Lokalsport | 18.08.2014

Heinz Wölk feierte 75.Geburtstag

Neuendorfer Außenstürmer kam 1963 auf Empfehlung von Rudi Gutendorf

Heinz Wölk eingerahmt den TuS Legenden Georg Unkelbach und Adi Weiß bei einer Reise mit den Neuendorfern in Bulgarien im Sommer 1964. Vereinsarchiv TuS Koblenz

Koblenz. Koblenz. „Kennst Du den eigentlich noch? Na, wie hieß der denn, der kleine flinke Linksaußen da im ersten Regionalligajahr.“ So, oder so ähnlich fangen sie an, die Gespräche an den Fußballstammtischen rund um das Deutsche Eck. Und die TuS hat viele solcher Legenden in ihren Reihen. An dieser Stelle sollen die Jubeltage der ehemaligen Fußball-Größen in Erinnerung gerufen werden.

Den Anfang macht Heinz Wölk. Der in Pfaffendorf lebende ehemalige Regionalligakicker feierte vor Kurzem seinen 75. Geburtstag und erfreute sich bester Gesundheit. „Das macht die gesunde Luft hier im Rheintal“, scherzt der ehemalige Torjäger, um aber gleich anzufügen, dass er stolz ist, hier am Deutschen Eck eine neue Heimat gefunden zuhaben. Seit über 50 Jahren lebt er hier und fühlt sich zuhause. 1963 wechselte er vom TSV Marl-Hüls ins Schängelland. Dazu spielte er bereits beim FC Schalke 04 und Eintracht Gelsenkirchen.

In den sechziger Jahren standen in Fußballdeutschland Spieler aus der berühmten Schalker Fußballschule hoch im Kurs. So waren die Verantwortlichen der TuS Neuendorf optimistisch, als sie im Sommer 1963 mit Heinz Wölk einen ehemaligen Nachwuchsstürmer der Knappen unter Vertrag nehmen konnten. 1948 begann der am 9. August 1939 geborene Wölk bei den Sportfreunden Gelsenkirchen mit dem Fußballspiel. Recht schnell schaffte der Westfale erst den Sprung in die westfälische und kurz darauf auch in die von Dettmar Cramer trainierte deutsche Jugendauswahl. Als der Goalgetter mit dem Eintritt ins Seniorenalter auch in der ersten Mannschaft für Furore sorgte (49 Treffer in einer Saison), wurde er 1957 von Schalke 04 für die Amateurelf verpflichtet. Es folgten erfolgreiche Jahre in der Glückauf Kampfbahn, bevor der Weg, 1960 zum TSV Marl-Hüls führte. Auch hier sorgte der frischgebackene Ehemann mit seinen Toren bei dem Oberligaaufsteiger für den Klassenerhalt. Mit Einführung der Bundesliga zur Saison 1963/64 verschlug es den gelernten Werkzeugmacher ans Oberwerth. „Ich habe den Wechsel bis heute nicht bereut und hier am Deutschen Eck eine neue Heimat gefunden“, ist der in Pfaffendorf lebende Wölk noch heute glücklich über seinen damaligen Schritt. Rudi Gutendorf, er hatte im Jahr zuvor den TSV Marl-Hüls trainiert, bevor der zum Meidericher SV in die Bundesliga wechselte, hatte seinen Neuendorfern den entscheidenden Tipp gegeben.

Und der schien sich gelohnt zu haben, denn Wölk mischte die Oberliga Südwest ordentlich auf. Gleich zum Auftakt glückte beim TSC Zweibrücken der erste Treffer. Es sollten in dieser Saison neunzehn weitere in Meisterschaft und Pokal dazukommen, sodass er am Schluss des Spieljahres Torschützenkönig bei den Schängeln wurde. Nach drei Jahren verließ er die TuS Neuendorf mit insgesamt 58 Pflichtspielen und 20 Toren.

Aber er blieb dem Fußball treu, arbeitete zunächst als Spielertrainer und später dann auch als Trainer (insgesamt sieben Stationen) weiter in der Region. Gerne erinnert sich Wölk an seine Zeiten beim BSC Güls, die er als erfolgreichste Zeit bezeichnet und an die Jahre beim SSV Hillscheid.

Zum Abschluss war der zweifache Familienvater auch noch drei Jahre für den Kreis Koblenz tätig, wo er den Mädchennachwuchs betreute, der in dieser Zeit ungeschlagen blieb.

Heinz Wölk eingerahmt den TuS Legenden Georg Unkelbach und Adi Weiß bei einer Reise mit den Neuendorfern in Bulgarien im Sommer 1964. Foto: Vereinsarchiv TuS Koblenz

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