Allgemeine Berichte | 08.11.2014

Ehrenamtliches Engagement stärkt Zuspruch für Besucher-Bergwerk in St. Jost

Neue Attraktion macht Bergwerks-Geschichte erlebbar

Klaus Sander (r.) und Ingo Sander (3.v.l. mit Ehefrau) präsentieren ihr 500-Stunden-Kunstwerk und fanden Anerkennung und Dank bei (v.l.) VBM Gerd Heilmann sowie BM Alfred Schomisch und Dr. Volker Reppke (1. Und 2. Vorsitzender des Fördervereins „Grube Bendisberg“).VG Vordereifel -Simon-

Langenfeld-St.Jost. Vor drei Jahren erlebten zahlreiche Bürger die feierliche Eröffnung des Besucher-Bergwerkes Bendisberg in unmittelbarer Nähe des Walfahrtsortes St. Jost. Mit viel Herzblut war es gelungen, eine bereits in den 90er Jahren gereifte Idee umzusetzen, die alten Bergwerkstollen für interessierte Besucher zu erschließen. „Europaweit einmalig bietet der Bendisberg Führungen auf drei Stollen-Ebenen an“, macht jetzt auch ein 3-D-Modell des Bendisberges (und seiner Umgebung) deutlich. Dass diese neue -absolut sehenswerte und erlebnisreiche- Attraktion das Infozentrum eindrucksvoll bereichert, hat der Förderverein „Grube Bendisberg“ dem gestalterischen Geschick von Klaus Sander und seinem Sohn Ingo zu verdanken. Die beiden „Modellbauer“ haben im vergangenen Jahr 500 Arbeitsstunden investiert, den Bendisberg auch „im Kleinen“ erlebbar zu machen.

Das 3-D-Modell bildet sowohl das „Grubenleben“ im Bendisberg als auch die „Umgebung“ ab. Ein genauer Blick auf einzelne Details ermöglicht dem Betrachter, den Verlauf von fünf Bergwerk-Stollen zu ergründen, von denen aktuell drei begehbar sind. Da die beiden weiteren Stollen unter dem Niveau des Nitzbaches liegen, sind sie trocknen Fußes nicht begehbar. Dies kann der Betrachter nachvollziehen, weil die gesamte Modell-Anlage maßstabgetreu ausgerichtet ist. Das gilt auch für das beweglich dargestellte Arbeitsleben der Bergleute und des Transportes mit der Lore, die Leiterstiege zur Zwischensohle, die Haspelkammer (Aufzugsystem) und eine Wendeltreppe von (im Original) 53 Metern.

Eine Trafo-Station sorgt für den nötigen Strom im Bergwerk in unmittelbarer Nähe einer Schmiede und der Verladestation. „Der Transport des Bergwerggutes ging von hier aus über Mayen nach Lüderich und auch nach Bad Ems zum Aufbereitungswerk“, weiß Thomas Gillen als einer der Gästeführer des Besucherbergwerkes zu berichten. Dabei gibt er auch den Hinweis auf den „Pingefelder-Erzabbau“, der in der Nachbarschaft zu dem Stollenabbau abgebildet ist. „Diese oberirdische Erz-Abbau-Möglichkeit entstand dadurch, dass der Berg die Erze regelrecht herausgedrückt hatte. Die Pingefelder wurden im 15. Und 16. Jahrhundert entdeckt und abgebaut“, bekennt Gillen seine Liebe zu geschichtlichen Zusammenhängen, die sein ehrenamtliches Engagement zum Bendis-Bergbau bestärkt hat. „Dieser Bendisberg im Kleinformat lässt das Bergwerksleben auch Besucher gedanklich miterleben, die keine Führung mitmachen können. Aber auch die Grubenbesucher kann ich hier am Modell gut einstimmen auf das, was sie erwartet“, freut sich der Gästeführer über diese gelungene Unterstützung.

Auch die geografische Lage des Bendisberges wird im 3-D-Modell deutlich. Die Wallfahrtskapelle St. Jost (Judokus), der Kaiser-Wilhelm-Turm als Kennzeichen der Hohen Acht und der Langenfelder „Eifeldom“ sind klar erkennbar. Das gilt natürlich auch für die dargestellte Bergmannshütte, in der man sich nach einem Gruben- und auch Museumsbesuch im Info-Zentrum körperlich gut stärken kann, was natürlich auch für das Cafe Bendisberg gilt.

Die Präsentation des „Bendisberg im Kleinformat“ nahmen Verbandsbürgermeister Gerd Heilmann und Ortsbürgermeister Alfred Schomisch zum Anlass ihres tief empfundenen Dankes für das ehrenamtliche Bendisberg-Engagement aller Beteiligten. „Ohne dieses gemeinnützige Wirken hätten wir weder frei zugängliche `Mundlöcher` ins Besucher-Bergwerk noch einen so tollen `Bendisberg im Kleinformat´“ gilt ihre Hoffnung, dass sich noch weitere Akteure animieren lassen, mit dabei zu sein beim Bendisberg-Engagement. Interessenten, die zum Beispiel auch als Besucherführer agieren wollen oder für andere Aktionsfelder, sind immer herzlich willkommen. Näheres kann man erfahren unter Tel.Nr. (0 26 56) 13 06 bei Joseph Bouhs.

Die Grube Bendisberg und das Arbeitsumfeld der Bergleute in den Stollen sowie das „Umfeld“ des Bergwerks wird in dem 3-D-Modell (auch mit beweglichen „Aktionen“ und maßstabsgetreu) eindrucksvoll dargestellt.PRESS

Die Grube Bendisberg und das Arbeitsumfeld der Bergleute in den Stollen sowie das „Umfeld“ des Bergwerks wird in dem 3-D-Modell (auch mit beweglichen „Aktionen“ und maßstabsgetreu) eindrucksvoll dargestellt.Foto: PRESS

Klaus Sander (r.) und Ingo Sander (3.v.l. mit Ehefrau) präsentieren ihr 500-Stunden-Kunstwerk und fanden Anerkennung und Dank bei (v.l.) VBM Gerd Heilmann sowie BM Alfred Schomisch und Dr. Volker Reppke (1. Und 2. Vorsitzender des Fördervereins „Grube Bendisberg“).Foto: VG Vordereifel -Simon-

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