Allgemeine Berichte | 29.01.2016

Schüler der Realschule plus und FOS Mendig in der ehemalige Synagoge Niederzissen

Erste Kontakte zu jüdischer Geschichte und Religion

Niederzissener Kultur- und Heimatverein führte den Rundgang durch das Gebäude

Richard Keuler inmitten der wissbegierigen Schülerinnen und Schüler der Realschule plus und FOS Mendig im jüdischen Museum der ehemaligen Synagoge Niederzissen. privat

Mendig. Schüler der Klassen acht bis zehn der Realschule plus und FOS Mendig besuchten die ehemalige Synagoge Niederzissen, um, ganz freiwillig, wie sie betonten, erstmals Einblicke in jüdisches Leben einst und jetzt zu erhalten. Dies ist, gerade für junge Menschen, im jüdischen Museum in Niederzissen möglich. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler durch die Religionslehrerin Ulrike Waasem und die Geschichtslehrerin Kristina Mertens, die die Anregung ihrer inzwischen pensionierten Kollegin Marion Retterath gerne aufgenommen haben. Sie hatte sich im Herbst des vergangenen Jahres bei einem Spontanbesuch einer gerade laufenden Führung anschließen können, die sie so beeindruckte, dass sie ihren einstigen Kolleginnen einen Besuch im Rahmen des Geschichts- und Religionsunterrichtes vorschlug. Der Vorsitzende des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins, Richard Keuler, erläuterte den Gästen am Beispiel der ehemals großen jüdischen Gemeinde Niederzissens, wie die Einwohner jüdischen Glaubens im Ort und in den Nachbardörfern über Jahrhunderte und besonders im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Einklang mit der gesamten Bevölkerung lebte, bis es ab 1933 zu Repressalien kam und das jüdische Leben mit der letzten Deportation im August 1942 endete. So erfuhren die sehr interessierten Schülerinnen und Schüler, wie und warum es zum Bau der Synagoge und deren Einweihung am 3. September 1841 kam und dann fast 100 Jahre Mittelpunkt des jüdischen Lebens war. Hier versammelten sich die jüdischen Mitbürger, es wurde gelernt und gebetet bis das Gotteshaus in der Reichspogromnacht am 10. November 1938 von Nazischergen gestürmt, im Innern zerstört und geschändet wurde. Durch Zwangsverkauf an einen Schmied wandelte sich das Gebäude für fast 70 Jahre zu einer Schmiede, bis die Gemeinde es durch Ratsbeschluss am 9. November 2009 erwarb und renovierte. Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Gisela Reichrath erfuhren die jungen Besucher, wie die ehemalige Synagoge heute als Erinnerungs- und Begegnungsstätte mit dem jüdischen Museum im Werkstattanbau als Lernort für Geschichte dient. So bestaunten sie auf dem Dachboden der ehemaligen Synagoge gefundene Textilien, wie beispielsweise Toramäntel und Gebetsumhänge oder Gebet- und Lehrbücher, Verträge und den 1807 mit hebräischen Buchstaben, aber deutschen Worten geschrieben Brief eines aus Niederzissen stammenden, jungen napoleonischen Soldaten. Darüber hinaus erfuhren sie, wie sich das jüdische Leben im Alltag und im Reigen der Gedenk- und Feiertage einst und heute gestaltet. Zum Abschluss des zweieinhalbstündigen Besuches, der nach Einschätzung der begleitenden Lehrerinnen der Beginn einer Besuchsreihe werden könnte, las die pensionierte Lehrerin Marion Retterath Ausschnitte aus Briefen und Ansprachen von in den USA lebenden Nachfahren ehemaliger Mendiger Juden, was den Besuch in Niederzissen würdig umrahmte.

Richard Keuler inmitten der wissbegierigen Schülerinnen und Schüler der Realschule plus und FOS Mendig im jüdischen Museum der ehemaligen Synagoge Niederzissen. Foto: privat

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