Politik | 13.08.2013

Bürgerprojektgruppe Sicherheit in Meckenheim

Weiterhin vieleEinbrüche in Meckenheim

Meckenheim. Im Jahr 2012 wurden in Meckenheim insgesamt 237 Einbruchsdelikte registriert. In den ersten Monaten des Jahres 2013 wurden die Meckenheimer Bürgerinnen und Bürger kaum mit Meldungen über Einbrüche behelligt, weder in der Tagespresse noch im Presseportal der Polizei im Internet. Nach Mitte Januar gab es erstmals wieder Anfang Juli eine kleine Meldung über zwei Einbrüche. Wer nun aber glaubte, damit sei die Einbruchswelle vorüber, hat sich getäuscht. Im ersten Halbjahr 2013 wurde in Meckenheim mindestens 57-mal eingebrochen! Gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 ist das zwar ein Rückgang auf etwa die Hälfte der damals bekannt gewordenen Fälle, aber es sei daran erinnert, dass die Gesamtzahl der Einbrüche in 2012 mit den oben genannten 237 extrem hoch war. „Nur“ 57 Einbrüche im ersten Halbjahr 2013 sind immer noch zu viel, das Niveau entspricht in etwa dem des Jahres 2011. In einer Pressemitteilung der Stadt Meckenheim vom 2. März 2012 hatte der Arbeitskreis Sichere Stadt des Kriminalpräventiven Rates die Zunahme der Fallzahlen von 2010 nach 2011 als eine nicht hinnehmbare Entwicklung bewertet. Wenn eine solche Bewertung vor wenig mehr als einem Jahr richtig war, dann kann sie jetzt nicht falsch sein.

Im Klartext:

Auch 57 Einbrüche im ersten Halbjahr 2013 sind eine nicht hinnehmbare Entwicklung! Es gibt also keinen Anlass für Zufriedenheit in Sachen Einbruchszahlen in Meckenheim. Wird die sogenannte Häufigkeitszahl aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2011 zum Vergleich herangezogen, so würde Meckenheim nach den Einbruchsschwerpunkten Bremerhaven, Bremen, Düsseldorf und Köln an fünfter Stelle in der Bundesrepublik liegen. Zu den Handlungsschwerpunkten der Landesregierung NRW gegen Wohnungseinbrüche gehört unter anderem der Appell an die Bürgerinnen und Bürger „aufmerksam zu sein und auf Nachbarn und Umgebung zu achten“, sowie „verdächtige Beobachtungen an die Polizei weiterzugeben und dazu den Notruf 110 zu nutzen“. Wer in dem zu beobachtenden Maße Informationen über erfolgte Einbrüche zurückhält, konterkariert diesen Ansatz, wiegt die Bürgerinnen und Bürger in falscher Sicherheit, nimmt nachlassende Aufmerksamkeit in Kauf und beeinträchtigt so die Ermittlungschancen der Polizei, die nach eigenem Bekunden dringend auf Hinweise und Beobachtungen aus der Bevölkerung angewiesen ist. Letztendlich werden damit auch die Informationsfreiheit und die freie Meinungsbildung von Bürgerinnen und Bürger unterdrückt. Wie sollen sie sich ein Urteil über die Lage und die Handlungen von Politik und Verwaltungen aller Ebenen bilden, wenn ihnen die Kenntnis einfacher Tatsachen über kriminelle Taten, deren Aufklärung und über Umfang sowie Wirksamkeit von vorbeugenden Maßnahmen aller Art vorenthalten wird? Dass dabei keine sogenannten ermittlungstaktischen Details bloßgestellt werden sollen, versteht sich von selbst. Die Bürgerprojektgruppe Sicherheit in Meckenheim verlangt Informationen zu dem, was in unmittelbarem Lebensumfeld geschehen ist. Dazu gehört in allererster Linie die laufende öffentliche Bekanntgabe der in Meckenheim registrierten Einbrüche und sonstigen Sicherheitsvorkommnisse durch die Bonner Polizeipräsidentin. Öffentliche Kontrolle und Transparenz müssen dringend verbessert werden.

Pressemitteilung der

Bürgerprojektgruppe Sicherheit in Meckenheim

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