Allgemeine Berichte | 21.08.2013

Zwei Brüder die Mayen sportlichen Glanz verliehen

Ehrende Gedenktafel für Spitzenathleten wurde an ihrem Elternhaus enthüllt

Ehrende Gedenktafel für Spitzenathleten wurde an ihrem Elternhaus enthüllt

Mayen. Fast ein halbes Hundert sportbegeisterter Mayener Bürgerinnen und Bürger, Vertreter des Stadtrates, des Sportausschusses und der Sport treibenden Vereine, hatten sich in der Bachstraße 34 an einem ganz besonderen Hause, dem Elternhaus der Spitzenathleten Günther und Bert Steines eingefunden, um der Enthüllung einer Gedenktafel, mit den großen Erfolgen der Sportler, durch Mayens Bürgermeister Rolf Schumacher und den Laudatoren und ebenfalls bekannten Spitzensportler, Armin Baumert, beizuwohnen. Dies drückte die Verbundenheit mit und den Stolz der Mayener, darunter auch Nachbarn und sportliche Wegbegleiter, über die „Steines Brüdern“ aus. Besonders freute sich darüber deren angereiste Familien, darunter Petra Steines, die Tochter von Bert Steines und Britta Walter, die Tochter von Günther Steines. Berts Tochter Petra, selbst als Sportlehrerin aktiv, erinnerte sich, dass sie immer aus dem Fenster des Hauses schaute, als damals die Menschen noch in Scharen zum nahe gelegenen Kino, dem legendären „Anker Theater“ strömten. Auch ihre Tochter Jana, trat in die Fußstapfen von Opa Bert. Sie ist nämlich Leichtathletin und Hessen-Meisterin im Hürdenlauf.

Mayener Sportgeschichte

„Dieses Areal, ja dieses Haus könnte man mit Fug und Recht als Ort besonderer Mayener Sportgeschichte bezeichnen“, freute sich Bürgermeister Rolf Schumacher, der den Sport allgemein als einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Eifelstadt bezeichnete. Es sei eigentlich dem Ratsmitglied Peter Wilbert zu verdanken, dass diese Feierstunde heute stattfinden könne, denn dieser hatte vehement überzeugend auf die Bedeutung der beiden Ausnahmeathleten Günter und Berthold Steines für die Sportgeschichte und den damit verbundenen kulturhistorischen Hintergrund für Mayen hingewiesen. „Wir jubeln vor dem Fernseher, wenn ein Deutscher Sportler eine Medaille erringt. Heute, 2013, ist es Moskau - damals 1952 war es für die Brüder Steines und viele Mayener Fans Helsinki. Denn unsere, heute geehrten Mayener Athleten verzeichneten in den Jahren 1948 bis 1956 sensationelle Erfolge. Viele davon sind auf der Gedenktafel verewigt“, so der Bürgermeister. Franz Josef Kaes, der ehemals als Nachbarsjunge einen Steinwurf vom Hause Steines wohnte zu „Blick aktuell“: "Mir können stolz sain off dee zwei echte Mayena Junge. De hann oos Stadt würdesch en da Welt verdrähde unn üwerall bekannt jemaacht“. Karin Mauracher, die nun seit 33 Jahren in der Sportler Elternhaus wohnt, schwärmt in höchsten Tönen: „Ich habe sogar noch ein Kaffeeservice von der Familie Steines. Die halte ich in Ehren und hüte sie wie meinen Augapfel“.

Motivation für sportliche Talente

Und eines ist klar: In den Mayener Vereinen gibt es auch heute eine Vielzahl von sportlichen Talenten, die Vorbilder suchen und brauchen, die von ähnlichem Idealismus geprägt sind, wie die beiden Steines Brüder es einst waren. Denn diese haben auf ihre Weise Leistungen erfüllt, die noch immer andere motivieren können. Und viele der anwesenden Zeitzeugen erinnerten sich: „Wenn die Steines Brüder nach ihren Erfolgen nach Hause kamen, dann wurden sie am Ostbahnhof von den Mayenern wie Staatsgäste empfangen, und dann war vor Freude der Teufel los“. Laudator Armin Baumert, vielfacher Deutscher Meister im Weitsprung, der sich als Leiter des Olympiastützpunktes Berlin, als Vorsitzender der Nationalen Anti-Doping Agentur sowie als Spitzensportler und Funktionär große Verdienste für einen humanen Leistungssport erworben hat, brachte es auf den Punkt: „Dies ist ein Anlass der zwar spät kommt aber doch noch zur rechten Zeit. Die Stadt Mayen hat sich besonnen, diese hervorragenden Athleten der Nachkriegszeit gebührend zu ehren. In der heutigen Zeit besonders lobenswert, weil sonst die Erinnerungen verblassen. Aber, wenn diese Tafel am Haus in der Bachstraße bei den Spaziergängern ins Blickfeld rückt, dann werden sie sehen, dass in dieser Stadt große Sportler wie die Gebrüder Steines gelebt haben. Ähnlich wie die Fußball-Weltmeister 1954, Deutsche Sportler die im Ausland erfolgreich waren, und Deutschland wieder aus den Trümmern hervor gehoben haben. Der Name Steines ist ein Qualitätsbegriff geworden“, so Baumert. Günther verstarb am 3. Juni 1983 und Bert am 21. September 1998. Aber die Erinnerung an die Beiden wird in Mayen Bestand haben.

Die großen Erfolge:

Günther Steines: 1949: Studenten Weltmeister über 800 Meter; 1950: Deutscher Meister 800 Meterlauf; Deutscher Meister viermal 400 Meter Staffel; 1951: Deutscher Meister 800 Meterlauf; 1952: Bronzemedaille viermal 400 Meter Staffel mit Europarekordzeit und Sechster über 800 Meter Olympische Spiele Helsinki; 1953: Deutscher Meister viermal 400 Meter Staffel. Berthold (Bert) Steines: 1951: Deutscher Meister 200 Meter Hürdenlauf; 1953: Deutscher Meister 200 Meter Hürdenlauf; Studenten Weltmeister 110 Meter Hürdenlauf; 1954: Deutscher Meister 110 Meter und 200 Meter Hürdenlauf; Bronzemedaille Europa-Meisterschaften 110 Meter Hürdenlauf; 1955: Deutscher Meister 110 Meter und 200 Meter Hürdenlauf; 1956: Deutscher Meister 200 Meter Hürdenlauf; Teilnahme 110 Meter Hürdenlauf Olympische Spiele Melbourne.

Rolf Schumacher, Petra Steines (Tochter von Bert), Britta Walter (Tochter von Günter) sowie Laudator Armin Baumert (v.li.).

Spitzensportler Berthold (Bert) Steines.

Ehrende Gedenktafel für Spitzenathleten wurde an ihrem Elternhaus enthüllt
Ehrende Gedenktafel für Spitzenathleten wurde an ihrem Elternhaus enthüllt

Spitzensportler Günter Steines.

Spitzensportler Günter Steines.

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