Fußball-Rheinlandliga, 23. Spieltag
Damir Mrkalj: Es war einfach an der Zeit
aus Kottenheim
SV Eintracht Mendig feierte gegen den Favoriten SG 2000 Mülheim-Kärlich einen überraschenden 1:0 (1:0)-Sieg
Mendig. Damit hatte im Vorfeld wohl niemand gerechnet: Am 23. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga sicherte sich der SV Eintracht Mendig mit einem 1:0 (1:0) über den Tabellenvierten SG 2000 Mülheim-Kärlich drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Während die Hausherren vor der Englischen Woche über dem Strich stehen, rücken die leisen Aufstiegshoffnungen der Gäste in weite Ferne. Vor 150 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße gelang dem französischen Torjäger Brice Braquin auf Vorlage von Leonard Zerwas im Dauerregen der entscheidende Treffer (38.).
„Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass ich es leid bin. Dass ich es leid bin, dass wir nach Spielen wie zu Hause gegen Wittlich oder zuletzt beim Ahrweiler BC Schulterklopfer bekommen. Es ist der Wahnsinn, wie ihr gegen die großen Teams auftretet und dann am Ende nichts in der Hand habt“, gab Eintracht-Trainer Damir Mrkalj nach aufregenden 96 Minuten sein Seelenleben preis. „Ich habe den Jungs gesagt, dass ich nicht mehr kann, dass ich müde bin. Wir müssen das Ding heute ziehen. Mir war nach der Trainingswoche klar, dass wir an der Reihe sind, einen Großen zu schlagen. Und es ist uns verdientermaßen gelungen. Es war einfach an der Zeit.“
Es hätte aber auch in die andere Richtung gehen können. In der sechsten Minute spielte der ansonsten starke Max Bernads einen zu kurzen Rückpass auf Schlussmann Nico Fogolin. SG-Kapitän Daniel Aretz spritzte dazwischen, doch der junge Torhüter rettete mit einer großartigen Parade. Eine Freistoßflanke von Aretz köpfte Hendrik Hillen aus kurzer Distanz über den Kasten (11.). Nachdem Nikolas Groß ein Fehler im Aufbauspiel unterlaufen war, lenkte Fogolin den Schuss von Tom Burscheid mit den Fingerspitzen um den linken Pfosten (19.).
Wie aus heiterem Himmel traf Braquin sieben Minuten vor dem Pausenpfiff der souveränen Schiedsrichterin Antonia von Kölichen aus Rheinbreitbach zum 1:0. Diesem Angriff waren 22 Kontakte der Mendiger vorausgegangen. „Das zeigt, dass wir auch mit Ball einen hervorragenden Fußball spielen können und uns diese Aktion genau so zurechtlegen“, blickte Mrkalj zurück. Glück hatten die Gastgeber 60 Sekunden später, als Mittelstürmer Martin Jacobs einen Kopfball aus drei Metern über das Tor bugsierte.
Nach Wiederanpfiff wurde der Druck des Favoriten immer größer, die Entlastung der Gastgeber hingegen weniger. Innerhalb von fünf Minuten verzeichnete Mülheim-Kärlich fünf Ecken, davor und danach köpften die drei Innenverteidiger Pascal Zimmer, Kodai Stalph und Alexej Eberhardt unzählige Bälle aus der Gefahrenzone. „Natürlich kannst du nicht alles über 90 Minuten zu 100 Prozent wegverteidigen gegen eine so qualitativ hochwertige Mannschaft. Wir haben uns reingeworfen, alles wurde geblockt, wir haben Zähne gezeigt. Wenn der Gegner was hatte, lag es an kurzen individuellen Schwächemomenten unsererseits“, erklärte Mrkalj. „Wir haben nichts zugelassen, Mülheim-Kärlich hatte kaum Platz zum Atmen.“
Dennoch wäre in der vierten der sechsminütigen Nachspielzeit fast noch der Ausgleichstreffer gefallen, doch SG-Offensivkraft Jacobs brachte das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern links neben das Tor zu schießen. Als fairer Verlierer zeigte sich der SG-Übungsleiter. „Uns hat heute einfach die letzte Überzeugung gefehlt“, fasste Nenad Lazarevic den Auftritt seiner Mannschaft zusammen. „Normalerweise machen wir immer ein Tor, diesmal aber nicht. Stattdessen wurden wir hinten für eine von zwei Unachtsamkeiten bestraft. Wie so oft.“
SV Eintracht Mendig: Nico Fogolin, Michael Koch, Pascal Zimmer, Kodai Stalph, Alexej Eberhardt, Nikolas Groß, Max Bernads, Matthias Wengenroth, Carsten Thelen (90. + 4 Adrian Medic), Leonard Zerwas (73. Jason Weber), Brice Braquin (90. + 2 Tim Montermann).
SG 2000 Mülheim: Marc Reifenschneider, Tom Burscheid (62. Christoph Fritsch), Tizian Sauer, Christian Scheu, Niklas Ternes, Hendrik Hillen (76. Elias Mohebzada), Lauro Männchen, Tom Weis (76. Fuß), Pascal Steinmetz, Martin Jacobs, Daniel Aretz.
Schiedsrichterin: Antonia von Kölichen (Rheinbreitbach).
Zuschauer: 150.
Tor: Brice Braquin (38.).
Nächste Aufgaben für den SV Eintracht Mendig: am Mittwoch, 18. März, um 19.30 Uhr beim SV Laubach und am Sonntag, 22. März, um 15 Uhr gegen den TuS Kirchberg.
Nächste Aufgaben für die SG 2000 Mülheim-Kärlich: am Sonntag, 22. März, um 15 Uhr beim FV Rübenach und am Mittwoch, 25. März, um 20 Uhr gegen die Spvgg Wirges. SK
