Gedenkveranstaltung in Meckenheim
Jahrestag der Reichspogromnacht
Meckenheim. Die Stadt Meckenheim erinnert am 9. November, 18 Uhr im Rahmen einer offiziellen Gedenkveranstaltung am Gedenkstein Prof.-Scheeben-Straße/Synagogenplatz an die Zerstörung von jüdischen Synagogen, Geschäften und Häusern. Die Reichspogromnacht stellt den Anfang der systematischen Verfolgung und Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland und in Europa dar. Zerstörung von Geschäften und Wohnungen, Plünderungen, Diskriminierung, Gewalttätigkeiten bis hin zur Ermordung und Verschleppung von Juden in die Konzentrationslager fanden nicht nur in jener Nacht, sondern auch am darauf folgenden Tag statt und erschütterten das unter der nationalsozialistischen Herrschaft ohnehin schon schwierig gewordene Leben von Juden in Deutschland bis in die Grundfesten. Unter denen, die unbeschadet blieben, erkannten viele, dass in Deutschland kein Bleiben mehr war. Sie emigrierten. Andere blieben und starben einen gewaltsamen Tod in den Konzentrationslagern. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es damals zu sogenannten „Vergeltungsmaßnahmen“ gegen jüdische Mitbürger – auch in Meckenheim. Die Stadt Meckenheim sieht die Erinnerung an diese Ereignisse als Aufgabe und Verpflichtung. Sie stellt sich ihrer Verantwortung gemeinsam mit den Kirchen, Schulen und Vereinen. Schüler der Geschwister-Scholl-Hauptschule werden die Veranstaltung mit einer Lesung begleiten und gestalten. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung laden das Stadtarchiv Meckenheim und das Katholische Familienbildungswerk Meckenheim um 19 Uhr zu einer Anschlussveranstaltung ein. Am Beispiel der 1914 geborenen Ilse Mendel, die 1998 als Ilse Neuberger in Düsseldorf starb, soll das Schicksal einer Überlebenden dargestellt werden. Dazu berichtet Stadtarchivarin Ingrid Sönnert über die Familiengeschichte und zeigt einen Film, in dem Ilse Neuberger über ihre Flucht aus Deutschland und das Überleben in Israel erzählt. Veranstaltungsort ist das Katholische Bildungswerk, Kirchplatz 1. Der Eintritt ist frei. Alle Bürger sind zu Gedenkfeier und Anschlussveranstaltung herzlich eingeladen.
Pressemitteilung der
Stadt Meckenheim
