Wein und Gesang beherrschte Linz beim Winzerfest vier lange Tage und Nächte
Weinmajestäten verbreiteten beste Laune
Linz. Mit einem der größten Volksfeste am romantischen Mittelrhein, dem Linzer Winzerfest, hat die Bunte Stadt am Rhein am Wochenende wieder Aberhunderte Gäste angelockt. „Seit über 80 Jahren gibt es dieses Fest im Herzen der idyllischen Altstadt, das sicherlich auch zu den traditionsreichsten Veranstaltungen in den Programmkalendern der Region zählt. „Repräsentiert wird Linz dieses Jahr erneut von Weinkönigin Nora Kökce und ihren Weinprinzessinnen Mona-Sophie Salz sowie Christina Berg, alle drei: echt Linzer Mädche, die rheinische Lebensfreude und die Lust am Feiern verkörpern, die für die bunte Stadt so typisch ist“, erklärte Thomas Herschbach, der Geschäftsführer der Stadtentwicklungs- und Touristikgesellschaft Linz am Rhein mbH, die das Linzer Winzerfest veranstaltet, am Freitagnachmittag.
Weinselige Stimmung
Da hatte im Weindorf auf dem Marktplatz schon längst der Musikverein Rahms die Unterhaltung übernommen. Dessen Aufforderung nach dem Bläck-Fööss-Hit „Trink doch ene met!“ wäre angesichts der weinseligen Stimmung rund um die zahlreichen Weinstände aber gar nicht notwendig gewesen, sprachen die Winzerfestgäste bereitwillig den edlen Rebensäften wie der Hammersteiner Hölle oder dem Vallendarer Königshof zu, wenn sie nicht gar jungen Federweißen oder Roten Rauscher vorzogen. Im Ratssaal dagegen wartete auf die Ehrengäste, die Bürgermeister Hans-Georg Faust zum traditionellen Rathausempfang der Weinkönigin eingeladen hatte, die Spezialabfüllung „Linzer Strünzer Tropfen“, deren Etikett das Konterfei der drei aktuellen Wein-Grazien zierte.
Großes Engagement
„Ich freue mich, so viele Gäste hier im Weindorf willkommen heißen zu können“, so Hans Georg Faust, kurz nach 19.30 Uhr, nachdem er mit den Ehrengästen auf die Bühne gezogen war. Namentlich willkommen heißen konnte er dort zusammen mit seinen drei Beigeordneten, Thomas Balasus. Michael Schneider und Karl Heinz Wölbert, allen voran seinen Amtsvorgänger, den Linzer Ehrenbürger Adi Buchwald und die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth, Landrat Rainer Kaul sowie den Ersten Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach, Bürgermeister-Kollegen und Mitglieder des Stadtrates, Vertreter der Kirchen und Sponsoren, sowie die Eltern der Weinkönigin und –prinzessinnen, bevor auch die drei Grazien die Bühne eroberten. „Winzerfest in Linz am Rhein, das sind vier Tage und vier Nächte Gemütlichkeit, Stimmung und Tanz in unserem gemütlichen Weindorf mitten in unserer malerischen Altstadt. Das bedarf großes und freiwilliges Engagement der Standbetreiber aus Vereinen und Unternehmen. Professionelles Tun und empfindsame Herzlichkeit, das sind die Markenzeichen der Stadt Linz seit Jahrhunderten“, konstatierte der Bürgermeister, der vor allem auch Stadtmanager Thomas Herschbach für diese lebendige Werbung dankte. Gleichzeitig bat er die Markt-Gastronomie für die Einschränkungen sowie die Anwohner für manche Belästigung um Verständnis. „Feiern Sie mit unter freiem Himmel und genießen Sie das Leben, heute und an allen Winzerfesttage“, forderte er die Gäste auf.
„Da ´jeiht mir et Hätz up!“
„Beim Winzerfest 2008 habe ich zu meinen Freunden gesagt, dass ich auch mal gerne Weinkönigin sein würde, weil das ein Riesenspaß wäre“, verriet die 21-jährige Weinmajestät im Ratssaal. Das musste wohl Herschbach zu Ohren gekommen sein, so dass er sich bei seiner Suche nach einer Nachfolgerin für Weinkönigin Carolin an Nora gewandt hatte, für die so 2013 ein Traum in Erfüllung gegangen war. „Ich habe im vorigen Jahr gefragt, was es schöneres für ein Mädche us d’r Rhingstross geben könne, als einmal Linzer Weinkönigin zu sein“, erinnerte Nora. Schlichte Antwort am Freitagabend: „Nichts!“ oder um mit ihrem Vater Nihat zu antworten, der in der Session 1997/98 als „Prinz aus dem Morgenland“ mit den Linzer Jecken immer in ne andere Kaschemm gezogen war. „Da ´jeiht mir et Hätz up!“ Als Prinzentochter marschierte klein Nora damals als Mini-Mariechen noch bei den staatzen Kääls mit, war Mutter Gertrud Euskirchen doch Mitglied im Stadtsoldatencorps. Über deren Musikzug kam die heutige Weinkönigin zum Tanzcorps Rote Husaren, bei denen Nora immer noch Mitglied ist. „Alle drei Grazien kommen aus diesem feschen Corps“, verriet Thomas Herschbach. Allerdings tanzt Christina bereits seit 2010 als Gründungsmitglied bei den „Silver Dolls“, während Mona inzwischen Mitglied bei den Linzer Hunnen ist. „Der ein oder andere hat vielleicht mitbekommen, dass ich wegen meiner ‚European Studies’ an der Maastricht University die meiste Zeit im Ausland verbringe und dass es mich schon am Dienstag nach Istanbul verschlägt“, berichtete Nora. Weil sie dann eine ganze Weile nicht mehr in ihre geliebten Heimatstadt komme, wünschte sie sich von den Festgästen, „dass ihr mit uns feiert was da Zeug hält, um mein vorerst letztes Heimatwochenende zu einem ganz besonderen zu machen.“ Diesem Wunsch verlieh sie mit ihrem Weinspruch Nachdruck: „Genießt den Frohsinn und den Wein in unserer Bunten Stadt am Rhein. Lasst uns voll Freud’ die Gläser heben auf das Feiern und die Lust am Leben!“ Dann offerierte sie Hans-Georg Faust einen Schluck aus ihrem bauchigen Weinglas, um mit dem Stadtchef anschließend den Eröffnungswalzer zu tanzen. „Natürlich ist beim Linzer Winzerfest auch in diesem Jahr wieder an allen vier Feiertagen und -nächten pure Lebensfreude mit bester musikalischer Live-Unterhaltung angesagt, auch wenn Noras Wunsch von wundervollen, sonnigen Tagen zumindest hinsichtlich der Sonne wohl nicht so ganz in Erfüllung gehen wird“, so Thomas Herschbach.
Feiern mit Musik
Da hatte sich die Weinkönigin mit ihren beiden Freundinnen längst unter das Völkchen rund um die Weinstände gemischt, während auf der Bühne schon die Betty-Booster-Band die Regie übernommen hatte, um bis lange nach Mitternacht mit Disco-Hits für ausgelassene Stimmung zu sorgen. Die Aufgabe übernahmen ab Samstagmittag der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Leubsdorf und das Westerwald Orchester Oberlahr, bevor am Abend wieder die Neuwieder Partyband in Aktion trat. Außerdem waren an den beiden Wochenendtagen auch „De Stiefels“ in der Altstadt unterwegs. „Der heutige Sonntag beginn traditionell mit dem Winzerfest-Gottesdienst in Sankt Marien, bevor dann das Fanfarencorps im Weindorf für Stimmung sorgt. Auf die Fahrt in der von mächtigen Rappen gezogenen schneeweißen Kutsche durch die Altstadt muss Nora aber dieses Jahr leider aus Sicherheitsgründen verzichten. Dafür werden die Weinmajestäten bei ihrem Rundgang ab 15 Uhr vom Musikzug der Stadtsoldaten eskortiert“, so Thomas Herschbach. Da war er sich allerdings schon sicher, dass der Namen der Eventband, die am Montagabend die Original Drachenfelser Musikanten im Weindorf ablösen sollte, Wetter hin oder her, Omen für das Linzer Winzerfest ist, eben einfach „erste Sahne“.
Eine flotte Sohle legten die Weinmajestäten im Arm von Bürgermeister und Sponsoren bei der Eröffnung des Weinfestes aufs Parkett.
