Politik | 06.08.2014

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke besuchte Unternehmen in St. Katharinen

Von der armen Landgemeinde zum modernen Industriestandort

Die weltweit operierende Niedax Group hat viel zur Entwicklung des Ortes beigetragen

Die Ministerin ließ sich nicht nehmen, selbst einmal Hand anzulegen und eine Hebeanlage zu steuern.

St. Katharinen. Die rheinland-pfälzisch Wirtschaftsministerin Eveline Lemke hatte im Februar dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Niedax Group, Bruno Reufels, in Mainz das Bundesverdienstkreuz überreicht. Bei dieser Gelegenheit erfuhr die Ministerin Details über das Unternehmen in St. Katharinen und wurde neugierig. Sie versprach damals: „Ich besuche Sie und schau mir Ihr Unternehmen an.“ Diese Zusage hat Lemke jetzt eingelöst.

Das Weltunternehmen Niedax hat in eine neue Halle in St. Katharinen insgesamt 21 Millionen Euro investiert. Unter 10.000 Quadratmetern Hallendach sind die Abläufe Schweißerei, Verzinkerei, Verpackung und Versand optimiert. Davon machte sich die Politikerin nun vor Ort ein Bild.

Führung durch die neue Halle

Die Ministerin wurde von den drei Geschäftsführern Alexander Horn, Rolf Luthardt und Bruno Reufels empfangen. Bei dem Besuch waren auch Ortsbürgermeister Willi Knopp, Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer, Landrat Rainer Kaul und die Landtagsabgeordneten Elisabeth Bröskamp und Ellen Demuth mit dabei. Sie alle erhielten eine Führung durch die neu errichtete Halle.

Das Unternehmen ist seit 1968 in St. Katharinen mit der Produktion ansässig. Vorher, so erinnerte sich Landrat Kaul, war die Gemeinde sehr stark landwirtschaftlich geprägt und gehörte zu den ärmeren Gemeinden im Kreis Neuwied. Heute hat sich das Bild durch Industrieansiedlungen, unter anderem durch die Ansiedlung von Niedax, geändert. „St. Katharinen gehört jetzt zu den Gemeinden, die die meiste Kreisumlage bezahlen“, ließ Kaul wissen.

In der neuen Halle der Niedax werden Kabelkanäle und Zubehörteile produziert, die bei Elektroinstallationen in Stadien, Industrieanlagen und Kraftwerken zum Einsatz kommen. Ein Abnehmer ist zum Beispiel der Flughafen in Dubai oder der neue Eisenbahntunnel durch den St. Gotthard. Die Kabeltunnel und Zubehörteile werden in der neuen Halle geschweißt. Pro Woche sind es rund 70.000 Teile.

Modernste Anlage in Europa

Den Gästen wurde der Produktionsablauf gezeigt und erklärt. Interessant war die Feuerverzinkung, die modernste Anlage ihrer Art in Europa. In einem abgeschlossenen Komplex, in dem mit Unterdruck gearbeitet wird, erfolgt die Verzinkung. Durch ein System der „Luftwäsche“ entstehen keinerlei Gerüche.

Lob gab es für die Politik bei der Genehmigung der Halle. Hier habe das Zusammenspiel aller Beteiligten sehr gut geklappt. „Wir haben immer versucht, alle Probleme im Vorfeld zu klären, und dies hat gut funktioniert“, erinnerte sich Bruno Reufels.

Das 1920 in Berlin gegründete Unternehmen ist mittlerweile weltweit aufgestellt und Systemspezialist für moderne Elektroinstallationen. 1.800 Mitarbeiter werden beschäftigt, davon rund 600 in St. Katharinen. Das Sortiment umfasst 45.000 Produkte, und dafür werden jährlich 65.000 Tonnen Stahl verarbeitet. Das Leistungsspektrum reicht von der Konzeption und Herstellung von Kabeltragsystemen und der Ausführung der Arbeiten. Dazu gehören auch anspruchsvolle Großprojekte mit Sonderlösungen. Das Unternehmen setzt zurzeit 300 Millionen Euro im Jahr um.

Die Ministerin ließ sich nicht nehmen, selbst einmal Hand anzulegen und eine Hebeanlage zu steuern.

Die Ministerin ließ sich nicht nehmen, selbst einmal Hand anzulegen und eine Hebeanlage zu steuern.

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