Die neue Glocke für Lüftelberg ist im Glockenturm angekommen
„Das Wahre leuchtet durch die Zeit“
Lüftelberg. Rauchschwaden füllten die Halle der Glockengießerei Mark in Brockscheid, als die neue Lüfthildisglocke für die Lüftelberger St. Petrus-Gemeinde dort im April gegossen wurde. Als Pfarrer Reinhold Malcherek die Glocke am 2. Juni im Auftrag von Kardinal Meisner weihte, zogen den Lüftelbergern wieder Rauchschwaden um die Nase. Allerdings handelte es sich diesmal um Weihrauch und nicht um Verbrennungsgase, die beim Glockenguss entstehen.
Die Glockenweihe fiel passenderweise auf das jährliche Sommer-Lüfthildisfest, das an die Erhebung der Reliquien der Heiligen 1623 erinnert. Zur Freude von Pfarrer Reinhold Malcherek war der festliche Gottesdienst so gut besucht „wie schon lange nicht mehr“. Die Lüftelberger und ihre Gäste wollten sich diesen besonderen Anlass nicht entgehen lassen.
Außer Weihrauch kamen auch Weihwasser und Chrisam bei der Weihe zum Einsatz, Ausdruck der besonderen Aufgabe einer Kirchenglocke: die Menschen zum Gottesdienst zu rufen, zum Gebet einzuladen und deutlich für jeden hörbar an Jesus Christus zu erinnern.
Willi-Josef Wild, der das Projekt für die Gemeinde von Anfang an intensiv begleitete, durfte die Glocke anschließend offiziell anschlagen. Nach dem Gottesdienst hatten dazu auch alle anderen Gäste die Gelegenheit, wovon sie ausgiebig Gebrauch machten. Besonders für die Kinder war es faszinierend, die Glocke zum Klingen zu bringen und dem verklingenden Ton zu lauschen.
Im Anschluss an den Gottesdienst lud die Gemeinde zu einem Empfang vor der Kirche. Unter den Gästen waren auch Cornelia Mark-Maas, die Glockengießermeisterin und ihr Sohn Julius Maas, Pfarrer Georg von Lewin (Merl/Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Köln), der die Anschaffung der neuen Glocke durch eine großzügige Spende unterstützte, sowie der stellvertretende Bürgermeister Michael Sperling.
Cornelia Mark-Maas und ihr Sohn gestanden, dass es ihnen schwergefallen sei, sich von der Glocke zu trennen. Sie gefalle ihnen selbst ausgesprochen gut, sowohl vom Klang als auch von der Gestaltung her. Oben am Kranz trägt sie die Inschrift „Heilige Lüfthildis, Schutzpatronin, steht uns bei“, am unteren Rand des Mantels steht ein Zitat aus dem Lüfthildis-Mysterienspiel von Kurt Faßbender: „Das Wahre leuchtet durch die Zeit“. Auf dem Glockenmantel ist außerdem ein Relief der heiligen Lüfthildis abgebildet.
Eine Woche danach zogen Mitarbeiter der Glockengießerei Mark die neue Glocke in den Turm. Auch wenn die Turmuhr beharrlich zwanzig nach neun zeigte, war es kurz nach 13 Uhr, als die Glocke abhob. Gebannt verfolgten einige Lüftelberger Gemeindemitglieder, darunter eine ganze Reihe Kindergartenkinder, wie die 380 kg schwere Glocke mithilfe einer Seilwinde an der Außenwand des Turmes entlang hochgezogen wurde.
Bis zum Fenster der Glockenstube sind gut zwanzig Meter Höhe zu überwinden. Mit einem dicken Seil, das an der Glocke festgebunden war, verhinderten die Mitarbeiter der Glockengießerei, dass die Glocke gegen die Turmwand schlägt und beschädigt wird.
In der Glockenstube wurde sie vorerst „geparkt“, weil erst der Glockenstuhl umgebaut werden muss, bevor Lüfthildis dort ihren endgültigen Platz findet. Diese Arbeiten waren bei Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen. Anschließend muss der Glockensachverständige des Erzbistums Köln die Glocke noch einmal begutachten, bevor sie das erste Mal läuten darf. Die erste Begutachtung durch den Sachverständigen erfolgte in der Glockengießerei, nachdem die Glocke von ihrem Gussmantel befreit worden war.
Die 380 kg schwere Glocke wird in die Glockenstube gezogen.
Pfarrer Reinhold Malcherek bei der Glockenweihe.
Willi-Josef Wild, beim offiziellen Anschlag der Glocke.
