Mitternachtsweihnachtsmarkt und Konzert in Linz
Weihnachtliche Trompetenklänge
Star-Trompeter Bruce Kapusta begeisterte das Publikum in der Bunten Stadt am Rhein mit Klassikern und Kölschem
Linz. Mit dem „Little Drummer Boy“, der durch die „Stille Nacht“ zu dem Stall unterwegs war, in dem die Krippe stand, eröffnete am Samstagabend Bruce Kapusta seine „Weihnachten kölsch-klassisch“ auf dem Linzer Weihnachtsmarkt. Auf dem hatten unzählige Besucher geduldig gewartet, bis der beliebte Solo-Trompeter den Weg in die Bunte Stadt gefunden hatte und vom Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Martin Flöck, angekündigt wurde.
„Guten Abend, Linz!“, grüßte der Musiker kurz darauf seine riesige Fangemeinde vom Leiterwagen neben dem hohen Tannenbaum aus. „Hier fühle ich mich einfach wohler als auf der sterilen Bühne“, erklärte Bruce Kapusta den Strünzern, die seit dem Altstadtfest vor acht Jahren lange auf einen erneuten Besuch des Musikers hatten warten müssen. Und schon intonierte dieser mit „In dulci jubilo“ ein aus dem 14. Jahrhundert stammendes Kirchenlied. „Ich freue mich, hier mit Euch in diesem herrlichen Weihnachtsdorf am Nikolaus-Vorabend eine besinnliche Stunde verbringen zu können“, so Bruce Kapusta, bevor er die „Jingle Bells“ erklingen und „Rudolph, the red-nosed Reindeer“ über den Marktplatz traben ließ. Natürlich durfte auch der „Tannenbaum“, der nicht nur zur Sommerszeit grünt, nicht fehlen. Vor „Ihr Kinderlein kommet“ erklärte der Musiker, der gerade zum dritten Mal Vater geworden ist, dass er diese Aufforderung nur auf die Krippe beziehe. Die ist in Linz in der ehrwürdigen Martinus-Basilika in einer Ausstellung zu bewundern, während auf den Standort der großen Krippe der Stadt ein Schild am Leiterwagen hinweist. Über viele Jahre hinweg war sie auf dem Weihnachtsmarkt an zentraler Stelle zu bewundern gewesen, bevor sie 2014 aus der Mitte an den Rand in das große Fenster des Hauses am Marktplatz 20 an der abschüssigen Strecke zur Strohgasse gedrängt worden war und somit erst nach eingehender Suche entdeckt werden konnte, wenn sie nicht manchem Besucher gar ganz verborgen blieb.
Krippe beschäftigt den Ökumene-Ausschuss
Damit war der Ökumene-Ausschuss Linz ganz und gar nicht einverstanden, verdeutlicht die Krippe doch den eigentlichen Anlass des Marktes, der in adventlicher Stimmung die Menschen auf das Fest der Geburt Christi hinführen soll. Als Vertreter der drei christlichen Kirchen in Linz, der katholischen Pfarrei St. Martin, der evangelischen Trinitatis-Gemeinde und der Freikirchlichen Gemeinde, fühlt sich der Ausschuss dafür verantwortlich, dass die Krippe wieder einen ihr gebührenden Platz auf dem Weihnachtsmarkt findet. „Wir danken dem Hausbesitzer ausdrücklich, der der großen Krippe so entgegenkommend eine Herberge zur Verfügung stellt, haben aber verschiedene alternative Standorte geprüft“, so Herta Brinkmann vom Ökumene-Ausschuss. Leider sei für dieses Jahr keine befriedigende Lösung gefunden worden, was sich 2016 durch rechtzeitige Besprechungen mit Marktbeschicker Oliver von der Gathen aber ändern soll.
Die diesjährige Gestaltung der Krippe ist sehr unkonventionell, da nicht von Beginn an eine klassische Stallszene eingerichtet wurde, sondern wechselnde Themen an den vier Adventssonntagen gezeigt werden. Am ersten Advent waren in dem großen Fenster nur Figuren zu sehen, von denen neben den Schafen zumindest drei als die Heiligen Drei Könige identifiziert werden konnten, die im Dunkeln auf ein helles Licht zuwandern, wie es schon im Buch Jesaja geschrieben steht. Aktuell hinzugekommen ist auf der linken Seite die Verkündigungsszene, in der der Engel Maria sagt, dass sie schwanger werden wird und dem Kind den Namen Jesus geben soll. Ab dem dritten Adventssonntag machen sich dann Josef und Maria nach dem Lukas-Evangelium auf den Weg nach Bethlehem, um sich auf den Befehl des Kaisers Augustus hin registrieren zu lassen. Erst am vierten Advent ist dann die traditionelle Weihnachtskrippe mit der Geburt Christi, der Anbetung der Hirten und mit den Königen, die das Kind Jesus verehren, zu sehen.
Bruce Kapusta verabschiedete sich mit internationalen Klängen
Von dieser „Joy to the World“ berichtete auch Bruce Kapusta. „Et jeiht op Hellichovend aan“ verkünmdete er die „Holy Night“ auf seiner Trompete und erinnerte an „Weihnachten mit Oma und Opa“. Natürlich träumte er auch davon, dass leise der Schnee rieselt, oder op Kölsch „Höösch fällt d’r Schnie“, bevor er seinen Fans eine „Stille heilige Nacht“ wünschte.
Vom Leiterwagen aus sorgte Bruce Kapusta mit seiner Trompete für weihnachtliche Klänge in der Bunten Stadt. Fotos: Küsters (2), Fiala (2)
Auch wenn die Krippe in diesem Jahr noch nicht wieder an einen zentralen Platz gerückt ist, lohnt sich ein Besuch, denn bis Weihnachten wird sie ihre Gestalt entsprechen der biblischen Geschichte noch mehrmals verändern.
Spaß hatten die kleinsten Gäste auch auf dem nostalgisch angehauchten Karussell.
