Lokalsport | 21.05.2015

WTCC auf der Nordschleife

Sabine Schmitz sichert sich einen WM-Punkt

Sabine Schmitz im Cockpit des Chevrolet RML Cruze TC1.

Nürbugring. Nach über 30 Jahren startete erstmals wieder mit der WTCC ein Weltmeisterschaftrennen auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. Für viele war es schon eine Sensation als die Verantwortlichen der WTCC (offiziell FIA World Touring Car Championship, kurz WTCC) am Rande des 24h-Rennens 2014 verkündete, dass sie 2015 im Rahmen dieser Veranstaltung zwei Läufe in der „Grüne Hölle“ austragen würden. Bis zum offiziellen Testtag am 28. April kannten einige Fahrer die Strecke nur kaum oder noch gar nicht. „Ich habe während der Testfahrten jede Runde geliebt“, so der zu diesem Zeitpunkt WM führende Citroën-Pilot Jose-Maria Lopez. „Jetzt verstehe ich besser, warum jeder über diesen legendären Ort spricht.“ Aber auch die meisten deutschen Motorsportfans hatten nach dem Rückzug von BMW 2010 die Serie aus den Augen verloren. Wem aber beim motorsportlichen Gedanken an die Namen der teilnehmenden Fabrikate wie Chevrolet, Citroën, Lada oder Honda nur ein belächelnden Gesichtsausdruck über die Wangen fährt, der sollte bei den Rennen auf dem Nürburgring eines besseren belehrt werden. Mit Motorsport vom Allerfeinsten zeigten die 17 Piloten der in 12 Ländern und dabei auf vier Kontinenten gastierenden Serie, dass diese zurecht das WM-Prädikat trägt. Da im eigentlichen Fahrerkader der Serie kein deutscher Fahrer vertreten ist, ließ Serienchef Francois Ribeiro nichts unversucht, um beim Rennen in Deutschland den Fans auch einen Lokalmatador präsentieren zu können. Aus diesem Grund nahmen die Veranstalter Kontakt zu Sabine Schmitz (Barweiler) auf. Schmitz, die in Sichtweite des Rings in Nürburg aufgewachsen ist, erinnerte sich an das Angebot.

„Ich bin im November gefragt worden, ob ich Lust habe, in der WTCC zu starten. Ich brauchte nur einen Sekundenbruchteil, um mit ’Ja, ich will‘ zu antworten.“ Während ihre Kontrahenten sie vor dem Rennen mit Vorschusslorbeeren überhäuften, schätzte Schmitz ihre Chance realistischer ein. „In der WTCC sind nur Profis am Start, deshalb sehe ich meine Chancen nicht im Bereich einer Podiumsplatzierung, aber unter den Top 10 würde ich mich schon gerne einreihen“, sagt Schmitz. Dieses Ziel sollte sie im Ersten der beiden Läufe mit Position 10 auch erreichen, womit sie auch Geschichte schrieb. Mit dem Erfolg in ihrem Chevrolet RML Cruze TC1 ist sie die erste Frau, die seit dem Comeback der WTCC 2005 einen WM-Punkt einfahren konnte.

Den Sieg im ersten Rennen sicherte sich WTCC-Champion José María López, der von der Pole Position ins Rennen gestartet war. Lopez beherrschte auf der 25,378 Kilometer langen Strecke souverän die Konkurrenz und feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Im Ziel hatte er am Ende 4,9 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Sebastien Loeb. Yvan Muller komplettierte mit weiteren 3,8 Sekunden Rückstand den Dreifacherfolg von Citroën. Das zweite WTCC-Rennen endet mit einem weiteren Citroën-Sieg. Diesmal siegte Yvan Muller mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,173 Sekunden vor José María López. Das Podium komplettierte Honda-Pilot Tiago Monteiro, der nur 0,366 Sekunden hinter López durchs Ziel fuhr. Sabine Schmitz verfehlte bei diesem Renen mit Position 11 nur knapp die Punkte.

Sabine Schmitz im Cockpit des Chevrolet RML Cruze TC1.

Sabine Schmitz im Cockpit des Chevrolet RML Cruze TC1.

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