Ettringer Musiker feiern 25. Geburtstag
Diese Blaskapelle ist und bleibt ein Glücksfall im Dorf am Hochsimmer
Großer Zapfenstreich als musikalisches Highlight
Ettringen Sie alle, die Musikerinnen, die Musiker, die begeisterten Jugendlichen Akteure, aber besonders die engagierte Dirigentin Jenny Schaaf und der Vorstand um seinen „Boss“, Otto Barz, können stolz sein auf das, was dieser renommierte Klangkörper im Ort und der ganzen Region bewirkt hat. Man ist sozusagen zum „Aushängeschild“ des Ortes avanciert. Was haben sie in all den Jahren ihres Bestehens „geackert“ und auf den musikalischen Weg gebracht. Da gehört für alle, mit einem Wort gesagt, viel „Herzblut“ dazu. Und dieses dazu gehörende „Wir-Gefühl“ haben die Akteure vom Hochsimmer immer wieder gezeigt, wenn es darum ging, musikalische Höchstleistungen auf den Bühnen der Region und weit darüber hinaus zu intonieren. Jeder Einzelne, und dies querbeet durch alle Register, hat in hohem Maße zum Erfolg des beliebten Klangkörpers beigetragen.
Die Blaskapelle Ettringen: Seit einem Viertel-Jahrhundert unermüdlich aktiv, kreativ, profihaft agierend und dabei nicht nur Vorbild, sondern auch ein wahrer Vorreiter in puncto exzellenter Jugendarbeit. Dabei gibt’s aber, wenn man so will, auch ein großes Geheimnis des Zusammenhalts vieler Familienmitglieder, für die diese Blaskapelle auch seit vielen Jahren eine „Familie“ bedeutet. Erwachsene, ihre Kinder und sogar ihre Enkel musizieren gemeinsam: Einfach herrlich. Dazu der wichtige Respekt vor einander , die gegenseitige Anerkennung, gemeinsame Aktivitäten und Reisen, ein Lob, die Motivation. Und dann der wahre „Glücksfall“, in persona des dirigierenden Multitalents Jenny Schaaf. Und wenn man einmal zurückblickt, wie die Geschichte der Blaskapelle begonnen hat, dann klingt dies wie ein Märchen: „Es war einmal“ gegen Ende der 80er Jahre, als die Aktivitäten des 1959 gegründeten Fanfarenzuges der Kolpingsfamilie so langsam, sozusagen aus Nachwuchsmangel, einschliefen. Damals wurde, aus der Not heraus, gegen Widerstand und Skepsis der Versuch gestartet, eine Blaskapelle zu gründen. Auch der damalige Ortsbürgermeister Udo Mülhausen setzte sich dafür ein und veröffentlichte einen Aufruf im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde. Und womit keiner so richtig gerechnet hatte, geschah: Ende April 1990 waren es 18 Personen, die die Blaskapelle Ettringen aus der Taufe hoben. Auch ein musikalischer Leiter war schnell gefunden: Werner Krämer, dessen Vater schon den Fanfarenzug in seinen ersten Jahren geleitet hatte, übernahm den Aufbau der Blaskapelle. Innerhalb von rund sechs Wochen hatte er die Musiker soweit, das sie den ersten öffentlichen Auftritt bei der Fronleichnamsprozession in Ettringen absolvieren konnten Der im Essener Franz Sales-Haus musikalisch wirkende studierte Musikprofi Werner Krämer passte bei den Ettringern wie der berühmte Deckel auf den Topf. Krämer allerdings stellte eine Bedingung: „Wir probieren das einmal ein paar Monate lang. Dabei wird gemacht, was ich sage. Sonst lasse ich die Finger davon.“ Das waren klare Worte, die sich aber gelohnt hatten. Was dieser Mann aus den Ettringer Damen und Herren, Jungen und Mädchen herausholte, war umwerfend. Krämer gab dabei die Musikrichtung „Klassik“ vor. Die etwas „andere“ Musik sollte es sein. Man hatte mit ihm einen wahren „Edelstein“ zum Dirigenten gemacht. Durch konstante Ausdauer, persönliches Engagement - Krämer bildete seine Musiker in Privatstunden selber aus - kamen große Erfolge. Es entstand die Idee der berühmten „Waldmesse“, und das beliebte „Maiwecken“ zu Beginn des Wonnemonats an über 40 Spielstellen in Ettringen. Durch seine zielstrebige und fruchtbare Ausbildungs- und Probenarbeit wuchs die Blaskapelle schnell an. Leider verstarb Werner Krämer plötzlich und viel zu früh auf dem Weg zur wöchentlichen Probe. Sein Nachfolger wurde für kurze Zeit Werner Müller. Von Ende 1998 an führte nun Herbert Seul den Dirigentenstab. Mit ihm wurde das ausgebaut und weiter geführt, was 1990 mit 18 Musikern begonnen hatte. Zum Ende des Jahres 2009 verließ Herbert Seul auf eigenen Wunsch die Blaskapelle und übergab die Leitung an die Diplommusikpädagogin Jenny Schaaf. Eigentlich kein Wunder, Jenny ist quasi ein „Geborenes Mitglied“, seit der Gründung mit dabei. Sozusagen aufgewachsen mit der Musikalität, die unter anderen von ihren Eltern vorgelebt wurde. „In unserer Familie war die Blaskapelle immer allgegenwärtig“, erinnert sich die Powerfrau, die in der Domstadt Köln Gesang und Klavier studierte. Und dieses musikalisch versierte Supertalent führte mit ihren Akteuren die „Großen traditionellen Auftritte“ der Blaskapelle kontinuierlich weiter. Ob nun das „Maiwecken“, die „Waldmesse“, die „Kirmeseröffnung“, würdige „Weihnachtsfeiern“ und -“Konzerte“, Sommerfest, Weihnachtsmarkt, Herbst-, Verdi-, Klangblüten-, Hollywood-Filmmusik oder Benefizkonzert, Teilnahme am Hochsimmerturm-Jubiläum beim Kottenheimer „Kröbbelchesfest“ sowie bei der „Klingenden Vordereifel“. Besonders zu erwähnen sei, dass Otto Barz, seit der Gründung bis zum heutigen Tag, gemeinsam mit seinem Vorstand, als Vorsitzender die Vereinsgeschicke führt. Eigentlich brachte der Vereinsboss Otto Barz es im Gepräch mit „Blick aktuell“ auf den Punkt: „Ich bin Vorsitzender, weil mir das Vereinsleben sehr am Herzen liegt. Dabei ist es mein größtes Ziel, den Klangkörper auf dem Leistungsstand zu halten und weiter kontinuierlich auszubauen.“ Und dies wird ihnen allen sicherlich gelingen. Mitbegründer Werner Bell, der lange Jahre auch als Moderator der Musiker tätig war, brachte es auf einen Nenner: „Die Macht der Musik kennen wir seit den Posaunen von Jericho“. Jetzt nun wird erst einmal würdig Geburtstag gefeiert. Mit einem Empfang und dem „Großen Zapfenstreich“ zu Ehren des ersten Dirigenten, Werner Krämer“, am Samstag, 2. Mai um 21 Uhr auf dem Ettringer Kirmesplatz.
Seit Gründung agiert Otto Barz mit viel Herzblut als 1. Vorsitzender.
