Kottenheim stand wieder mal ganz im Zeichen der Kartoffel
„Wir feiern nicht nur eine kulinarische Spezialität“
aus Kottenheim
Das Kröbbelchesfest zog am Wochenende tausende von Menschen an
Kottenheim. Zwei Backstände, sechs Elektroherde und ein Propan-Großherd: Bescheiden ging es zu, als das Kröbbelchesfest vor 76 Jahren seine Premiere feierte. Wurf- und Schießbuden, ein Weinbrunnen, eine Schaubude der Karnevalsgesellschaft, das sollte es schon gewesen sein für den Anfang am 8. Juli 1952. Heutzutage wird das große Heimatfest mit tausenden von Gästen alle zwei Jahre gefeiert, das viertägige Kröbbelchesfest hat sich über die Jahrzehnte zu einem echten Gemeinschaftsprojekt entwickelt und kommt einem kleinen Wirtschaftsunternehmen gleich. Der „Kröbbelchesfest 2026 GbR“ gehören fünf Kottenheimer Vereine an: der TuS Fortuna (mit Präsident Michael Groß), der Verkehrs- und Verschönerungsverein (mit dem Vorsitzenden Alexander Drefs), die Karnevalsgesellschaft (mit dem Vorsitzenden Peter Otto), die Sankt-Hubertus-Schützenbruderschaft (mit ihrem Vorsitzenden Albert Schäfer) und der Junggesellenverein (mit dem Vorsitzenden Yannik Sikora).
1952 wurden sechs Zentner Kartoffeln angeliefert. In diesem Jahr waren es sage und schreibe 120 Zentner Kartoffeln, also 20 Mal so viel. Dazu tausende von Eiern, hunderte Liter Öl und unzählige Zwiebeln. Am Freitag und am Samstag ab 9 Uhr machten sich viele Ehrenamtler auf den Weg zur Pfarrwiese, wo das traditionelle Kartoffelschälen begann. Karl Weckbecker, ein 77-jähriger Landwirt aus Einig in der Verbandsgemeinde Maifeld, brachte zum mittlerweile 17. Mal die Marke Musica mit nach Kottenheim. Franz-Aloys Goretzki, verantwortlich für das Traktortreffen, durfte am Freitag um 17.50 Uhr die erste Portion probieren. Und das zehn Minuten vor dem offiziellen Start. Das bunte Treiben begann um 18 Uhr, ab 20 Uhr unterhielt DJ Sascha die Gäste mit Liedern der achtziger und neunziger Jahre.
Am Samstag öffnete um 12 Uhr der Gewerbemarkt rund ums Bürgerhaus inklusive Traktortreffen. Heiße und leckere Kröbbelche, am besten mit goldbrauner Kruste, gab es von 12 bis 14 Uhr und dann wieder ab 17 Uhr. Über 100 Ehrenamtler ließen die Kipp-Pfannen nur so fliegen. Im Café „Alt Kottem“ wurde ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen gereicht. Abends sorgte die Kölsche Partyband „Spontan“ mit Musik aus der Domstadt für beste Unterhaltung. Der Sonntag begann um 11 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst, den Pastor Ralf Birkenheier zelebrierte. Danach stand ein zünftiger Frühschoppen auf dem Programm, begleitet von den Blasmusikern des Musikvereins Retterath. Am Nachmittag kam der Nachwuchs mit Vorführungen des Kasperle-Hännesje-Theaters auf ihre Kosten.
„Wir feiern nicht nur eine kulinarische Spezialität, sondern ein Stück gelebte Tradition, Gemeinschaft und Lebensfreude“, lobte Ortsbürgermeisterin Corinna Behrendt die zahlreichen Ehrenamtler. „Die Kröbbelche stehen wie kaum etwas anderes für das, was Kottenheim ausmacht: Engagement und das Miteinander der Generationen. Genau dadurch bleibt unsere Kultur lebendig und spürbar. Die Menschen hier zeigen, wie stark unser Zusammenhalt ist.“ (SK)
Am Freitag und am Samstag begann auf der Pfarrwiese um 9 Uhr das Kartoffelschälen. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
Die erste Backschicht steht parat. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
Insgesamt 120 Zentner Kartoffel wurden von Landwirt Karl Weckbecker aus Einig angeliefert. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
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Hier werden die goldgelben Kröbbelche gebacken. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz