Gewerkschaft der Polizei, Kreisgruppe Mayen, tagte in Faid
Bessere Arbeitsbedingungen für Ordnungshüter gefordert
Faid. So manches heißes Eisen beschäftigte die Gewerkschaft der Polizei, Kreisgruppe der Polizeidirektion Mayen, bei ihrer Tagung im Gasthaus Fritzen. In seinem Geschäftsbericht ließ der Vorsitzende Marco Christen, Polizeiinspektion Adenau, die zahlreichen Aktivitäten der 189 Mitglieder starken Kreisgruppe Revue passieren. Gleichzeitig stellte man die Kandidaten für den Gesamt- und den Hauptpersonalrat auf, die auf Präsidial- und auf ministerieller Ebene eine wichtige Arbeit für alle Polizeibeschäftigten leisten. Ferner schaltete man Mitglieder-Infos mit personalratsbezogenen Themen unter dem landesweiten Motto „Gemeinschaft gewinnt“. Vor allem durch die jüngsten Abschlüsse wurde diese Thematik aktuell, zumal die Beamten in Rheinland-Pfalz von der allgemeinen bundesweiten Besoldungsstruktur abgehängt wurden. Eine große Gerechtigkeitslücke zulasten der Beamten“, monierten die Gesetzeshüter. In seiner weiteren Stellungnahme unterstrich Marco Christen, dass in der eigens für die Wahl gestartete GDP-Zeitschrift auch vorgeschlagen werden soll, die jetzige blaue Uniform durch eine gute Winterbekleidung zu ergänzen. Dazu gehört auch, wie das in allen anderen Bundesländern guter Standard ist, den Ordnungshütern auch eine bessere Uniform zur Verfügung zu stellen, denn „beispielsweise bei Beerdigungen sehen die „Schaff-Klamotten“ einfach unmöglich aus. Wir musten uns sogar schon bei den hessischen Kollegen für solche Zwecke eine bessere Ausstattung ausleihen“, kritisierten die GDP-Mitglieder. Im Argen liegt auch der Zustand des sogenannten „Hauses-C am Nürburgring“, wo eine menschenwürdige Unterbringung nicht mehr so ohne Weiteres möglich ist. Dass die GDP-Landesspitze diese Probleme nicht nur vom „grünen Tisch“ verfolgt, zeigte der Besuch des stellvertretenden Landesvorsitzenden Werner Gabler bei den Inspektionen in Cochem und in Mayen. Zu der Gewerkschaftsarbeit eines Vorsitzenden gehört natürlich auch die Teilnahme von Veranstaltungen, Seminaren und Arbeitsgruppen und bei den Fachausschüssen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, für die Kriminalpolizei oder für Beamten- und Besoldungsrecht. Besucht wurden auch Diskussionen oder der DGB, um über das leidige Thema der Kennzeichnungspflicht zu diskutieren, die auch heute noch allenthalben bedauert wird, denn daraus spricht das Misstrauen der Politik gegenüber den Polizeibeamten. Auch die Senioren sind nach wie vor rege, was sie im GDP-Landesdelegiertentag bewiesen. Positiv aufgenommen wurde die gemeinsame „Nusseckenaktion“ mit der Bezirksgruppe Koblenz, da für alle an Weihnachten diensttuenden Ordnungshütern Gebäck verteilt wurde. Ministerpräsidentin Malu Dreyer wurde jetzt angeschrieben, damit die Erschwerniszulagen verbessert werden wollen. Man darf gespannt sein. Es folgten auch Gespräche mit Landespolitikern aller Couleur. Ein wichtiges gewerkschaftliches Problem ist die ungerechte Besoldungsdeckelung für RLP-Beamte von einem Prozent, die aktuelle Personalsituation auf den Polizei-Dienststellen oder auch die Freie Heilfürsorge. Zugegen war auch der Vorsitzende des Gesamtpersonalrates, Gerhard Jung, der die landesweiten Problembereiche wie Optimierung von Kommissariaten, die Drogenkriminalität, die zunehmenden Einbrüche, das Bandenunwesen, das Personal und die Beförderungssituation und die anderen vielfältigen „Juckepunkte“ ansprach, die den Polizisten unter den Nägeln brennen, ansprach. Er will auch dem Ministerium vorschlagen, einen Landespolizeibeauftragten zu installieren, denn damit würde diese blödsinnige Kennzeichnungspflicht obsolet.
