Allgemeine Berichte | 27.06.2015

Josef „Jogi“ Marx aus Mayen ist kreativ und für den guten Zweck bettelt er auch

25 Jahre gegen Antisemitismus, rechte Gewalt und Armut unterwegs

Preisträger Josef „Jogi“ Marx (M.), Ehefrau Theresia und Dr. Gregor Rosenthal als Leiter der Geschäftsstelle des Bündnis für Demokratie und Toleranz. WE

Mayen. Fragt man in Mayen nach Josef Marx erntet man weitgehend ein Kopfschütteln. Sagt man "Jogi", ist meistens der Nachname schon nicht mehr nötig, nicht mal in den umliegenden Dörfern der Region. Das liegt sicher auch daran, weil Jogi jetzt seit etwa 25 Jahren gegen Antisemitismus, rechte Gewalt und Armut unterwegs ist. Mit kreativem Enthusiasmus tritt er für die Völkerverständigungein und auf seine Initiative waren bereits Jugendgruppen aus Russland, Finnland, Ungarn und besonders Israel in Mayen zu Gast. Seit elf Jahren kennt man Jogi Marx mit seiner Wunschbaumaktion, für die er unerschrocken in den Wochen vor Weihnachten bei Wind und Wetter auf dem Mayener Marktplatz steht, manchmal milde belächelt, aber weil er weiß weshalb, trifft ihn das nicht.

Für couragierte Aktivitäten

Für seine vielfältigen couragierten Aktivitäten wurde Jogi Marx jetzt vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt“ ausgezeichnet als einer der Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“. Die Auszeichnung fand zudem im Mayener Rathaus statt und bewog viele Unterstützer, der Zeremonie beizuwohnen. Unter vielen anderen waren da beispielsweise die Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse und der Volksbank zu sehen. Bei anderen Veranstaltungen lassen sich die beiden viel beschäftigten Herren schon mal vertreten. Auch Ehrenbürgerin Therese Tutas nahm Jogi Marx freundschaftlich in den Arm. „Es freut mich ganz besonders, dass ausgerechnet Du diese Auszeichnung bekommen hast“, waren hier die Parteigrenzen überhaupt gar kein Problem.

Wie alles begann...

Zur Auszeichnung gehört auch ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Das Geld wurde vom Bündnis bereits im vergangenen Jahr ausgezahlt und war innerhalb kürzester Zeit wieder weg. Dafür hat Jogi Weihnachtstüten gepackt, jede mit einem Wert von annähernd vierzig Euro. Die Tüten hat Herr Marx an Bedürftige und Kinder verteilt. Dass darunter auch schon mal eine Person ist, die eine solche Spende eigentlich nicht nötig hätte, ist zwar ärgerlich, lässt sich aber nie ganz vermeiden. Bereits im jugendlichen Alter von 16 Jahren hatte die „soziale Karriere“ von Josef Marx mit einem freiwilligen Dienst im Krankenhaus begonnen, der sechs Jahre dauerte. Gerne hätte er diesen Aufgabenbereich zum Beruf gemacht. Doch dann war es eine Mechanikerlehre und als Fernfahrer lernte er später die Hauptstädte Europas kennen. Dr. Gregor Rosenthal ist Leiter der Geschäftsstelle des Bündnisses in Berlin, mittlerweile nahezu zum Freund geworden und lenkt im Gespräch die Aufmerksamkeit auf Ehefrau Theresia. Genau wie ihren Mann kennt der Geschäftsstellenleiter sie bereits seit Jahren, weil das Bündnis schon mehrfach Hilfe geleistet hat mit direkter Unterstützung, Anregungen und Materialien. „Es ist schon einige Jahre her“ verriet Herr Dr. Rosenthal „da hat Herr Marx schon einmal eine Ehrung erfahren.“ Ehefrau Theresia ist jetzt schon 43 Jahre mit ihrem Ehemann zusammen. „Man ist immer noch verwundert, wenn plötzlich kein Mehl, Zucker und Butter mehr im Haus ist, obwohl ich es eingekauft hatte. Da hat er mal wieder irgendwo ausgeholfen“, sagt Theresia mit einem Lächeln „aber wir sind ja ein Familienbetrieb.“ Genau wie zu Zeiten als Fernfahrer ist der 69-Jährige auch heute selten zu Hause. Neue Projekte und seine guten Kontakte zum Jobcenter, den Banken und vielen Mayener Firmen fordern ihn täglich im Sinne vieler Schützlinge. „Besonders dankbar bin ich für mein gutes Verhältnis zum REWE-Supermarkt“ berichtet Jogi Marx „die haben ebenso wie viele Firmen immer ein offenes Ohr für meine Anliegen und haben im letzten Jahr eine Weihnachtsfeier für 150 Kinder gesponsert in ihren Räumlichkeiten.“ Einen besonderen Eindruck im Leben von Jogi Marx hat ein Besuch hinterlassen im Konzentrationslager Theresienstadt. Mehrere Besuche in Dachau hat Jogi daher inzwischen durchgeführt mit Jugendgruppen.

Die wichtigsten Aufgaben

Stolz berichtet er „Die Jugendlichen haben nachhaltige Eindrücke gewonnen und sich streng an das Reisereglement gehalten: Im Bus wird nicht geraucht, Alkohol ist verboten und der Messebesuch im katholisch geprägten Bayern Pflicht.“ Natürlich kümmert sich die Familie Marx auch um Flüchtlinge und hat in ihrem Haus eine syrische Flüchtlingsfamilie aufgenommen. „Meine wichtigste und schönste Aufgabe ist aber die Israelarbeit und die gegen Rechtsextremismus“, verrät der Preisträger. In der Tat hat Herr Marx mehrfach Jugendaustausch von und nach Israel organisiert und war mehrfach persönlich dort.

„Wenn ein Jugendlicher meiner Überzeugung zufolge kein Geld hat, um mitzufahren“, versichert Herr Marx „dann gehe ich dafür auch betteln.“ Inzwischen hat er gute Kontakte zur israelischen Botschaft und zu Tibor Shalev Schlosser, dem Generalkonsul des Staates Israel. Der kommt gerne nach Mayen, sei es für die Eröffnung einer Ausstellung oder zur Diskussion an Schulen. Josef „Jogi“ Marx ist kreativ, unkonventionell und hat immer ein neues Projekt auf dem "Bildschirm".

Auch im Sinne der Stadt Mayen sei dem neuen Preisträger noch lange die Kraft dazu gegönnt und gesundheitliche Fitness.

Preisträger Josef „Jogi“ Marx (M.), Ehefrau Theresia und Dr. Gregor Rosenthal als Leiter der Geschäftsstelle des Bündnis für Demokratie und Toleranz. Foto: WE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Kreishandwerkerschaft
Koblenz blüht
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Empfohlene Artikel
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa tauschte sich bei ihrem Besuch mit einigen Mitarbeitenden des Caritasverbandes aus.
45

Mayen. Beim Besuch des Caritas-Mehrgenerationenhauses in Mayen (MGH) hat die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes die Bedeutung generationenübergreifender Begegnungsorte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt betont. Im Rahmen der Jahreskampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ machte sie deutlich, dass Orte wie Mehrgenerationenhäuser entscheidend dazu beitragen, Verständnis, Solidarität und faire Chancen für alle zu fördern.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
380

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
122

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Daueranzeige
Rund ums Haus
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Fahrer gesucht (m/w/d)
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Doppelseite PR/Anzeigen
Titel
Schulze Klima -Image
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
SB Standesamt
Stellenanzeige mehrere Stellen
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Kita