Monteverdis Marienvesper in Maria Laach
Ein Meilenstein der Kirchenmusik
Am 5. Oktober , 17 Uhr
Maria Lach. 1610 wurde Claudio Monteverdis „Vespro della Beata Vergine“ in Venedig uraufgeführt und ist seitdem Sinnbild für den Aufbruch in eine neue Ära der Kirchenmusik. Ausgehend von der jahrhundertealten Rezitationsweise der Psalmen schuf er eine Musik von bis dahin ungekannter konzertanter Virtuosität, die vielfältiger im Ausdruck nicht sein kann - vom intimen Solo mit Lautenbegleitung bis hin zur repräsentativen Mehrchörigkeit. Dabei mischt er gekonnt die Kompositionspraxis der streng an den Regeln der Harmonielehre orientierten „prima prattica“ mit den Errungenschaften der textausdeutenden „seconda prattica“, ein zur damaliger Zeit unvorstellbarer Stilbruch. Dieses Meisterwerk allerdings seiner ursprünglichen Bestimmung nach im Gottesdienst erklingen zu lassen, gehört heute zur absoluten Ausnahme. Im Rahmen einer feierlichen Pontifikalvesper wird die Marienvesper am Sonntag, 5. Oktober, um 17 Uhr in der Abtei Maria Laach aufgeführt. Den Part der Gregorianikschola übernehmen die Mönche der Abtei, die anspruchsvollen Psalmvertonungen werden vom Kammerchor Neuwied gesungen, die Gemeinde antwortet mit den Vesperantiphonen. Begleitet werden die Ensembles von den Alte-Musik-Spezialisten der „Accademia filarmonica Köln“ auf einem farbenreichen Originalinstrumentarium der Monteverdi-Zeit. Der Gemeindegesang wird um 14:30 Uhr geprobt. Zur Vorbereitung kann das Notenmaterial der gregorianischen Versperantiphonen kostenfrei unter www.kammerchor-neuwied.de bestellt werden. In einem anschließenden Einführungsvortrag um 15:30 Uhr in der Infohalle wird die Bedeutung der Marienvesper für die Entwicklung der abendländischen Kirchenmusik noch einmal in anschaulicher Weise verdeutlicht. Da die Aufführung eines solch umfangreichen Werkes mit hohem finanziellen Aufwand verbunden ist, für die Teilnahme an der Vesper aber keinen Eintritt verlangt werden soll, wird am Ausgang um großzügige Spenden gebeten.
