Die Terrassenmosel ist die heimliche Liebe des Filialleiters der KSK Mayen
Herbert Hürter ist neuer Lehmer Ehrenrazejung
Lehmen. Jedes Jahr ernennen die Lehmer Razejunge für die neue Weinsaison ihren Ehrenrazejung. Der Verein, der sich der Förderung der Heimatpflege, des traditionellen Terrassenweinbaus der Untermosel verschrieben hat, legt besonderen Wert bei der Wahl ihres „Weinregenten“. Dabei stehen die Verbundenheit mit der Region, das Bekenntnis zum traditionellen Rieslinganbau und die Förderung der Weinbaukultur in der einmaligen Weinkulturlandschaft der Terrassenmosel im Vordergrund.
Herbert Hürter ist neuer Ehrenrazejung
Mit dem 50-jährigen Sparkassenbetriebswirt Herbert Hürter, Filialleiter der KSK Mayen in Münstermaifeld, haben die Razejunge einen würdigen Nachfolger für Helmut Schreiber, Verbandsbürgermeister von Rhens, gefunden. Den gebürtigen Alzheimer und Vater von drei Kindern trifft man am Wochenende häufig bei einem Motorradausflug an der sonnigen Untermosel. Wenn er eine kleine Pause einlegt, um die steilen terrassierten Weinberge zu bewundern, isst er gerne eine Currywurst oder löffelt eine scharfe Gulaschsuppe.
Die Razejunge konnten sich beim offiziellen Besuch Anfang Mai in der Filiale der Kreissparkasse Mayen in Münstermaifeld über die einschlägigen Kenntnisse und Hintergrundinformationen des Weinbaus an der Untermosel ihres neuen Ehrenrazejungen überzeugen.
Der Landwirtssohn kennt sich mit dem „Misten“ bestens aus, musste er doch als Kind seinem Vater häufig bei der Arbeit helfen. „Da wird es mir nichts ausmachen, auch mit der Raz Stallmist zum Düngen in den Wingert zu tragen,“ war sein Kommentar, als ihn die Razejungen auf ihre traditionelle Arbeit im Wingert ansprachen. Bereits 1784 wurden die Razejungen als Mistträger zur Düngung der kirchlichen Wingerte der Oberpfarrkirche zu Lehmen urkundlich erwähnt.
Ein Fan des Moselrieslings
Herbert Hürter ist ein Fan des spritzigen Moselrieslings. Er meldete sich auch gleich zu einem „Rebenschneidekurs“ an, da er mit seiner Frau um die Aufzucht von einigen Weinstöcken an der heimischen Pergola wetteifert.
Damit sich der neue Ehrenrazejung schnell in die verschworene Gemeinschaft der Lehmer Razejunge einleben kann, überreichte Oberrazejung Ralf Menden das Buch „Der Schatz der Razejungen“ und einige auserlesene Rieslingtropfen aus der Lehmener Würzlay.
Im Vorfeld hatte der zweite Vorsitzende, Dieter Möhring, den neuen Ehrenrazejung bereits von dem nächsten größeren Projekt der Razejunge unterrichtet: Lavendelanbau in den Steillagen der Terrassenmosel, um der Verbuschung von stillgelegten Wingerten entgegen zu wirken und gleichzeitig das Landschaftsbild aufzuwerten. Ein Highlight für den regionalen Tourismus.
Von dieser unkonventionellen Idee angetan, überreichte Herbert Hürter eine ansehnliche Spende für dieses außergewöhnliche und zukunftsweisende Projekt.
Beliebte Weinprobe
Am 28. Juni richten die Lehmer Razejungen ihre beliebte Weinprobe zur Eröffnung des Lehmener Weinfestes aus. In diesem Jahr unter dem Motto „Weinselige Moseltalwanderung von Trier nach Koblenz“ und knüpfen damit an das 50-jährige Jubiläum der Kanalisierung der Mosel an. Fischereimeister Toni Kröber und Weinbauingenieur Klaus Schmitt werden die außergewöhnliche Weinprobe moderieren. Die Lehmer Razejungen freuen sich wieder auf den zahlreichen Besuch von Liebhabern und Kennern hervorragender Rieslingweine der Moselregion.
Oberrazejung Ralf Menden überreichte einige auserlesene Rieslingtropfen aus der Lehmener Würzlay. Foto: D. Möhring
