Der 29-jährige Syrer Mohammed hofft auf eine Rückkehr ans Deutsche Eck
Von Aleppo über Koblenz nach Pirmasens
Koblenz. Ein Thema beherrscht aktuell alle Medien: Flüchtlinge. Es lohnt sich, mal einen Blick auf Tatsachen zu werfen. Wie ergeht es einem Mann, der aus seiner Heimat Syrien zu uns nach Deutschland geflüchtet ist?
Mohammed Yalaba (Name geändert) ist 29 Jahre alt und stammt aus Aleppo in Syrien. Dort hat er auch sein Studium abgeschlossen. Im Dezember traf er zur Erstaufnahme in Koblenz ein. Dort wohnte er mit rund 150 anderen Flüchtlingen in der gerade neu eröffneten Erstaufnahmeeinrichtung, einer leer stehenden ehemaligen Hundeschule. Hier wird im Laufe der nächsten Monate eine Aufnahme von insgesamt ca. 800 Menschen angestrebt.
Der Tagesablauf in Koblenz war geregelt, untergebracht mit elf anderen Flüchtlingen in einem Zimmer. Die Mitarbeiter vor Ort kümmerten sich aufopfernd um Mohammed und alle anderen.
Aufgrund seiner guten Englischkenntnisse unterstützte er auch sehr gerne bei Sprachbarrieren. Nicht alles lief ohne Probleme. Wegen seiner Schuhgröße musste er zwei Wochen auf Ersatz für seine warten. Mohammed trägt eine Markenjacke. Dies drückt aber nicht seinen Reichtum aus. Es gehen in Koblenz viele Spenden ein, davon auch immer wieder teure Markenwaren.
Wie sollte es weiter gehen?
Nach etwa sechs Wochen war ein Transfer innerhalb von Rheinland-Pfalz zu einem anderen Standort geplant. Dieser fand dann Ende Januar statt. Seitdem wohnt Mohammed in der Nähe von Pirmasens.
Seine neue Bleibe teilt er zwar mit nur drei anderen in einer Wohnung, drei weitere sollen noch hinzukommen. Aber mit irgendwelchem Luxus ist dies nicht zu vergleichen. Im Gegenteil. Die Decken in dem jahrelang leerstehenden Haus sind teilweise offen, das Bad ist schwer als solches zu beschreiben. Die Wände der Toilette sind total mit Schimmel überzogen. Für dieses zu Hause erhält der Vermieter Geld. Der Zustand ist insgesamt schwer zumutbar. Mohammeds Befinden ist dementsprechend.
Und wie geht es nun weiter? Er wünscht sich, wieder in Richtung Koblenz zurück kommen zu dürfen. Hier hat er einige Freundschaften geschlossen. Er würde auch gerne bei der Flüchtlingsarbeit unterstützend mithelfen. Es bleibt für ihn zu hoffen, dass dies in Erfüllung geht.
Mohammed Yalaba hofft, dass er bald nach Koblenz zurückkehren kann. Dort hat er bereits Freunde gefunden. Fotos: HÜ
