Letzte offizielle Veranstaltung im Regionalmanagement Maifeld-Pellenz
Viele Projekte laufen weiter
Saffig. Inklusive der Vorbereitungen im sogenannten „ILEK“ lief das Regionalmanagement der Verbandsgemeinden Maifeld und Pellenz über sechs Jahre. Ende des Jahres laufen die Förderungen aus, die vom Land Rheinland-Pfalz aus EU-Mitteln zur Förderung des ländlichen Raums gezahlt wurden. In Saffig wurde am 21. November abschließend bekräftigt, wie sinnvoll die letzten Jahre waren. Einige Projekte werden weiterlaufen. Gemeinsam mit den Verbandsgemeinden Brohltal und Vordereifel will man sich nun für ein Nachfolgeprojekt aufstellen: Ende des Jahres sollen neue Förderprojekte formuliert sein und die EU-Gelder feststehen. Absehbar ist, dass die neuen Initiativen kreisübergreifend und für eine Einwohnerzahl von mindestens 50.000 Menschen sein müssen.
„Wir können zurecht stolz auf unsere Heimat sein“, sagte Dirk Rohm. Der Saffiger Ortsbürgermeister sieht die Regionen als „eine der schönsten Deutschlands“. Doch das „höchste Gut“ seien die Menschen. Dass das auslaufende Förderprojekt seine Macken hat, machte er am Beispiel des Dorfladens im Ort deutlich: „Eigentlich“ sei die Installierung des Ladens ein „Idealfall“ gewesen. Aber „es passte nicht zu den Förderrichtlinien“. Zustande kam es dann doch durch Mittel aus der Dorferneuerung.
Maximilian Mumm, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld, sieht durch das Regionalmanagement „viel erreicht“. Und man habe gelernt, dass man gemeinsam etwas auf die Beine stellen kann. Er ist sich mit anderen einig, dass das bewiesene bürgerschaftliche Engagement fortgesetzt werden soll - „wir sind willens und in der Lage“.
Menschen „eigentliches Kapital der Region“
Ulrike Höfken, rheinland-pfälzische Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung, Weinbau und Forsten, sagte, die ländliche Entwicklung sei etwas „ganz wichtiges“, insbesondere für Rheinland-Pfalz. Gerade im Zuge des demographischen Wandels würden wichtige Diskussionen geführt: Soll der ländliche Raum künftig zum Abschalten für gestresste Städter da sein oder will man mit Projekten wie im Rahmen des Regionalmanagements dem Ausbluten entgegenwirken? Das funktioniere aber nur mit einem partizipativem Ansatz, also intensiver Beteiligung der Bürger. Zudem habe sich gezeigt, dass eine intensive Vernetzung wichtig ist. Bei den beiden Verbandsgemeinden geht die Ministerin davon aus, dass sie sich für Nachfolgeprojekte bewerben werden.
Sven Lachmann vom projektbetreuenden Institut für Regionalmanagement konnte wegen der Vielzahl der Aktionen und Projekte nur exemplarisch Beispiele aufgreifen zum Abschluss des Regionalmanagements. Diese Projekte sind auf sechs Handlungsfelder verteilt: Lebendige Ortsmitten, Energie, Landwirtschaft und regionale Produkte, Kulturregion, Tourismus, Landschaft gemeinsam entwickeln.
Ein Beispiel ist der NCC („New Comer Contest“). Die Idee dahinter: Jugendliche werden eingebunden und ihnen wird Raum für Kreativität gegeben. Viele Bands aus der Region beteiligten sich an dem Projekt. Der nächste Contest soll im kommenden April stattfinden - eine Band zeigte am Abend eine Kostprobe ihres Könnens. Sven Lachmann sieht es als Gewinn für das Projekt, wenn sich künftig weitere Verbandsgemeinden beteiligen werden.
In einem weiteren Projekt geht es um Landwirtschaft und regionale Produkte (hier sind die Landfrauen besonders engagiert). Es geht einerseits um Bewusstseinsbildung, andererseits um die Vermarktung regionaler Produkte. Dazu wurden beispielsweise alle Direktvermarkter der Region im Internet aufgelistet. Die „Rapsblütenwanderung“ und die „Verbrauchertage“ wechseln sich ab - im kommenden Mai werden die nächsten „Verbrauchertage“ in Nickenich stattfinden. Die Landfrauen bestätigten am Abend, dass sie das Projekt weiterführen wollen.
Während des Regionalmanagements zeigte sich aber auch, dass Engagement an Grenzen stoßen kann. Bei den Energieaktionstagen wurde schließlich schwindendes Interesse festgestellt. Das Thema, so die Überlegung, ist vielleicht auf Kreisebene besser aufgehoben.
„Das macht die Region reich“
Zum Thema Ortsentwicklung wurde ein Leerstandskataster entwickelt. Das Thema Demographie ist ein weites Feld und streift im Grunde viele Projekte. Insgesamt, wurde festgestellt, gab es viele Ansätze. Hier soll es weitergehen. Klaus Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pellenz, überlegte, ob das Auslaufen des Regionalmanagements ein Übergang ist oder ein Ende. Sicher sei aber, so Bell, dass die Kooperation weitergeht. Der Bürgermeister dankte allen am Projekt Beteiligten, den Bürgern wie auch den Mitarbeitern der Verwaltungen. Er habe „viele Persönlichkeiten“ in den letzten Jahren kennengelernt, sagte er. „Das macht die Region reich“, wenn es so vielen Menschen gibt, „die sich einbringen wollen“.
Wer sich über das gesamte Projekt informieren will, sollte die Internetseite www.region-maifeld-pellenz.de aufsuchen. Die Seite soll auch weiter aktuell gehalten werden.
Sven Lachmann (r.) stellte zum Abschluss exemplarisch einige Projektbeispiele heraus.
Das Regionalmanagement Maifeld-Pellenz wird noch bis Ende des Jahres mit EU-Geldern über das Land gefördert. Die letzte offizielle Veranstaltung fand in Saffig statt: (v.l.) Ortsbürgermeister Dirk Rohm, Bürgermeister Maximilian Mumm, Ministerin Ulrike Höfken, Bürgermeister Klaus Bell, Projektleiter Sven Lachmann.Fotos: WPA
