Integration vor Ort stärken
Struktur und starke Angebote - Susanne Müller im Austausch mit dem Fachdienst Migration
aus Sinzig
Mayen. Was brauchen Menschen, um in einer neuen Heimat wirklich anzukommen?
Mit dieser Frage besuchte die migrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Susanne Müller, den Fachdienst für Migration beim Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr in Mayen Im Austausch mit den Fachkräften wurde deutlich: Die Anforderungen sind hoch – und verlässliche Angebote entscheidend.
Die Sprachförderung an Schulen wurde intensiv diskutiert – etwa die Frage, ob Kinder besser in homogenen oder gemischten Gruppen lernen. Deutlich wurde: Es braucht flexible Lösungen, die sich am individuellen Bedarf orientieren.
Ein weiterer Punkt war die Rolle von Behörden und Beratungsdiensten im Integrationsprozess. Einigkeit bestand darin, diese noch stärker als unterstützende und orientierungsgebende Anlaufstellen zu verstehen – im Sinne eines „Lotsenhauses“ wie in Koblenz, um bürokratische Prozesse abzubauen und die Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Ziel ist es, Menschen auf ihrem Weg in Arbeit und Gesellschaft aktiv zu begleiten und die Chancen von Zuwanderung auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel stärker in den Blick zu nehmen.
Integrationskurse und ihre Bedeutung
Susanne Müller betonte das Thema Integrationskurse. Die geplante Streichung freiwilliger Migrationskurse durch den Bund wurde vor Ort kritisch gesehen. Auch die Aussicht, dass Teilnehmende künftig keine zusätzlichen „Wiederholerstunden“ zu erneuten Prüfungsvorbereitung mehr in Anspruch nehmen können, bereitet Sorgen. Müller betont: „Wer Integration will, darf nicht an den Integrationskursen sparen. Die geplanten Änderungen bringen viele Bildungsträger in Bedrängnis, die bisher einen wichtigen Teil der Integrationsarbeit übernommen haben. Damit wird dem deutschen Arbeitsmarkt auch die Chance zur Ausbildung von gut integrierten, motivierten und Deutsch sprechenden Fachkräften genommen.“
Besorgt äußerten sich die Fachkräfte auch über das Auslaufen des Bundesprogramms „Respekt Coaches“. Das Programm stärkt an Schulen demokratische Werte und wirkt präventiv gegen Extremismus. „Dass solche Angebote wegfallen, ist sehr bedauerlich. Gerade in herausfordernden Zeiten brauchen wir starke Maßnahmen zur Demokratieförderung“, betonen die Mitarbeiter*innen der Caritas vor Ort
Müller dankte den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Abschluss ausdrücklich für ihre wichtige Arbeit vor Ort: „Sie leisten jeden Tag einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Integration gelingt.“
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