Leserbrief zum Thema „Familienfreundliche Truppen“
„Frauen und Kinder haben ein Recht auf ein zufriedenes Leben“
Ich bin die Frau (36 Jahre) eines Soldaten, Mutter zweier Kinder (zwei und fünf Jahre). Durch die Bundeswehr bin ich schon viermal umgezogen, habe zwei Auslandseinsätze mitgemacht. Es ist eine große Belastung sich jedes Mal wieder einen neuen Freundeskreis aufbauen zu müssen, die Kinder leiden unter Verlustängsten und die Familie muss sich wieder einmal in einer neuen Umgebung zurecht finden. Und kaum, dass man sich eingelebt hat, steht schon wieder ein neuer Umzug an. Meiner Meinung nach unterdrückt die Bundeswehr die Gleichberechtigung der Frau. Denn für uns Frauen ist es sehr schwer, alle paar Jahre eine neue Arbeitsstelle zu finden. Wer denkt an uns? Wir müssen nicht nur unsere eigene Karriere zurückstellen, sondern auch unser Privatleben.
Die meisten Frauen eines Soldaten sind über die vermehrten Versetzungen sehr frustriert und lassen diesen Frust natürlich auch an den Männern aus. Denn die jeweiligen Personalsachbearbeiter (diese entscheiden, wohin der Soldat versetzt wird) entscheiden kaum zugunsten der Familie. Es ist zwar toll, dass Ursula von der Leyen die Bundeswehr durch Teilzeitarbeit attraktiver machen möchte. Aber die Bundeswehr muss endlich die häufigen Umzüge beenden. Und das müsste auch kein Geld kosten! Sondern die Personalsachbearbeiter müssten mehr zusammenarbeiten und ihre Entscheidungen im Sinne der Familien treffen. Denn wir Frauen möchten nicht mehr von der Bundeswehr abhängig sein. Wir brauchen auch Freunde, einen Beruf und vielleicht auch mal Großeltern, die uns bei der Betreuung unserer Kinder unterstützen! Vielen Dank Frau von der Leyen, dass sie endlich die Situation der Familien verbessern wollen. Diese ständigen Versetzungen müssen ein Ende haben, denn wir Frauen und unsere Kinder haben auch ein Recht auf ein zufriedenes Leben! Andrea Engels,
Meckenheim
