NLS6 Nürburgring
Starker Start, bitteres Ende: Unfall stoppt Team Dupré Motorsport bei NLS6
aus Koblenz
Nürburgring. Mit großen Erwartungen reiste Team Dupré Motorsport zum sechsten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS6) an. Die AC-Maynener Jürgen und Achim Nett gingen gemeinsam mit Christoph Dupré im Audi S3 an den Start – mit dem klaren Ziel, endlich wieder um einen Klassensieg mitzufahren. Doch erneut machte das Rennglück dem Team einen Strich durch die Rechnung.
Bereits im Freien Training am Freitag zeichnete sich ein Problem ab: Der Audi kämpfte mit erheblichen Temperaturproblemen. Die Wassertemperatur bewegte sich dauerhaft zwischen 109 und 115 Grad Celsius. Eine größere Öffnung im Frontspoiler zur Verbesserung der Kühlung kam für das Team nicht infrage, da dies aus Sicht der Mannschaft nicht reglementkonform gewesen wäre. Im Qualifying konzentrierte man sich deshalb auf das Notwendigste. Jeder Fahrer absolvierte lediglich eine Pflicht-Runde, um die thermische Belastung möglichst gering zu halten. Solange kein Fahrzeug im Windschatten fuhr, blieben die Temperaturen beherrschbar. Das Ergebnis war dennoch respektabel: Startplatz zwei in der dritten Reihe der dritten Startgruppe.
Den Rennstart übernahm wie gewohnt Jürgen Nett – und der zeigte einmal mehr seine Klasse. Bereits bis zur ersten Kurve hatte er die komplette Startgruppe überholt und bog als Führender seiner Klasse vor der Porsche Meute in die erste Kurve ein. Auf der Grand-Prix-Strecke verteidigte er seine Position souverän und ging als Zweitplatzierter auf die Nordschleife. Dort fuhr er in seiner ersten Runde einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Konkurrenz seiner Klasse heraus. Doch bereits in der zweiten Runde kehrten die bekannten Temperaturprobleme zurück. Überschritt die Wassertemperatur die Marke von 110 Grad, reduzierte das Motormanagement die Leistung des Audi. Die Folge: Rund fünf Sekunden Zeitverlust pro Runde gegenüber den direkten Konkurrenten. Besonders der führende Golf profitierte von deutlich größeren Kühleröffnungen.
Jürgen Nett setzte sich dennoch lange erfolgreich zur Wehr. Seine jahrzehntelange Nordschleifen-Erfahrung half ihm dabei, den Verfolger immer wieder in Situationen zu bringen, in denen auch dieser unter Temperaturproblemen litt. Letztlich musste er den Konkurrenten jedoch ziehen lassen.
Nach dem ersten Boxenstopp übernahm Christoph Dupré das Steuer. Anschließend stieg Achim Nett in das Fahrzeug ein. Obwohl das Team zwischenzeitlich die Führung übernommen hatte, lag man nach bereinigter Boxenstopprechnung nur noch auf Rang drei. Die Konkurrenz hatte bereits rund eine Minute Vorsprung herausgefahren. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass ein Klassensieg kaum noch erreichbar sein würde. Ein zweiter oder dritter Platz schien jedoch weiterhin möglich.
Dann folgte die entscheidende Szene des Rennens: Im Bereich Brünnchen versuchte der zweitplatzierte Golf, eine aus Sicht des Teams nicht vorhandene Lücke zu nutzen. Dabei traf er den Audi von Achim Nett hinten links. Der Audi drehte sich, wurde anschließend erneut seitlich getroffen und beide Fahrzeuge schlugen in die Leitplanken ein. Trotz der erheblichen Beschädigungen gelang es Achim Nett noch, den Audi zurück an die Box zu bringen. Dort war jedoch schnell klar: Das Rennen war beendet.
„Ein Sieg wäre heute aufgrund der Temperaturprobleme ohnehin schwer geworden“, resümierte Jürgen Nett nach dem Rennen. „Aber ein zweiter oder dritter Platz wäre durchaus möglich gewesen. Shit happens – that’s racing.“
Damit setzt sich die bislang wenig glückliche Saison für Team Dupré Motorsport fort. Nun wartet viel Arbeit auf die Mannschaft. Der beschädigte Audi muss repariert und innerhalb der kommenden sieben Wochen wieder einsatzbereit gemacht werden.
Die nächste Gelegenheit bietet sich Anfang August beim NLS7 – dem 6-Stunden-ADAC-Ruhr-Pokal-Rennen auf dem Nürburgring. Die Motivation im Team ist trotz aller Rückschläge ungebrochen: Das Ziel bleibt unverändert – endlich wieder einen Klassensieg einzufahren.
Pressemitteilung Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC
Kurz vor dem Start zeigte sich Jürgen Nett noch optimistisch Foto: Düprè Motorsport
Das bittere Ende - der stark deformierte Audi S3 Foto: Düpré Motorsport