Politik | 05.07.2026

Klimawandel ist auch in Mayen Realität

FWM: Hitzewelle zeigt Handlungsbedarf – Bei Trinkbrunnen und Klimaanpassung umdenken

Trinkbrunnen in Kottenheim: Während viele Kommunen solche Angebote längst umgesetzt haben, gibt es öffentliche Trinkbrunnen in Mayen bislang nicht.

Mayen. Die jüngste Hitzewelle hat erneut deutlich gemacht: Der Klimawandel ist auch in Mayen längst spürbar angekommen. Wissenschaftliche Prognosen zeigen, dass Hitzeperioden und andere Extremwetterereignisse künftig häufiger und intensiver auftreten werden. Neben dem Klimaschutz muss deshalb auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels endlich einen deutlich höheren Stellenwert in der kommunalen Politik erhalten.

Nach Auffassung der Freien Wähler Mayen (FWM) ist dieser Bereich in den vergangenen Jahren nicht mit der notwendigen Konsequenz vorangetrieben worden. Dabei geht es um Maßnahmen, die unmittelbar dem Schutz der Gesundheit, der Lebensqualität und der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt dienen. Hierzu gehören unter anderem eine nachhaltige Begrünung der Innenstadt, die Entsiegelung geeigneter Flächen, zusätzliche schattige Aufenthaltsbereiche und öffentliche Trinkbrunnen.

Trinkbrunnen sind kein Luxus, sondern Daseinsvorsorge

Gerade Trinkbrunnen sind eine vergleichsweise einfache, kostengünstige und zugleich wirkungsvolle Maßnahme der Klimaanpassung. Während zahlreiche Städte in den vergangenen Jahren entsprechende Angebote geschaffen haben und diese sich insbesondere während der jüngsten Hitzewelle bewährt haben, bleibt Mayen bislang untätig.

Für die FWM ist deshalb nicht nachvollziehbar, dass Oberbürgermeister Dirk Meid und die Stadtverwaltung die Einrichtung öffentlicher Trinkbrunnen im Kernstadtbereich bislang grundsätzlich ablehnen. Als Begründung werden unter anderem Wartungs- und Kontrollkosten angeführt. Selbstverständlich müssen öffentliche Trinkbrunnen regelmäßig gewartet und die Wasserqualität entsprechend den gesetzlichen Vorgaben überwacht werden. Zahlreiche Städte erfüllen diese Anforderungen seit Jahren erfolgreich. Für die Freien Wähler stellt sich daher die berechtigte Frage, warum dies ausgerechnet in Mayen nicht möglich sein soll.

Wer die Folgen zunehmender Hitze ernst nimmt, sollte auch bereit sein, vergleichsweise einfache und bürgernahe Maßnahmen umzusetzen. Trinkbrunnen sind kein Luxus, sondern ein sichtbarer Beitrag zum Gesundheitsschutz, zur Aufenthaltsqualität und zur Attraktivität der Innenstadt. Gerade ältere Menschen, Familien mit Kindern sowie Besucherinnen und Besucher profitieren an heißen Tagen von einem unkomplizierten Zugang zu kostenlosem Trinkwasser.

Die FWM erwartet deshalb, dass Oberbürgermeister und Verwaltung ihre bisherige ablehnende Haltung überprüfen und das Thema Trinkbrunnen erneut auf die politische Tagesordnung setzen. Die Erfahrungen der vergangenen Hitzewelle haben deutlich gezeigt, dass es hierbei nicht um Symbolpolitik, sondern um eine konkrete und für alle Bürgerinnen und Bürger unmittelbar spürbare Maßnahme der Klimaanpassung geht.

Klimaanpassung braucht eine klare Strategie

Für die Freien Wähler in Mayen steht fest: Klimaschutz und Klimaanpassung werden in den kommenden Jahren zu den zentralen Zukunftsaufgaben jeder Kommune gehören. Dabei reicht es nicht aus, einzelne Maßnahmen umzusetzen. Vielmehr braucht es eine langfristige Strategie, die unterschiedliche Handlungsfelder miteinander verbindet und konsequent weiterentwickelt.

Dass hierfür fachliche Unterstützung erforderlich ist, zeigt auch das aktuelle Förderprogramm „Innenstadt-Impulse“. Im Handlungsfeld „Aktive Innenstadt“ können ausdrücklich Beratungsleistungen zur Klimaanpassung gefördert werden. Die FWM regt deshalb an zu prüfen, ob die Einrichtung einer geförderten Stelle für ein kommunales Klimaanpassungsmanagement sinnvoll wäre. Angesichts der schwierigen Haushaltslage der Stadt wäre dies besonders interessant, da die Personalkosten in den ersten beiden Jahren vollständig gefördert werden können.

Ein kommunales Klimaanpassungsmanagement könnte die vielfältigen Maßnahmen strategisch bündeln und koordinieren. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Erarbeitung und Fortschreibung eines Klimaanpassungskonzepts, die Bewertung örtlicher Risiken, die Einwerbung von Fördermitteln, die Vernetzung mit Behörden, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie die Information und Beratung der Bürgerschaft. Ebenso wichtig ist die dauerhafte Verankerung von Klimaanpassungsmaßnahmen in der kommunalen Planung.

Jetzt die richtigen Lehren ziehen

Für die Freien Wähler Mayen ist klar: Klimaanpassung ist längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern eine aktuelle kommunale Pflichtaufgabe. Die Stadt muss jetzt die richtigen Lehren aus den zunehmenden Hitzeperioden ziehen. Wer heute in Begrünung, Entsiegelung, Trinkbrunnen und eine strategische Planung investiert, schützt die Gesundheit der Menschen, stärkt die Lebensqualität und macht Mayen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels. Klimaanpassung darf deshalb nicht länger aufgeschoben werden – sie muss endlich zu einem politischen Schwerpunkt der Stadt werden.

Pressemitteilung FWM: 05.07.2026

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Trinkbrunnen in Kottenheim: Während viele Kommunen solche Angebote längst umgesetzt haben, gibt es öffentliche Trinkbrunnen in Mayen bislang nicht. Foto: Hans-Georg Schönberg

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