Reise des Schützen Bezirksverbandes Pellenz in den Schwarzwald, die Schweiz und Frankreich Teil 1
Umfangreiches Reiseprogramm
Niederzissen/Region. Der 16. vom Bezirksbundesmeister Jürgen Rausch und seiner Frau Irene organisierte Ausflug begann mit dem „Einsammeln“ der Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer aus den Bruderschaften St. Seb. Alzheim, St. Hub. Bell, St. Seb. Nickenich, St. Seb. Obermendig, St. Hub. Rieden, St. Seb. St. Johann, St. Joh. Thür und St. Hub. Wehr bei leichtem Nieselregen an den festgelegten Abholpunkten. Der Bezirksbundesmeister begrüßte im Bus die Reisegesellschaft, nebst den amtierenden Majestäten, sowie unseren Busfahrer Manfred des Reiseunternehmens Welter aus Gering. Mit einem gebeteten "Vater unser" und "Gegrüßt seiest Du Maria" erbaten die Reisenden Schutz für die gesamte Reise.
Im Hotel „Schweigener Hof“ in Schweigen-Rechtenbach nahmen alle ihr erstes Mittagessen. Danach wurde das im Dritten Reich errichtete 18 Meter hohe Deutsche Weintor (markiert seit 1936 den südlichen Beginn der 85 km langen Deutschen Weinstraße) im Ortsteil Schweigen besichtigt. Jetzt ging es zu einer Stadtführung nach Wissembourg (Weißenburg) ins nahegelegene benachbarte Frankreich. Wissembourg liegt am Flüsschen Lauter, der Stelle der deutsch-französischen Grenze, an der die Rheinebene in den Pfälzerwald übergeht. Aus einer wohlhabenden Benedektinerabtei (gegründet im 7. Jahrhundert) entwickelte sich, durch eine stetiges Anwachsen die Stadt Weißenburg. Die Stadtführung begann am Mittelpunkt der Altstadt – dem Rathaus (Hôtel de ville). Es folgte das Salzhaus (Maison du Sel) – 1448 als Krankenhaus erbaut und später als Schlacht- und Salzlagerhaus verwendet, das Hotel Stanislaus – im ehemaligen Alten Hospital lebte der polnische König Stanislaus Leszczynski während seines Exils von 1718 bis 1725, die Abteikirche Saints-Pierre-et-Paul (St. Peter und St. Paul), gebaut aus dem für die Region typischen Sandstein – ist in ihrer Fläche, nach dem Straßburger Münster, die zweitgrößte Kirche im Elsass. Vom romanischen Vorgängerbau ist der seitlich stehende vierkantige Westturm aus dem 11. Jahrhundert noch erhalten. Der einzig erhaltene Teil des Klosters ist der unvollendete Kreuzgang entlang des nördlichen Seitenschiffs. Im Innern sticht das zehn Meter hohe Fresco des heiligen Christoferus im rechten Seitenschiff ins Auge des Betrachters, sowie die aus dem 13. bis 15. Jahrhundert stammenden prachtvollen Glasfenster im Chor und Querhaus. Nun ging es, nachdem unter anderem das Rheinkraftwerk und die Schleuse Iffezheim passiert worden waren, weiter zum Quartier nach Schallstadt-Wolfenweiler, in das Hotel „Zum Ochsen“ der Familie Peter Winkler. Dort angekommen gab es einen erfrischenden Willkommenstrunk. Jedem wurde jetzt sein Zimmer zugeteilt. Nach einer kurzen Verschnaufpause trafen sich alle dann zum Abendessen. Am Samstagmorgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, ging es nach Freiburg. Hier erwarteten die Reisegruppe zwei Reiseführerinnen zu einem zweistündigen Stadtrundgang. Zunächst ging es in die Kaiser Joseph Straße zum Basler Hof, dem heutigen Sitz des Regierungsräsidenten des Regierungsbezirks Freiburg. Von 1494 bis 1496 ließ Konrad Stürtzel von Buchheim, der Hofkanzler von Kaiser Maximilian I. sein Stadtpalais an der Großen Gass errichten. An der Fassade sieht man die drei Bistumspatrone Basels: Kaiser Heinrich II, Maria und der legendäre erste Basler Bischof Pantalus. Dann ging es weiter zum Münsterplatz. Das Wahrzeichen Freiburgs, das Freiburger Münster (erbaut im romanischen und größtenteils gotischen Stil von circa 1200 bis offiziell 1513 als römisch-katholische Stadtpfarrkirche) war umringt von Marktständen. Das Münster, das bedeutendste Gebäude von Freiburg, wurde als Bürgerkirche errichtet und hat deshalb nur einen Hauptturm. Zum reichen Figurenschmuck der Vorhalle gehören der Marienzyklus, die Skulpturen der fünf törichten und fünf klugen Jungfrauen und der Fürst der Welt. Der Hochaltar, der Schnewlin-Altar, der Oberriedaltar und einige sehr schöne mittel-alterliche Glasfenster, die zum Teil Stiftungen der Handwerkerzünfte waren, gehören zu den zahlreichen Kunstwerken im Innern des Münsters. Am Münsterplatz befinden sich, unter anderem, das Kornhaus. 1944 wurde bei einem Bombenangriff bis auf die Grundmauern zerstört und 1970 in historischer Form wieder aufgebaut. Heute befinden sich im Kornhaus ein Kaffee und Ladengeschäfte; das Historische Kaufhaus mit seiner ochsenblutroten Farbe war das erste kommunale Kaufhaus zum Warenumschlag und zur Zollabwicklung in Freiburg. Die Alte Wache (als Hauptwache der Österreichischen Wachgarnison 1733 errichtet) dient heute als „Haus der Badischen Weine“. Das Haus „Zum Schönen Eck“ (1761 vom Freiburger Bildhauer, Architekt und Maler Johann Christian Wentzinger erbaut) dient seit 1994 als Museum für Stadtgeschichte. Weiter ging es in die Münzgasse zum Schwarzwälder Hof der auf eine über 400 Jahre alte Geschichte zurückblickt. Das eindrucksvolle Stadtwappen mit den zwei goldenen Löwen hat sich mittlerweile als Markenzeichen für den Schwarzwälder Hof etabliert. Dann ging es zum "Hotel Bären" auf dem Platz "Oberlinden". Zum roten Bären ist nach eigenen Angaben eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands. Das Gebäude selbst ist eines des ältesten Freiburgs und stammt noch aus der Gründungszeit der Stadt. Damals war das Haus rot, so wussten auch die Analphabeten, das hier die Ware sicher gelagert und Kost und Logis möglich war. Erwähnenswert sind noch die Freiburger Bächle, ein Wahrzeichen der Stadt. Seit dem Mittelalter urkundlich belegt, finden sich die mit Wasser der Dreisam gespeisten Wasserläufe in den meisten Straßen und Gassen der Altstadt. Die Gesamtlänge der Bächle beträgt 15,5 Kilometer, von denen 6,4 Kilometer unterirdisch verlaufen. Nächstes Tagesziel war die Weinprobe auf dem Batzenberg, die, aufgrund starken Regens, nach kurzer Vorbereitungszeit im Rebli-Keller stattfinden musste. Der erfahrene Kellermeister stellte uns die, für diese Region typischen Weine vor und ließ uns diese auch Kosten. Mit den ausführlichen Erläuterungen und den dazu probierten Weinen ging es zurück ins Hotel. Nach dem Abendessen spielte Bernhard der Bernhardiner zum Tanz auf. Daneben ließ er die Anwesenden bei verschiedenen Spielen mitmachen, was zu einer noch besseren Stimmung führte. Zeitweise war die Tanzfläche überfüllt. Dies ließ einen gelungen Tag perfekt ausklingen.
