Musikzug Thür feiert sein 50-jähriges Bestehen
Höhen und Tiefen wurden gemeinsam erlebt
Thür. In diesem Jahr feiert der Musikzug Thür sein 50. jähriges Jubiläum. Am Samstag, 27. Juni ab 18 Uhr findet eine Jubiläumsfeier auf dem Dorfplatz Thür statt. Aus Anlass dieses runden Geburtstags gibt es einen kurzen Einblick in die letzten 25 Jahre Vereinsgeschichte.
Die ersten 25 Jahre wurden vom 25. bis 27. Mai 1990 mit einem Musikfest in der Thürer Mehrzweckhalle gefeiert. Höhepunkt war der Auftritt der „Ehemaligen des Fanfarenzugs“ unter der Leitung von Detlef Milles. Insgesamt standen 1990 gut 25 Auftritte auf dem Programm. Neben vielen Karnevalsauftritten in Thür und der näheren Umgebung mit dem Höhepunkt am Karnevalssonntag waren Schützenfest, Kirmes, Fronleichnam, Martinsumzug und Volkstrauertag auf dem Spielplan. Zudem wurden weitere Auftritte bei Goldenen Hochzeiten, auf Weinfesten und auf dem Wormser Backfischfest absolviert. Mit einem Ausflug zur Marxburg, verbunden mit einem zünftigen Ritteressen, wurde allen Aktiven für die geleistete Arbeit gedankt. Zu dieser Zeit fand die Jahreshauptversammlung traditionell am Martinsabend jeweils am 10. November statt. Fester Bestandteil dieser Veranstaltung war die Verlosung einer Martinsgans. So konnte beispielsweise 1991 der heute noch Aktive Wilfried Nell diesen schmackhaften Gewinn verbuchen.
Im Dezember 1991 wurde der langjährige Probenleiter Helmut Unger verabschiedet. Er hatte rund sieben Jahre den Umbau vom Fanfarenzug zum modernen Musikzug maßgeblich geprägt. Im Juni 1992 konnte Gerhard Schlich aus Mendig als neuer Probenleiter gewonnen werden. 1992 fand auch die letzte Fahrt zu den holländischen Musikfreunden nach „Cheermont -Kerkraden“ statt. Für alle Aktiven war es damals ein unvergessliches Erlebnis. 1995 erfolgte anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Musikzuges der Gegenbesuch. Das Musikfest fand vom 29.Juni bis 1. Juli 1995 erstmals auf dem Dorfplatz bzw. am Feuerehrdepot statt.
Dank an Alfred Dreiser
1996 gab das Gründungsmitglied und damaliger Vorsitzender Alfred Dreiser, der auch über 24 Jahre als Tambourmajor den Musikzug anführt hatte, sein Amt am Ralf Pauken weiter, der bis heute als Vorsitzender den Verein führt. Alfred Dreiser wurde für die langjährigen Verdienste für den Musikzug Thür von den Vereinsmitgliedern unmittelbar zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In der Karnevalssession 1999/2000 wurde der gesamte Musikzug Thür kurzerhand zur „Hofkapelle“ von Prinz Bernd und Prinzessin Brigitte umfunktioniert. Im Jahr 2000 konnte der Musikzug auch sein 35-jähriges Jubiläum feiern. Am 27. Mai fand das Musikfest wiederum auf dem Dorfplatz statt. Erstmalig wurde „Sau am Spieß“ angeboten. Verantwortlich war damals der „Vereinsmetzger“ Guido Högner.
Das neue Jahrtausend war leider auch durch starken Mitgliederschwund geprägt. Von diesem allgemeinen Trend blieb auch der Musikzug nicht verschont. Die Proben waren schlecht besucht, sodass der Vorstand schon bald über Gegenmaßnahmen nachdachte; unter anderem wurde die Zusammenlegung mit anderen Musikvereinen erprobt. Leider blieben diese Bemühungen seinerzeit ohne Erfolg. Ende 2001 war die Lage so kritisch, dass erstmals für die Session 2002 die Karnevalsumzüge abgesagt werden mussten. Am 31. August 2001 konnte der Verein jedoch noch mal ein Highlight verbuchen. Bei der 1.000. Sendung der SWR Fernsehreihe „Hierzu Land“ konnte der Musikzug nochmals das Publikum begeistern.
Im selben Jahr wurde nach zehn Jahren der Probenleiter Gerhard Schlich verabschiedet. Der Musikzug konnte nach kurzer Zeit den ehemaligen Profimusiker Herr Goralscheck aus Kottenheim gewinnen. Er konnte nochmals neue musikalische Impulse für den Musikzug Thür setzen, sodass der Verein 2003, trotz kleiner Truppe, wieder an Karnevalsumzügen teilnehmen konnte. 2005 wurde zu Ehren der Thürer Prinzessin Conny wieder der Fanfarenzug mit den ehemaligen Mitgliedern auf die Beine gestellt. Unter der Leitung von Detlef Milles konnte die starke Truppe viele erfolgreiche Auftritte absolvieren. Am 11. Juni 2005 zum 40-jährigen Jubiläum des Vereins konnten die Ehemaligen des Fanfarenzugs wiederum die Gäste aus nah und fern begeistern.
Schwerste Kriste stand noch bevor
Fünf Jahre später musste der Verein seine bisher schwerste Krise bestehen. Aufgrund der schlechten Probenbesuche und einer weiter schwindenden Anzahl von Aktiven wurde auf der Jahreshauptversammlung 2010 beschlossen, den aktiven Spielbetrieb bis auf Weiteres einzustellen. Um den Kontakt im Verein aber aufrecht zu erhalten, wurde ein „Musikzug Stammtisch“ ins Leben gerufen. Nach wenigen Monaten waren die Entzugserscheinungen der Aktiven jedoch so stark, dass die ersten kleineren Auftritte wieder in Angriff genommen wurden - unter anderem ein Geburtstagsständchen für den Aktiven Winfried Nell und für den Ehrenvorsitzenden Alfred Dreiser. Seit 2012 werden durch den Musikzug wieder regelmäßig kleinere Auftritte in Thür und der näheren Umgebung wahrgenommen.
Nach vielen Hochs und Tiefs feiert der Musikzug Thür am 27. Juni sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Goldjubiläum sind alle Freunde und Gönner des Vereins herzlich eingeladen.
