Allgemeine Berichte | 15.03.2014

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2013

Straftatenentwicklung im Bereich der Polizeiinspektion Mayen

Für ein besseres Miteinander ist die Zusammenarbeit von Polizei und Bürgern unumgänglich

3671 Straftaten im Zuständigkeitsbereich der PI Mayen wurden im vergangenen Jahr zur Anzeige gebracht - 220 mehr als in 2012.privat

Mayen. Die Beschäftigten der Polizeiinspektion Mayen betreuen das Flächengebiet der Stadt Mayen sowie der Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und in Teilen der VG Vordereifel. Für diesen Bereich sind knapp über 72.000 Einwohner gemeldet. Nach der aktuellen PKS für 2013 wurden 3671 Straftaten, hierin sind Verkehrsdelikte nicht erfasst, zur Anzeige gebracht. Dies stellt gegenüber 2012 einen leichten Anstieg um 220 Anzeigen dar.

2292 der erfassten Straftaten wurden abschließend aus der PI Mayen heraus bearbeitet und zur Entscheidung der Staatsanwaltschaft Koblenz vorgelegt. Die Übrigen wurden durch die Kriminalinspektion Mayen oder andere Fachbehörden, ausgehend von den Zuständigkeitsregeln, bearbeitet. Erfreulich für 2013 stellt sich die leicht gestiegene Aufklärungsquote dar. 61 Prozent aller Fälle aus dem Dienstgebiet konnten letztlich aufgeklärt werden, was einer Steigerung der Aufklärungsquote (AQ) um 2,3 Prozent entspricht. Insgesamt kann gesagt werden, dass sich im langjährigen Mittel die Anzahl der Straftaten und Aufklärungsquote nur marginal verändert haben. Für die jeweiligen Verwaltungsbezirke ergeben sich nachfolgende Fallzahlen und Aufklärungsquoten (Klammerdaten aus 2012):

Stadt Mayen, 1804, AQ 63,9 Prozent (1505); VG Maifeld, 892, AQ 57,6 Prozent(834); VG Mendig, 563, AQ 58,3 Prozent (541); VG Vordereifel, 412, AQ 59,2 Prozent (562). Die Anpassung der Veränderung in der örtlichen Zuständigkeit für einen Teil der VG Vordereifel, welche im Oktober 2012 umgesetzt wurde, ist in den Zahlen berücksichtigt. Nachfolgend eine Übersicht für verschiedene Orte aus den jeweiligen Verbandsgemeinden:

Stadt Polch, 313, AQ 47,9 Prozent; Stadt Münstermaifeld, 119, AQ 71,4 Prozent; Gemeinde Mertloch, 34, AQ 76,5 Prozent; Gemeinde Ochtendung, 236, AQ 57,2 Prozent; Gemeinde Ettringen, 102, AQ 79,4 Prozent; Gemeinde Kehrig, 81, AQ 44,4 Prozent; Gemeinde Kottenheim, 90, AQ 61,1 Prozent; Stadt Mendig, 433, AQ 58,4 Prozent; Gemeinde Bell, 42, AQ 54,8 Prozent.

Insgesamt konnten zu den bekannt gewordenen Fällen 1761 Tatverdächtige (TV) ermittelt werden. 1375 waren männlichen Geschlechts, 386 weiblichen Geschlechts. 184 TV hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Von der Altersstruktur her waren 349 Tatverdächtige unter 21 Jahren alt, wobei 81 dieser der Altersspanne 16 bis 18 Jahre angehörten. 49 ermittelte Tatverdächtige waren bis 14 Jahre alt, also strafunmündige Kinder. 1026 TV gehörten der Erwachsenengruppe an. 241 der erwachsenen Tatverdächtigen waren zwischen 40 und 50 Jahre alt.

Auswertung zu verschiedenen Deliktsbereichen

549 Mal wurden Sachverhalte bekannt, die dem Deliktsbereich „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ zuzuordnen sind. Gegenüber 2012 (591) und 2011 (581) ein deutlicher Rückgang. Körperverletzungen (KV-Delikte) wurden in 384 Fällen angezeigt. Mit einer AQ von 91,4 Prozent konnten die Strafanzeigen anschließend zur strafrechtlichen Bewertung der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden.

In ihrer Gesamtheit werden diesem Deliktsfeld auch die Fälle der sogenannten „Gewalt in engen Beziehungen“ (GesB) zugeordnet. 131 Mal mussten im vergangenen Jahr Polizeibeamtinnen und Beamte in den engsten Familien- und/oder Paarbereich einwirken, da Partner ihre Disharmonien nicht auf friedliche Weise beseitigen konnten. Hier wurde neben den strafrechtlichen Ermittlungsarbeiten besonderer Wert auf Hilfestellung in der Problembewältigung gelegt. Beiden Partnern wurden Hilfs- und Beratungsangebote für sich selber aber auch für betroffene Kinder aufgezeigt. In fünf Fällen wurde gegen gerichtliche Schutzanordnungen verstoßen, was dann wieder neue Strafanzeigen nach sich zog. Die PI Mayen ist nun schon langjährig in ein flächendeckendes Netzwerk, unter anderem das „Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“, eingebunden. Das Mayener Forum wird noch in diesem Jahr mit einer eigenen Homepage für Mayen und das Umland starten, sodass Hilfsangeboten der örtlichen Ebene „rund um die Uhr“ abrufbar sind.

Eigentumskriminalität

Fast unverändert stellen sich die Fallzahlen im Bereich des Diebstahls ohne erschwerende Umstände gegenüber 2012 dar. 687 Mal (672) wurde der Griff zum fremden Eigentum bekannt. 93 Taten ergaben sich durch Wegnahme aus unverschlossenen Fahrzeugen, 153 Mal wurden Ladendiebstähle bekannt.

Einbrüche in Wohnungen, sogenannte Wohnungseinbruchsdiebstähle und Tageswohnungseinbrüche, zählen zum Betrachtungsbereich der Diebstähle unter erschwerenden Umständen. Hier musste gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg auf 394 Fälle (330) festgestellt werden, nachdem in 2012 noch ein deutlicher Rückgang von den hohen Zahlen in 2011 - 479 Fälle - erreicht werden konnte. 62 Mal wurde nach Ein-/Aufbruch aus Firmen- und Verwaltungsräumen gestohlen, 55 Mal kam es zu einem Tageswohnungseinbruchsdiebstahl. Hier steigen immer wieder mit der dunklen Jahreszeit die Fallzahlen.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

659 Vermögens- und Fälschungsdelikte (592) kamen bei PI und KI Mayen zur Anzeige. 490 (425) dieser Fälle zählten zum klassischen Betrug. 291 dieser Fälle sind in der Sparte „Warenkredit- und Leistungsbetrug“ angesiedelt. Dies sind typischerweise die Delikte, die sich meist rund um den Onlinehandel drehen. Käufer/Ersteigerer zahlt nach Erhalt der Ware nicht oder Verkäufer/Anbieter liefert nach Erhalt des Verkaufs-/Versteigerungserlöses nicht. Eine Vielzahl dieser Delikte braucht auf Opferseite leichtgläubige, dem immer günstigeren Angebot hinterherjagende, Menschen. Hier gilt der alte Wahlspruch „Sei schlauer als der Klauer“, in diesem Fall dann „Sei schlauer als der Betrüger“.

Sonstige Straftatbestände

„Widerstand gegen die Staatsgewalt“ wurde in Einsatzlagen handelnden Polizeikräften im Bereich der PI Mayen in 2013 16 Mal (19) entgegen gebracht. 29 Straftaten des Hausfriedensbruchs, 21 Brandstiftungen - auch fahrlässige -, 49 Störungen der Totenruhe, 173 Beleidigungen und 386 Sachbeschädigungen und 152 Sachbeschädigungen an Kfz sowie auch zehn vorgetäuschte Straftaten waren in diesem Segment aufzunehmen und abzuarbeiten.

Betäubungsmittelkriminalität

371 Verfahren mussten durch Kriminal- und Schutzpolizei bearbeitet werden. Verfahren aus bekannt gewordenem Konsum von BTM bilden dabei mit 265 Verfahren den überwiegenden Teil. Cannabis und Amphetamin sind die am häufigsten auffallenden Betäubungsmittel.

Computerkriminalität

War die Computerkriminalität, also Veränderung von Daten oder das Ausspähen zum Beispiel Skimming am Geldautomaten, in 2012 noch mit 48 Fällen verzeichnet, so mussten in 2013 nur 17 dieser Taten registriert werden.

Straßenkriminalität

Nach 600 Fällen der Straßenkriminalität in 2012 konnte für das vergangene Jahr ein nochmaliger Rückgang der Fallzahlen auf nun 563 Fälle festgestellt werden. 2011 waren noch 648 Fälle angezeigt worden. Ein überaus positiver Trend bei den Deliktstypen wie Sachbeschädigung auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen, Körperverletzungen und weiterer Delikte im öffentlichen Raum. Diese Taten, die in der Öffentlichkeit verübt werden, bilden mit gut 15 Prozent am Gesamtstraftatenaufkommen einen Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungs- und Präventionsarbeit. Insgesamt liegt hier die Aufklärungsquote (AQ) bei 17,1 Prozent. 113 Tatverdächtige (TV) konnten letztlich ermittelt werden. Eine Vielzahl dieser Taten geschieht im Schutze der Dunkelheit oder im Verlauf von öffentlichen Veranstaltungen, Volksfesten oder Ähnlichem.

Hier zeigt sich ganz besonders, dass der Slogan „Bürger und Polizei - wir brauchen uns“ seine Berechtigung hat. Nur im gegenseitigen vertrauensvollen Miteinander kann ein sozialadäquates Zusammenleben erreicht und gefestigt werden. Kein Bürger muss sich selber in Gefahr bringen, sollte sich aber nicht scheuen Beobachtungen, die im Zusammenhang mit der Begehung von Straftaten stehen könnten, der Polizei mitzuteilen. Jeder kann irgendwann im Leben Opfer einer Straftat werden und „Wer nichts tut macht mit“ sollte deshalb keinen Platz in unserer Gemeinschaft haben.

Pressemitteilung

Polizeiinspektion Mayen

3671 Straftaten im Zuständigkeitsbereich der PI Mayen wurden im vergangenen Jahr zur Anzeige gebracht - 220 mehr als in 2012.Foto: privat

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