Athlet der DJK Tri Andernach nahm an Alpenrennen teil
Holger Nickolaus beim Eiger Ultra Trail
Andernach. DJK-Triathlet Holger Nickolaus bei dem wohl härtesten 100km Ultra-Trail in Europa, dem Eiger-Ultra-Trail. Hierzu hat sich Holger akribisch durch eine Vielzahl von Marathons und Ultraläufen vorbereitet. Ein wenig untypisch für die bekannte und wunderschöne Alpen-Region rund um den berühmten Ski-Ort Grindelwald war das Wetter, das mit deutlich über 30 Grad eher als subtropisch zu bezeichnen war. Am frühen Samstagmorgen starteten rund 500 Athleten auf die 100km-Runde, welche mit knapp 7000 Höhenmetern wohl die schwerste dieser Art in Europa ist.
Ein Meer aus Stirnlampen wurde kurz vor dem Startschuss angeschaltet und erleuchteten so den Start- und Ziel-Bereich mitten in der Ortsgemeinde Grindelwald. Und schon um 4:30 Uhr früh setzten sich die Ultraläufer in Gang, um direkt den ersten langen Anstieg zur „Großen Scheidegg“ (2000m) mit über 1000 Höhenmetern zu bezwingen. Dieser allein schon ist für einen Hobbysportler eine große Herausforderung. Doch auch danach war noch lange nicht an ein Ausruhen zu denken, denn es warteten bereits eine Vielzahl weiterer Anstiege, teilweise auch mit mehr als 1000 Höhenmetern im Anstieg. Holger konnte sich nach verhaltenem Beginn immer weiter nach vorne arbeiten und war auf dem Faulhorn (2650m), dem höchsten Punkt des Eiger-Ultra-Trails, bereits im vorderen Drittel des Feldes zu finden. Nun begann ein „mörderischer“ Downhill von knapp 20 km Länge, durch Geröllfelder und Wurzel-Trails, die technisch extrem anspruchsvoll sind und insbesondere aufgrund der zunehmenden Erschöpfung aller Teilnehmer teilweise sogar als halsbrecherisch zu bezeichnen sind. Auch die Hitze setzte den Teilnehmern immer mehr zu und Holger - wie auch alle anderen Teilnehmer - musste zusehen, dass er seinen Flüssigkeits- und Mineral-Haushalt weiter aufrecht erhalten konnte. Nicht wenige Sportler stiegen hier bereits völlig erschöpft aus dem Rennen aus. Zur Halbzeit in der Ortschaft Burglauenen legte Holger einen längeren Stopp ein, um seine Energievorräte wieder aufzufüllen, denn nun folgte ein weiterer großer Anstieg hinauf auf den „Männlichen“. In diesem, extrem steilen Anstieg hatte Holger jedoch zunehmend Probleme mit seinem Kreislauf. So war er gezwungen, am Verpflegungspunkt im Skiort Wengen eine längere Pause einzulegen. Jedoch gelang es ihm nicht, durch Zuführen von Flüssigkeit und Energieriegeln/-gels, seine körperliche Verfassung zu stabilisieren. Holger traf somit für sich die richtige Entscheidung und beendete das Rennen nach über 11 Stunden hartem TrailRunning kurz vor dem Ziel. Sicher eine schwere aber für ihn die richtige Entscheidung. Aber wer Holger kennt, weiß, dass er nicht lange wartet, um seine offene Rechnung am Eiger zu begleichen.
