Erfolgreiche Premiere der Burgfestspiele an neuer Spielstätte
Großer Jubel um die Bremer Stadtmusikanten
Mayen. Vieles ist neu bei den diesjährigen Burgfestspielen in Mayen, vor allem natürlich die Spielstätte vor der Herz-Jesu-Kirche. Dort hob sich am Sonntag der Vorhand zur ersten Premiere der Spielzeit 2026 für die Bremer Stadtmusikanten. Am Ende gab es einen langanhaltenden, donnernden Applaus für die Spieler/innen, die ihr Publikum verzauberten. Und die Spielstätte an der Herz-Jesu-Kirche macht ebenfalls Lust auf mehr.
Alexander May hatte als Regisseur die Handlung des bekannten Märchens ein wenig modernisiert und entstaubt. An der Aufmerksamkeit des Publikums war zu erkennen, dass dieser moderne Transfer bei allen Altersgruppen gut ankam. Esel, Hund, Katze und Hahn waren die Attraktionen eines Freizeitparks, der wirtschaftlich unrentabel geworden ist. Der neue Besitzer möchte die Tiere ausstopfen und durch moderne Roboter ersetzen lassen. Bevor der Tierpräparator jedoch Hand anlegen kann, machen sich die vier auf den Weg nach Bremen, den das Grundprinzip des Grimm‘schen Märchens „Etwas besseres als Tod findest Du überall“ hat natürlich Bestand. Und damit nimmt das Spiel um Freundschaft und Miteinander seinen Lauf.
Spielfreude überträgt sich
Die Spielfreude der Akteur/innen überträgt sich schnell auf das Publikum. Sei es der depressive Esel (Christian Miedreich) mit kaputtem Rücken, der nach Aufmerksamkeit lechzende Hund (Martin Clausen), die egozentrische und zunächst sehr egoistische Katze (Rosaly Oberste-Beulmann) oder der schräge Hahn (Marlon Hangmann), sie alle faszinieren vor allem das junge Publikum von Anfang an. Dies merkt man besonders, wenn die Tiere Hilfe vom Publikum einfordern und sich der Unterstützung des Publikums versichern. Ein hundertfaches „Ih-Ahh“, „Wau-Wau“, „Miau“ und „Kikerikiii“ erschallt zur Unterstützung von den Rängen, als sich die vier durch das tolle Bühnenbild des Waldes bewegen und nach einer Bleibe suchen.
Hommage an Mario Adorf
Maria Sommer in Cowboy-Look mit mächtigem Schnauzer beeindruckt als neuer Eigentümer des Freizeitparks. So sehr, dass sie im anschließenden Theaterfest von der fünfjährigen Mia aus Ettringen gefragt wurde, warum sie eigentlich die Tiere ausstopfen wollte, obwohl diese doch so lieb und hübsch seien. Auch da zeigte sich Maria Sommer als dem Publikum sehr zugewandt und erklärte, dass dies wohl wirklich keine gute Idee gewesen sei und es zum Glück für alle gut ausgegangen sei.
Den guten Ausgang des Abenteuers verdanken die vier Protagonisten auch dem Tierpräparator (Fabien Stromberger), der von Anfang leicht chaotisch, aber sehr liebenswert daherkommt.
Ein ganz besonderes Highlight ist eine eingebaute Hommage an den kürzlich verstorbenen Mario Adorf, die ganz besonders den älteren Semestern auf der Tribüne ein seliges Lächeln auf das Gesicht gezaubert hat.
Mit diesem Rundum-Paket der guten Laune wurde die Messlatte für diese Spielzeit 2026 direkt zum Start sehr hochgelegt – das Publikum darf sich, in jeder Altersgruppe, auf einen großartigen Theaterspaß in neuer Umgebung freuen.
BLA
Viele Szenen sorgten für Lacher im Publikum.
