Politik | 30.06.2015

Arbeitsmarkt in und um Koblenz geht gut gerüstet ins „kleine Sommerloch“

Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

oblenz. Wie erwartet geht die Zahl der Arbeitslosen in und um Koblenz auch im Juni noch einmal zurück - erst mit Beginn der Sommerferien erwarten Experten das „kleine Sommerloch“. 8.911 arbeitslose Frauen und Männer zählten die Statistiker der Arbeitsagentur zum Monatsende in der Region - 5.135 im Landkreis und 3.776 in der Stadt. Damit ging die Zahl der Arbeitslosen innerhalb der letzten vier Wochen in Koblenz um 147 und im MYK-Kreis um 189 zurück. Auch der Vergleich zum Vorjahr fällt erfreulich aus: Im Landkreis sind derzeit 152 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr und auch die Stadt hat den Lückenschluss diesmal nur ganz knapp verfehlt - zwölf Menschen waren in Koblenz vor einem Jahr weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote sinkt trotzdem: im Monatsvergleich um 0,3 und im Jahresvergleich um 0,1 auf nun 6,4 Prozent. Das ist möglich, weil sich die Bezugsgröße, auf deren Grundlage die Quote errechnet wird, geändert hat: 2014 gab es in der Stadt weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, weshalb die Arbeitslosigkeit trotz etwas niedrigerem Wert in Relation zur Beschäftigung höher war. Im Landkreis liegt die Arbeitslosenquote bei 4,5 Prozent, das sind jeweils 0,1 Prozent weniger als im Vormonat und im Vorjahr.

Unterschiedlich präsentieren sich nach wie vor die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die die Arbeitslosigkeit regeln. In der Versichertengemeinschaft des SGB III - also bei jenen Menschen, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind - geht die Zahl der Arbeitslosen sowohl im kurz- wie im langfristigen Vergleich in beiden Kommunen zurück. In der Stadt werden dem SGB III Ende Juni 1.037 Menschen zugeordnet - 44 weniger als im Mai und 75 weniger als vor einem Jahr. Im Landkreis sind es mit 2.026 sogar 91 weniger als vor vier Wochen und 110 weniger als im Juni 2014. Ähnlich günstig fällt im MYK-Kreis die Entwicklung im SGB II aus - also bei jenen Menschen, die auf so genannte Hartz IV-Leistungen angewiesen sind. Diesem Rechtskreis sind Ende Juni 3.109 Frauen und Männer zugeordnet - 98 weniger als vor vier Wochen und 42 weniger als vor einem Jahr. In Koblenz werden im SGB II 2.739 Arbeitslose gezählt, das sind zwar 103 weniger als im Mai, aber noch immer 87 mehr als vor einem Jahr.

Mehr offene Stellen in der Region

Zugenommen hat die Zahl der offenen Stellen in der Region. Fast 1.000 Angebote wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen gemeldet. Damit zählen die Statistiker Ende Juni in und um Koblenz 2.908 offene Stellen. Vor einem Jahr waren es 160 weniger. Kein Wunder, dass Ulrike Mohrs, Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, mit dem aktuellen Zahlenwerk zufrieden ist. „Insgesamt haben wir derzeit einen überaus robusten Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor hoch. Zwar werden die Arbeitslosenzahlen in den nächsten Wochen saisonbedingt leicht ansteigen, wenn junge Menschen ihre Ausbildung beenden, aber häufig erst nach den großen Ferien eine Anschlussbeschäftigung finden. Doch grundsätzlich ist die Region auf einem guten Weg.“

Ausbildungsmarkt auf gutem Weg

Das, betont Mohrs, gelte auch für den Ausbildungsmarkt. Zumindest könne auf Grundlage der Zahlen aus ihrem Haus keine Rede davon sein, dass die Arbeitgeber der Region zu wenig ausbilden. „Seit Jahren sind am Ende des Ausbildungsjahres deutlich mehr Stellen unbesetzt als Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Und bislang spricht alles dafür, dass dies auch diesmal so sein wird.“ Insgesamt meldeten Arbeitgeber aus Stadt und Landkreis der Agentur seit Oktober 2.414 Ausbildungsstellen, 2.276 junge Leute aus der Region wollten sich im gleichen Zeitraum von der Berufsberatung bei der Suche nach einer Lehrstelle helfen lassen. Derzeit zählen die Statistiker in und um Koblenz 1008 unbesetzte Lehrstellenangebote, denen 860 unversorgte Bewerber gegenüber stehen. Dass die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage tatsächlich noch viel größer ist, erklärt Ulrike Mohrs so: „Erfahrungsgemäß lassen junge Leute sich etwas mehr Zeit, um sich bei uns abzumelden - oder sie vergessen es ganz. Deshalb gehen wir davon aus, dass eine ganze Reihe der unversorgten Bewerber, die derzeit in der Statistik geführt werden, tatsächlich längst eine Ausbildungsstelle gefunden haben. Andere wollen doch lieber weiter zur Schule oder an die Uni gehen.“ Um die Lage besser einschätzen zu können, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsberatung in den nächsten Wochen beginnen, alle noch registrierten Bewerber anzurufen, um den aktuellen Stand abzufragen.

Daneben, so Mohrs, gehe natürlich die Vermittlung in Ausbildung weiter. „Noch gibt es für Betriebe und Jugendliche viele Möglichkeiten - auch wenn Traumjob oder Traumbewerber vielleicht nicht mehr ohne Weiteres zu finden sind. Mit ein wenig Kompromissbereitschaft und gutem Willen auf beiden Seiten sind aber noch tolle Verbindungen möglich. Allerdings sollten sich alle, die bislang nicht zum Zug gekommen sind, sputen. Denn je näher der Ausbildungsbeginn rückt, umso schwieriger wird es.“

Pressemitteilung der Agentur

für Arbeit Koblenz-Mayen

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