Allgemeine Berichte | 01.09.2014

80. Hilfstransport von Peter und Erika Wölwer nach Bosnien Herzegowina

Caritas in Mostar freut sich über Hilfe für Pflegeheim und Kindergarten

In Mostar werden Peter und Erika Wölwer (li.) bereits von dem Caritas-Direktor Ante Komadina (re) und Schwester Albertine (Leiterin des Kindergartens) erwartet. FRE

Bell. Zum 80. Mal startet Peter Wölwer aus Bell im Rahmen der 1993 von Wolfgang Schlich ins Leben gerufenen „Kroatienhilfe Bell“ einen Hilfstransport, der ihn diesmal, am 4. September, gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika nach Mostar in Bosnien-Herzegowina führt. Die Hilfsgüter sind für die dortige Caritas-Zentrale bestimmt, die sich um ein großes Pflegeheim kümmert, in dem extrem pflegebedürftige Kinder und Erwachsene sowohl stationär als auch ambulant betreut werden, wobei die ambulanten Patienten im Rahmen ihrer Möglichkeit in der hauseigenen Behindertenwerkstatt arbeiten. Außerdem leitet die Caritas in Mostar einen Ganztags-Kindergarten, in dem 300 Kinder von Caritas-Schwestern, ehrenamtlichen Helfern und fest angestellten Erzieherinnen betreut werden. Eigentlich müssten die Eltern den Kindergartenplatz bezahlen, da auch der Kindergarten ohne staatliche Zuschüsse von der Caritas betrieben wird. Etwa drei Viertel der Eltern können das Geld jedoch nicht aufbringen und bringen stattdessen hin und wieder Kartoffeln oder Gemüse mit, die dann in der Großküche vor Ort in das Mittagessen mit eingeplant werden.

Kleidung und Spielsachen

Während die Kinder sich über Spielsachen ebenso wie über Kleidung freuen, werden weitere Kleiderspenden vom Lager der Caritas je nach Bedürftigkeit an die umliegenden Pfarreien aller Konfessionen verteilt, was wiederum dem Grundgedanken der Aktion von Peter Wölwer entspricht, welcher lautet: „Hilfslieferungen sind bestimmt für Hilfebedürftige - egal welcher Herkunft, Farbe oder Religion!“ Als Transport dient den Eheleuten Wölwer ein gemieteter Sprinter (dreieinhalb Tonner) der mit insgesamt 850 Kilo Hilfsmitteln, wie Rollstühlen, Gehhilfen, Hygieneartikeln, Kinderkleidung, voll beladen ist. Dabei handelt es sich um Spenden bekannter Sanitätshäuser aus den umliegenden Regionen sowie der Caritas (ausgemusterte Rollstühle und Gehhilfen) und zahlreicher Privatpersonen aus der gesamten Region (Kleidung), die das Ehepaar Wölwer in den vergangenen Monaten gesammelt und in seinem Gartenhäuschen, welches bereits aus allen Nähten zu platzen droht, bis zur Abreise aufbewahrt. „Was uns immer wieder fehlt sind Hygieneartikel wie Erwachsenenwindeln, Pampers für Kinder oder Betten- und Matratzenschoner, wobei wir diesmal von einer Dame aus Mendig mit Blutdruckmessgeräten beschenkt wurden, die ebenfalls dringend gebraucht werden“, so Peter Wölwer in einem Gespräch mit Blick aktuell.

Großzügige Geldspenden

Aufgrund großzügiger Geldspenden, die bei der Beller Benefizveranstaltung im vergangenen Jahr und beim 60. Geburtstag von Peter Wölwer, der auf persönliche Geschenke zugunsten von Spenden für die Kroatienhilfe verzichtet hatte (1.360 Euro) zusammen gekommen sind, hat Peter Wölwer, auch diesmal wieder die Möglichkeit, Bargeld an die Caritas zu überreichen, die davon Lebensmittel kauft. Außerdem werden an reinen Fahrtkosten (Automiete, Benzin und Maut) für jeden Transport von Bell nach Bosnien-Herzegowina und zurück rund 1000 Euro benötigt. Bereits vor einigen Wochen hat Wölwer eine Ladeliste und eine so genannte „Schenkungsurkunde“ ausgefüllt und diese an den Caritas-Direktor Ante Komadina in Mostar gemailt. Nachdem die Unterlagen von der dortigen Regierung genehmigt und mit einem Stempel versehen an ihn zurückkommen, dürfen die Hilfsgüter die Grenze passieren. Außerdem benötigt Wölwer ein Ausfuhr-Begleitdokument mit einer so genannten „EORI“-Nummer, die beim Zoll registriert ist, damit er die Grenze von Kroatien nach Bosnien problemlos passieren kann. Am 4. September fahren die Eheleute Wölwer zunächst 1.050 Kilometer von Bell nach Zagreb, wo sie bei guten Freunden übernachten. Am nächsten Tag müssen sie dann noch eine Strecke von 550 Kilometern bis Mostar zurücklegen, wo sie bereits von dem Direktor der Caritas, Ante Komadina, erwartet werden. Damit sie nach ihrer Rückkehr zu Hause keine bösen Überraschungen erleben, haben sich während ihrer Abwesenheit gute Freunde in ihrem Beller Haus eingemietet. Ende November wird Peter Wölwer zum dritten Mal in diesem Jahr erneut einen Hilfstransport nach Bosnien-Herzegowina durchführen, in dessen Focus die inzwischen schon bekannte Päckchenaktion von Nadine Soetebier und Steffi Daub aus Bell stehen wird. „Die Transporte werden unter anderem wegen der Zollabwicklung aus organisatorischen Gründen über die Kirchengemeinde St. Florin Bell abgewickelt. Auch zwei Jahrzehnte nach Kriegsbeginn zwischen den Serben und Kroaten spürt man auch heute noch die Folgen“, so Peter Wölwer. Nächstenliebe und die damit verbundene Hilfe sind für den 60-Jährigen und seine Ehefrau Erika, die ihn oft auf der beschwerlichen Fahrt begleitet, sehr wichtig. „Ich fühle mich den Menschen dort verpflichtet, und da wir die Transporte selber durchführen, können wir auch sicher sein, dass die Hilfsgüter auch direkt bei den Betroffenen ankommen“, so Wölwer.

Bis zu Ihrer Abreise stapeln sich die Hilfsgüter im Gartenhäuschen der Eheleute Wölwer.

Bis zu Ihrer Abreise stapeln sich die Hilfsgüter im Gartenhäuschen der Eheleute Wölwer.

Dieses 18-jährige Mädchen ist fast vollständig gelähmt und ist bis an ihr Lebensende auf die Hilfe der Caritas in Mostar angewiesen.

Dieses 18-jährige Mädchen ist fast vollständig gelähmt und ist bis an ihr Lebensende auf die Hilfe der Caritas in Mostar angewiesen.

In Mostar werden Peter und Erika Wölwer (li.) bereits von dem Caritas-Direktor Ante Komadina (re) und Schwester Albertine (Leiterin des Kindergartens) erwartet. Fotos: FRE

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