Fußball-Rheinlandliga, vierter Spieltag
TuS Mayen machte aus einem 0:4 ein 5:4
aus Kottenheim
Kapitän Marcel Löhr verwandelte in der sieben Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter
Linz. Eine solche Partie hatten die 240 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz am Kaiserberg wohl auch noch nicht gesehen: Im Kellerduell der Fußball-Rheinlandliga führte der VfB Linz gegen Aufsteiger TuS Mayen nach 49 Minuten mit sage und schreibe 4:0, um am Ende doch noch nach einer dramatischen Begegnung mit 4:5 (3:0) als Verlierer vom Feld zu gehen. Zwei Platzverweise und ein umstrittener Foulelfmeter in der siebten Minute der Nachspielzeit durften nicht fehlen.
„Es war ein glücklicher, aber sehr wichtiger Sieg für uns. In der ersten Halbzeit waren wir komplett abgemeldet, es lastete ein großer Druck auf unserer Mannschaft. Der Gegner konnte sich immer wieder durchkombinieren und sehr einfache Tore erzielen. Unsere Leistung glich einer Arbeitsverweigerung“, schilderte Nikolai Foroutan, der Sportliche Leiter des TuS Mayen, seine Eindrücke. „Nach dem 4:0 kurz nach dem Wiederanpfiff ist es normalerweise vorbei. Was dann passierte, war natürlich unglaublich. Das Team hat sich zurückgekämpft und wieder an sich geglaubt. Wir haben die Fehler von Linz bestraft und wurden immer stärker. Dieser Sieg gibt uns viel Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben.“
Vin Kill nutzte nach fünf Minuten einen perfekten Steckpass von Yannik Becker zum Führungstor. Dann dribbelte sich Kill im Strafraum bis zur Grundlinie durch, seinen Rückpass versenkte Fabio Schopp mühelos zum 2:0 (15.). Der Torschütze schien auf dem besten Weg, sich zum Spieler des Tages zu krönen, als er noch vor der Pause souverän zum 3:0 vollendete (45. + 1) und kurz nach Wiederbeginn Mayens Torwart Dominik Klein umdribbelte und zum 4:0 einschob (49.).
TuS-Torjäger Yannik Schneider nutzte die Unaufmerksamkeit der VfB-Abwehr prompt zum 1:4 (51.) und ließ gleich darauf den zweiten Treffer zum 2:4 folgen (55.). Die Gäste profitierten in der Folgezeit vom Platzverweis, den sich Kill erfolgreich erbettelte. Wegen wiederholten Meckerns schickte Schiedsrichter Frederic Lotzer aus Koblenz ihn mit der Gelb-Roten Karte vom Feld (58.). In Unterzahl kam Linz kaum noch über die Mittellinie. Mit einem Kopfball schaffte Kaan Öztürk den 3:4-Anschlusstreffer (72.). Nur 180 Sekunden später glich Mayen durch einen Kopfball von Leon Kryeziu aus, bei beiden Toren hatte TuS-Kapitän Marcel Löhr die Vorarbeit geleistet.
In der Schlussphase wertete der Unparteiische eine Grätsche von Armin Sijlkovic als grobes Foulspiel und zeigte ihm die Rote Karte (83.). Nach einer Rangelei im Strafraum entschied Lotzer auf Foulelfmeter: Routinier Löhr verwandelte sicher zum nicht mehr für möglich gehaltenen 4:5-Endstand (90. + 7).
VfB Linz: Tyron Wielpütz, Dogus Könez, Niklas Klein, Milot Juniku, Moritz Rott (61. Florian Mamuti), Yannik Becker, Armin Siljkovic, Till Rauschenberger (61. Manuel Reuschenbach), Luca Stoffels (15. Meris Siljkovic), Fabio Schopp (61. Manuel Rott), Vin Kill.
TuS Mayen: Dominik Klein, Kaan Öztürk, Kevin de Jesus Francis Cabello, Tyler Öztürk (46. Tim Oliver Gilles), Marcel Löhr, Fabian Müllen (75. Pavle Trivic), Tim Feiler (46. Leon Kryeziu), André Röser, Leon Kohlhaas, Walid Hanioui (80. Leonid Neumann), Yannik Schneider.
Schiedsrichter: Frederic Lotzer (Koblenz).
Zuschauer: 240.
Torfolge: 1:0 Vin Kill (6.), 2:0, 3:0, 4:0 Fabio Schopp (15., 45. + 1, 49.), 4:1, 4:2 Yannik Schneider (51., 55.), 4:3 Kaan Öztürk (72.), 4:4 Leon Kryeziu (75.), 4:5 Marcel Löhr (90. + 7, Foulelfmeter).
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Vin Kill (Linz) wegen wiederholten Meckerns (59.) und Rote Karte für Armin Siljkovic (Linz) wegen groben Foulspiels (83.).
Nächste Aufgabe für den VfB Linz: am Freitag, 4. September, um 20 Uhr bei der SG 2000 Mülheim-Kärlich.
Nächste Aufgabe für den TuS Mayen: am Freitag, 4. September, um 19 Uhr gegen den FC Bitburg. (SK)
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In der Kabine des TuS Mayen ging es ausgelassen zu. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz