Allgemeine Berichte | 16.09.2026, 14:20 Uhr

Priesterweihe und Glaube

Johannes Gold aus Kobern-Gondorf empfängt Priesterweihe in Rom und startet in Saarland

Johannes Gold wird am 1. Oktober die Priesterweihe empfangen.
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Kobern-Gondorf. Rom, Trier, England, Kobern-Gondorf, Saarlouis – Johannes Gold war in den letzten Wochen viel unterwegs. Was sich fast nach einem Jetset-Leben anhört, hat aber einen tiefgründigen Hintergrund: Der 26-Jährige wird am 1. Oktober durch den Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann seine Priesterweihe in Rom empfangen.

Überraschend kam seine Entscheidung, Priester zu werden, weder für seine Freunde noch für seine Familie. „Viele sagen: ‚Das passt!‘ und ich könnte mir auch selbst nichts anderes vorstellen.“ Gold war Sternsinger, Obermessdiener und hat das Orgelspielen gelernt. „Musik war immer sehr zentral für mich und hat das Interesse für den Glauben geweckt“, berichtet der junge Mann. „Daneben habe ich mich sehr für Liturgie interessiert, denn sie spricht nicht nur den Kopf, sondern auch die Sinne an.“ Nach dem Abitur 2019 in Koblenz hat er dann Theologie und Philosophie in Frankfurt und Trier studiert, sein Propädeutikum (Orientierungszeit für Priesteranwärter) hat er im Felixianum in Trier abgeschlossen. Wie kam er dann nach Rom? Zunächst durch ein einjähriges Außenstudium an der Päpstlichen Universität Gregoriana. In dieser Zeit erhielt er vom Trierer Bischof und damaligen Regens (Leiter) des Priesterseminars die Ermutigung und gleichzeitig eine Empfehlung, seine Ausbildung im päpstlichen „Collegium Germanicum et Hungaricum“ abzuschließen.

Der Glaube ist nicht abstrakt, sondern greifbar

Seit vier Jahren lebt, studiert und absolviert er seine Ausbildung in Rom. Die ersten Wochen seien allerdings eine Herausforderung gewesen. Die Sprache musste er im Intensivkurs lernen, „die Vorlesungen und Prüfungen sind auf Italienisch“. Das Lernen der neuen Sprache gefiel ihm, immerhin hat er auch das Latinum, das Graecum und das Hebraicum. So hatte er sich dann doch recht schnell zurechtgefunden. Überzeugt habe ihn damals auch die Internationalität. „Die Weltkirche ist hier direkt spürbar.“ Durch das Zusammenleben und das gemeinsame Studium mit Menschen aus mehr als 100 Ländern habe er vielfältige Einblicke in die jeweiligen Ortskirchen erhalten und „unglaublich viel gelernt“.

Aufgrund dort entstandener Freundschaften ist er viel unterwegs: So ist er bereits Gast bei Priesterweihen in Slowenien, England oder Frankreich gewesen. Die Begegnungen zeigen ihm, „dass unser Glaube nicht nur etwas Abstraktes ist, sondern greifbar.“

Unvergessliche Momente

Unvergessen sind ihm das Konklave und die Ostermesse, bei der er Papst Leo XIV. assistieren durfte. „Das brennt sich ins Gedächtnis und ins Herz ein.“ Ein besonderer Tag wird auch seine Heimatprimiz (erste Messe) in der Kirche St. Lubentius sein. Hier wurde er getauft, hat seine Erstkommunion gefeiert und wurde gefirmt. „Ich bin hier sehr verwurzelt. Mit meiner Heimatgemeinde konnte ich viele Glaubenserlebnisse teilen.“ Seine Primiz soll daher auch ein Glaubensfest werden und sich nicht so sehr nur auf seine Person konzentrieren, „das ist mir wichtig.“ Seine Primiz, aber eigentlich seinen gesamten Glaubensweg, stellt er unter den Bibelvers aus dem Johannes-Evangelium: „Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.“ „Diese Stelle drückt meinen Dienst gut aus, ich will ein positiver und freudiger Zeuge für das Licht, also für Gott sein, damit Menschen mit ihm in Begegnung kommen und den Glauben als tragendes Fundament in ihrem Leben erkennen können“, erklärt Gold. Er verstehe es als seinen Dienst, Christus ins Zentrum zu stellen „und das 24/7 zu leben. Meine Überzeugung authentisch zu leben und auszustrahlen, ist mir wichtig.“ Sein Glaube habe ihn auch immer mal wieder herausgefordert, „aber er war für mich immer interessant und hat mich nie losgelassen, auch in schwierigen Momenten im Leben.“

Von Rom ins Saarland

Nun wartet seine erste Kaplanstelle auf ihn: Es geht nach Saarlouis, in die Pfarrei Heilige Familie. Die Gegebenheiten konnte er bereits im Rahmen eines einmonatigen Praktikums vor einigen Jahren ein wenig kennenlernen. Er ist sich sicher, dass die Mentalität von der Untermosel sich gut mit der saarländischen Einstellung zum Leben vertragen wird. „Die Menschen haben mich schon damals sehr herzlich empfangen“, freut sich Gold auf die kommende Zeit, wenn er im November seine Stelle antreten wird. Doch zuerst steht seine Primiz am 2. Oktober in Rom an. Seine Heimatprimiz in Kobern in der Kirche St. Lubentius (Burgstraße 2) feiert Gold am Sonntag, 4. Oktober. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einer Statio an seinem Elternhaus und einer gemeinsamen Prozession zur Kirche, in der um 10.30 Uhr der Gottesdienst beginnt. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit der Begegnung. Der Tag schließt um 16 Uhr mit einer Vesper mit der Möglichkeit der Einzelsegnung. „Ich freue mich darauf, Gottes Wort zu verkünden, Sakramente zu spenden und mit den Menschen zu feiern“, schaut er auf seine neuen Aufgaben als Priester. Elisabeth Lauderbach

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Johannes Gold wird am 1. Oktober die Priesterweihe empfangen. Foto: Sarah Andre-Schött / Paulinus

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