Katholischer Frauenbund Mayen
Gelungene Studienreise nach Oberschwaben
Mayen. Das Ziel der bereits 20. Studienreise des Katholischen Frauenbundes lag in Oberschwaben, wo die Gruppe von 38 Frauen fünf Tage lang zu Gast im Bildungshaus des Klosters Roggenburg im Landkreis Neu-Ulm war. Nach Aufhebung des Klosters in der Säkularisation kehrte der Orden der Prämonstratenser im Jahr 1982 wieder in die mächtige barocke Klosteranlage zurück und bemühte sich seitdem erfolgreich um die Sanierung. Die junge Chorherrengemeinschaft ist vor allem in der Pfarrseelsorge tätig. Sehr aufschlussreich waren eine Führung im Kloster und in der prachtvollen Klosterkirche, als sich bei einem Orgelkonzert Musik und Bauwerk zu einem Gesamtkunstwerk vereinten. Von diesem reizvollen Domizil aus startete die Gruppe zu vielen Unternehmungen. So war auch eine Fahrt zur Benediktinerabtei Ottobeuren mit einer der schönsten Barockkirchen Süddeutschlands geplant, die in diesem Jahr ihr 1250. Gründungsjubiläum feiert. Die Basilika beherbergt ungezählte Kunstwerke, die der Gruppe bei einer guten Führung nähergebracht wurden. Auch die historische Altstadt von Blaubeuren, als Perle der Schwäbischen Alb bezeichnet, wurde mit einer Stadtführung erkundet. Herrschaftliche, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. In der vollständig erhaltenen Klosteranlage, die 1085 als Benediktinerkloster gegründet wurde, befindet sich eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Mittelalters, ein spätgotischer doppelflügeliger Hochaltar, der wie durch ein Wunder nicht der Säkularisation zum Opfer fiel. Natürlich gehörte auch der Blautopf, die sagenumwobene, 21 Meter tiefe Karstquelle, zum Besichtigungsprogramm. Weitere Fahrten führten in die ehemals Freien Reichsstädte Memmingen und Ulm, die beide auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Noch heute bezeugen viele architektonische Meisterwerke die wirtschaftliche und kulturelle Blüte der mittelalterlichen Handelsstädte. Im Ulmer Münster, einer der größten und schönsten gotischen Kirchen Deutschlands, dessen Turm mit 161 Metern der höchste der Welt ist und seit Jahrhunderten Stadt und Region prägt, beeindruckten die zahlreichen Meisterwerke der Spätgotik sowie ein Orgelkonzert auf der großen Orgel mit 9000 Pfeifen. Im bedeutendsten Teil der Ulmer Altstadt, dem Fischer- und Gerberviertel mit seinen alten Gassen, laden viele gastronomische Betriebe und kleine Geschäfte zum Verweilen ein. Hier wurde die verbleibende freie Zeit gerne verbracht. Den Fronleichnamstag konnte die Gruppe im Kloster Roggenburg mitfeiern. Beginnend mit einem festlichen Hochamt in der Klosterkirche schloss sich eine feierliche Prozession rund um das Klosterareal an, begleitet von einer Trachtenkapelle, Fahnenabordnungen und Chorgesang - ein erhebendes Ereignis, das die Reise bereicherte und dem Festtag eine besondere Prägung gab. Im reizvollen Örtchen Stoffenried wurde ein Märchen aus vergangener Zeit Wirklichkeit. Hier gibt es die Kreisheimatstube, alte Fachwerkhäuser, die mit Liebe zum Detail vollständig eingerichtet sind und in denen man sehr anschaulich das Leben der Bauern im 18. und 19. Jahrhundert nachvollziehen kann. Im Anschluss an die Besichtigung gab es im historischen Ambiente ein köstliches Mahl, im Holzbackofen zubereitet mit Produkten aus der Region, selbst gebackenem Brot und selbst gebrautem Bier. Erwähnenswert ist auch das festliche Abschiedsabendessen im Klostergasthof mit anschließender Weinverkostung. Pater Gilbert stellte der Gruppe ausgesuchte Weine aus namhaften Klostergütern vor. So endete die Zeit in Roggenburg mit einem Glanzpunkt, der dem 20-jährigen Jubiläum geschuldet war. Alle, die dabei waren, werden sich gerne an diese Reise erinnern.
