Sommer bei 35 Grad im Schatten Weihnachtslieder einzustudieren, erinnerte sie sich, bevor das Sextett von „Satchmo“ und den späten 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts mit „The first Noel“ den Zeitsprung weit zurück ins England des 16. Jahrhunderts unternahm, um sein Publikum dann mit „Jul, Jul“, einem der bekanntesten Weihnachtslieder Schweden, wieder in den hohen Norden zu entführen.

Friedrich Spee, dem Kritiker der Hexenprozesse, wird das deutsche Weihnachtslied „Zu Bethlehem geboren“ zugeschrieben, das erstmals 1637 in Köln im „Geistlichen Psälterlein“ erschienen ist, während die Melodie einem französischen Chanson entstammt, das bereits 1599 veröffentlicht worden war. „Vom Rhein geht es jetzt an den Huronsee, genauer zu den Huronen, die im Grenzgebiet von Kanada und den USA gelebt haben und für die ein französischer Missionar, der Jesuit Jean de Brébeuf, im 17. Jahrhundert den ‚Huron Carol‘ geschrieben hat“, erläuterte Berit Griebenow. „Wir singen das in der Sprache der Huronen geschriebene Lied in englischer Übersetzung, und auch das baskische Weihnachtslied ‚Oh Bethlehem‘ tragen wir nicht im Originaltext vor“, gestand die Sängerin. Englisch ging es weiter mit der „Holy Night“ von John Sullivan Dwight. „Für uns hat es wieder Berit arrangiert, weil die Welt eben nicht auf sechsstimmige Frauenchöre gewartet hat“, erkläret Annette Wehrenpfennig, bevor das Sextett das begeisterte Publikum dann in die Pause entließ.

Auch Pop-Klänge begeisterten

Mit den „True Colours“ und „Time after Time“ ging es dann im zweiten Durchgang weiter, bevor die Sängerinnen Marilyn Monroe zustimmten, dass „Diamonds a Girl’s best Friends“ seien, und deshalb nicht nur von „Blondinen bevorzugt“ würden. Ganz und gar nicht um materielle Güter ging es bei „The Rose“, ebenso wenig wie beim folgenden Hit von Billy Joel „And so it goes“. Weit zurück ins 16. Jahrhundert entführte das Sextett dann seine Zuhörer mit dem „Coventry Carol“, wobei der Text dieses englischen Weihnachtslieds einem noch älteren Mysterienspiel entstammt, dem „Pageant of the Shearmen and Tailors“. Anschließend machten sich die Sängerinnen auf die „Little Road to Bethlehem“ zu „Little King“.

Besinnliches zum Abschluss

Weiter ging es mit der „World of Christmas“, einem A-cappella-Song von Anders Edenroth nach einem Arrangement des schwedischen Jazz-Ensembles „The Real Group“, mit dem sich die Sängerinnen für den Erhalt des „Beautiful Planet“ stark machten. Während es ungewiss ist, ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, scheint es zumindest in diesem Jahr lediglich beim Traum von einer „White Christmas“, zu bleiben, mit dem die Sängerinnen ihr Weihnachtsmedley überschrieben hatten, bevor sie ihrem Publikum mit dem wohl bekanntesten Weihnachtslied „Stille Nacht, heiligen Nacht“ verkündeten, dass „Christ, der Retter“ da sei, und so ihre restlos begeisterten Zuhörer so variantenreich wie stimmungsvoll auf das anstehende Fest vorbereitet hatten.

Mit einem Liebeslied aus dem hohen Norden eröffneten die „Rheintöchter“ ihr vorweihnachtliches Konzert. Foto: DL

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