Allgemeine Berichte | 01.06.2014

Bischof Dr. Stephan Ackermann eröffnete Veranstaltungsreihe auf Schloss Bürresheim

„Der christliche Glaube - Dichtung oder Wahrheit?“

Nach dem Vortrag nutzten die Besucher und der Bischof (h.M.r.) die Gelegenheit eines Meinungsaustausches im Schloss-Innenhof. PRESS

St. Johann-Bürresheim. „Veranstaltungssommer auf Schloss Bürresheim - Wir machen Geschichte lebendig!“ - Dass dieses Versprechen auch im siebten Jahr mit Leben erfüllt wird, dafür sorgte diesmal der Diözesan-Bischof des Bistums Trier, Dr. Stephan Ackermann. Als gebürtiger „Mayener Jung“ hatte er vor großem Publikum ein echtes Heimspiel. Den kurfürstlichen Streit von Trier und Köln um Schloss Bürresheim erwähnte er schmunzelnd nur mit einem Satz: „Die Kölner Burg ist lange schon eine Ruine, die Trierer Burg steht noch ...“ Zu seinem Vortrags-Thema „Der christliche Glaube - Dichtung oder Wahrheit?“ benannte der Bischof zunächst drei kritische Beobachtungen: 1. Berthold Brecht hat in seinem Spottgedicht „Peinlicher Vorfall“ den Glauben als ein Zeichen von Schwäche, für die man sich schämen muss, dargelegt. 2. „Glaube verwirrt das Denken - oder auch Leben“, hat der Bischof von Erfurt noch vor einiger Zeit an die Philosophie der ehemaligen DDR erinnert. 3. Menschen empfinden mitunter Glauben als Drohung.

Dabei haben manche weiger Angst vor Gott, sondern vor „übergläubigen“ Heuchlern, Pharisäern und deren zum Teil unredlichem Wirken.

Dichtung oder Wahrheit?

„Mit Wahrheit hat dies nichts zu tun“, stellte Bischof Ackermann die Überleitung her zum Begriff „Dichtung“, die eine Form sei, Wirklichkeit zu beschreiben. „Gleichnisse, die Jesus erzählte, waren auch Dichtung in diesem Sinne. Wahrheit ist kein Gegensatz zu Dichtung. Sie gliedert sich auf in Tatsachen-Wahrheit (bekannt aus der Mathematik) und die Wahrheit, die ich auf meinem Weg erlebe.

Glaube ist nicht allein „erlernbar“, sondern bedarf persönliche Erfahrungen, festgemacht nicht an Sachen, sondern an Menschen.“ Glauben sei immer auch ein „Wir“-Glauben, nicht „ich glaube“. Wichtig ist, mit eigenen Erfahrungen nicht allein zu bleiben, sondern mit anderen gemeinsam auf dem Weg zu sein. Ob Liebe, Vertrauen und Vergebung „Wahrheit“ sind, können nur persönliche Erlebnisse zeigen.

Glauben als „ergreifende“ Option

Abschließend stellte Bischof Ackermann fest: „Glaube bleibt ein Angebot, ein Vorschlag. Wir, die Kirche haben Erfahrungen gemacht und bieten diese an. Zeitgenossen sprechen hierbei von ‚Option für die eigene Grundüberzeugung‘. Auslöser dafür, den Glauben zu ’begreifen‘, ist oft ein ‚ergreifendes‘ Erlebnis auf unserem Lebensweg. Daraus ergibt sich aber auch die persönliche Verpflichtung, sich zum erlebten Glauben zu bekennen“, schloss der Bischof sein Fazit „nicht als moralisches Muss, sondern als logische Konsequenz. Sonst lebt man an der Wahrheit vorbei“.

Als „Lehrstunde des Glaubens“ bezeichnete Dieter Dierkes (Initiator der Vortragsreihe) mit einem Dank an Bischof Dr. Stephan Ackermann den „erlebenswerten“ Start in den Veranstaltungssommer auf Schloss Bürresheim und überreichte ihm ein weinhaltiges und spargelgenüssliches Erinnerungspräsent aus der hiesigen Heimat des Bischofs. Für die veranstaltende „Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pfalz“ versicherte Generaldirektor Thomas Metz noch manchen kulturellen Leckerbissen im Veranstaltungs-Sommer auf Schloss Bürresheim.

Bischof Dr. Stephan Ackermann stellte den Glauben als „Option für die eigene Grundüberzeugung“ dar.

Bischof Dr. Stephan Ackermann stellte den Glauben als „Option für die eigene Grundüberzeugung“ dar.

Nach dem Vortrag nutzten die Besucher und der Bischof (h.M.r.) die Gelegenheit eines Meinungsaustausches im Schloss-Innenhof. Fotos: PRESS

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