Josef Hilger, Ikone der St. Johanner St. Sebastianus Schützen
Mit Leib und Seele für Glaube, Sitte und Heimat
St. Johann. Josef Hilger ist wahrlich ein „Tausendsassa“ im schmucken Ort St. Johann, dessen Einwohner liebevoll „Kuckuke“ genannt werden. Doch der 84-Jährige, der als Maurer, gemeinsam mit Bruder Albert lange Jahre einen Baubetrieb führte, liebt nicht nur die oben erwähnten kleinen Vögelchen, sondern eher die Größeren, die Adler. Allerdings sind damit nicht die Könige der Lüfte gemeint, sondern die, welche jede Schützenbruderschaft bei ihren diversen Schießwettbewerben vielfach benötigt. Und da Josef Hilger, Ikone der St. Johanner St. Sebastianus Schützen, mit Leib und Seele für die Damen und Herren in Grün aktiv ist, fertigt er nun seit 20 Jahren die Adler. Bei 100 Stück pro Jahr, ergibt sich daraus die stattliche Zahl von sage und schreibe 2000 Exemplaren. So richtig mit Kopf, linkem und rechtem Flügel, Schweif, Reichsapfel und, und, und. „Fast 50 Stück benötigen wir für das jährliche Schützenfest, das restliche halbe Hundert reicht dann fürs Ostereierschießen, das Weihnachtsschießen und den Sebastianustag“, so der betagte Schütze, der in seinem Heimatort mit Leib und Seele für Glaube, Sitte und Heimat einsteht. Das Holz der Hainbuche verwendet Hilger für die Königsadler. Die anderen fertigt er aus Tannenholz. Stolz ist er auf seine lange Zeit der Verantwortung für seine St. Johanner Schützen. 50 Jahre ist er nun dabei, und gleichzeitig 50 Jahre im Vorstand. Von 1967 bis 1972, sowie von 1996 bis 2004 leitete er als Brudermeister die Geschicke des heute 45 Mitglieder zählenden Vereins. Nicht zu vergessen, die Zeit von 1974 bis 1996 als zweiter Brudermeister. Hilger erhielt für seine Leistungen und seinen Einsatz viele Ehrungen durch hohe Schützenpersönlichkeiten, darunter auch das Schulterband mit Kreuz. Seit der Ära des jetzigen Brudermeisters Manfred Vomland verlieh man ihm den Titel „Ehrenbrudermeister“. Gerne erinnert er sich, an das unter seiner Ägide durchgeführte Bezirksbundesfest des Bezirksverbandes Pellenz, auf der St. Johanner Anlage. „Das war eine tolle Resonanz, die ganze Dorfbevölkerung stand hinter ihren Schützen“, freute sich Hilger, der immer noch mit viel Engagement die Verwaltung und die Vermietung der Schützenhalle betreut, sowie als Mitorganisator vielfach im Einsatz ist. „Aber ohne meine treuen Mitstreiter im Verein hätte ich vieles nicht bewirken können“, lobte der vom Bazillus Sebastianus angesteckte Josef Hilger, der auch ehrenamtlich einiges vorzuweisen hat. Ob nun als Miterbauer der Barbarakapelle, bei Reparaturen innerhalb und außerhalb der Kirche, an der Schützenhalle, 37 Jahre lang als Mitglied im Ortsgemeinderat, Jahrzehnte im Gesangverein „Edelweiß“ oder gar Mitbegründer der St. Johanner Karnevalsgesellschaft. Ministerpräsident Kurt Beck verlieh ihm 1996 die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz. „Es hat mir immer großen Spaß gemacht“, freute sich der heimatliebende St. Johanner, der gerne liest, Fußball- und Volksmusik begeistert ist, und sich gerne in seinem Garten betätigt. Und das Holz für weitere Schützenadler hat er auch schon bereitliegen.
