Mendiger Stadtgala überzeugte mit unkonventionellem, lockeren Programm
Laudatoren verstanden es vortrefflich, die „Ehrenamtler“ ins rechte Licht zu setzen
Mendig. Wieder einmal hatte die Stadt Mendig zu einer festlichen Galaveranstaltung in die Laacher See-Halle eingeladen, wo zur großen Freude der bestens aufgelegten Besucher ein ebenso anspruchsvolles wie unterhaltsames Programm geboten wurde.
Nach einer musikalischen Begrüßung durch die zehn erfahrenen Musiker der Linzer Gruppe „Uhles Underground“, die nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung mit aktuellen Chartbreakern und zeitlosen Classic-Hits von den 70ern bis heute den Geschmack der tanzfreudigen Besucher traf, hieß Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel die Gäste, darunter die Beigeordneten Thomas Schneider, Konrad Böhnlein und Markus Tiede sowie den Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Joachim Plitzko, herzlich willkommen. Nach der Eröffnung eines von dem Chef der Mendiger Ratsstuben, Walter Hofstätter wieder einmal exzellent zubereiteten Drei-Gänge-Menüs kündigte Frank Neideck in seiner Eigenschaft als souveräner und schlagfertiger Moderator die Gruppe R(h)ein-Klang an und versprach einen Musikgenuss der Extra-Klasse. Wenngleich zwei Mitglieder der Band krankheitsbedingt ausfielen, wurden die beiden außergewöhnlichen Stimmakrobaten Christoph Einig und Christa Steege dem Versprechen Neidecks als ein harmonisch aufeinander eingespieltes Duo mehr als gerecht. Auch die Varieté-Künstlerin Estefania erntete mit ihrer computergesteuerten Lightshow, in die sie als Zugabe das Mendiger Wappen integrierte, den ungeteilten Beifall der Gäste.
Die wahren Stars des Abends waren jedoch drei Mendiger Bürger, die von Stadtbürgermeister Ammel für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden sowie die „Macher“ von „Kul-Tour“, die aufgrund ihrer grandios besetzten Comedy-Veranstaltungen mit herausragenden Künstlern, wie Guido Cantz, Bernd Stelter oder Jürgen Becker zu Recht den Sonderpreis der Stadt Mendig erhielten.
Erich Heuft
Als ersten Ehrenamtler des Abends stellte der Laudator Anton Gierenstein, der kürzlich zum neuen 1. Vorsitzenden des 1882 gegründeten Obermendiger Steinhauervereins gewählt worden war, den inzwischen 90-jährigen Erich Heuft vor, der 44 Jahre lang das Amt des Kassierers in dem Obermendiger Steinhauervereins ausgeübt hatte. „Erich Heuft war jedoch nicht ’nur‘ Kassierer im Verein, sonder er war der Mann im Hintergrund, der seine Vorstandskameraden wie ein guter Vater zu führen wusste“, so der Laudator Anton Gierenstein, der sich im weiteren Verlauf seiner Rede auf eine vom Steinhauerverein Obermendig im Jahre 2008 veröffentlichte Chronik bezog, in der Staatsminister a.D. Gernot Mittler in einem Vorwort u.a. schrieb: „Steinmetzmeister Erich Heuft, seit Jahrzehnten Funktionsträger des Vereins und dessen unermüdlicher Motor, hat durch sorgfältige Aufbereitung der vorhandenen Aufzeichnungen eine interessante und leicht lesbare Schrift zusammengestellt. Damit werden viele sachliche Details und Persönlichkeiten, die sich um den Verein verdient gemacht haben, vor der Vergessenheit bewahrt. Dafür ist ihm herzlich zu danken.“ Außer dem Ehrenpreis erhielt Erich Heuft von Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel eine umfangreiche Auswahl erlesener Weine, während seine Ehefrau Hedi mit einem Blumenstrauß erfreut wurde.
Wolfgang Berger
Nach einem hinreißenden musikalischen Intermezzo des Duo´s „R(h)ein-Klang“ meldete sich als nächster Laudator Pastor Ralf Birkenheier zu Wort, der in seiner unnachahmlich verschmitzten Art die Verdienste des nicht weniger humorvollen Ehrenamtlers Wolfgang Berger zu würdigen verstand. Pastor Birkenheier, der von vielen Mendigern nach wie vor liebevoll „unser Pater Ralf“ genannt wird, zelebrierte seinen Wortbeitrag allerdings nicht -wie üblich- als „Solist“. Als nicht weniger schlagfertiges Pendant hatte er sich seine Messdienerin Lina Kraut zur Seite geholt, die sich als pfiffige Gesprächspartnerin erwies. So wusste sie zu berichten, dass Wolfgang Berger am 15.10.1944 geboren wurde, 1964 in die Kolping-Familie eintrat, das Theater „Bratpfanne“ mit ins Leben rief und sich um die Jugendarbeit verdient machte. Wolfgang Berger ist Ehrenmitglied der Kolping-Familie Mendig und der Kolpingjugend Mendig sowie Ehrenkappenträger der Kolpingfamilie Mendig und nicht zuletzt Ehrenobermeister der Schornsteinfeger-Innung Koblenz. Lina Kraut beendete ihren Beitrag mit den Worten: „Chef, ich habe fertig, übernehmen Sie!“ „Folgsam“ übernahm dieser und führte weiter aus: „Wolfgang Berger ist seit 1996 im Verwaltungsrat von St. Cyriakus und dort hat er sich mit weiteren Mitstreitern mit großen Anliegen wie ’Gebäude der Kirchengemeinde und ihre bauliche Unterhaltung‘ befasst. Dazu gehörte die Pfarrkirche, die Kirchenmauer, das Pfarrhaus mit Pfarrgarten, der Neubau und die Betreuung des Pfarrheims, die Sorge um den alten und den neuen Kindergarten und nun die Generalsanierung der Pfarrkirche sowie mittenhinein seine Zusage: Ich bleib dabei und mache weiter mit. Das ist ein Wort! Dass er auch im Pfarrgemeinderat aktiv war und in vielen anderen Gremien - das alles zu nennen, würde diesen Rahmen sprengen“, so Pastor Ralf Birkenheier. Wolfgang Berger, der dem Geistlichen das Versprechen abnahm, weiterhin Präses der Kolping-Familie zu bleiben, freute sich nicht nur über den Ehrenpreis der Stadt Mendig, sondern auch über ein Wochenende zu Zweit in Münstereifel im Hotel Wolfsschlucht, wo außer einem festlichen Dinner u.a. auch ein Museumsbesuch und eine Stadtbesichtigung auf ihn und seine Ehefrau Silvia warten, die ebenfalls von Stadtbürgermeister Ammel einen Blumenstrauß erhielt.
Udo Müllegans
Auch die Laudatio für den Ehrenamtler Udo Müllegans übernahm ein Geistlicher, der zwar offiziell ein Pensionär ist, aber mehr denn je auf allen Kanzeln der Region und darüber hinaus zu vernehmen ist: Pastor a.D. Stephan Augst, der Anfang des Jahres sein 40. Priesterjubiläum feierte. Da es sich bei dem zu Ehrenden um den Vorsitzenden des MGV Mendig handelte, verwunderte es nicht, dass der vollständig anwesende Männergesangverein die Laudatio von Stephan Augst mit dem musikalischen Gruß „Sing mit uns“ eröffneten. „Der Vorstand unseres Chores hat Udo Müllegans einstimmig für den Ehrenpreis der Stadt Mendig vorgeschlagen und wir danken der Jury, dass sie unseren Vorschlag angenommen hat“, so Stephan Augst, der hinzufügte: „Seit 1970 ist Udo Müllegans aktiver Sänger. Bei dem Vorschlag für seine Ehrung haben wir wie folgt argumentiert: Nach dem Zusammenschluss der Männergesangvereine ’MGV Amicitia‘ und ’MGV Eintracht‘ im Jahre 2006 setzte Udo sich als Vorsitzender in besonderer Weise und unermüdlich für den Zusammenhalt im Verein und den Fortbestand der Chormusik ein. 2012 konnte unter seiner Führung das 140-jährige Jubiläum des MGV Mendig gefeiert werden. Unser Vorsitzender Udo Müllegans ist der Motor in unserer schönen, harmonischen Gemeinschaft und wir freuen uns immer auf die Chorprobe am Montagabend sowie auf die verschiedenen Auftritte. Er ist besorgt um das Wohlergehen der Sänger - auch im privaten Bereich. So besucht er jeden erkrankten Sänger und wenn, einer bei der Probe fehlt, erkundigt er sich gleich am nächsten Morgen nach dessen Befinden. Nach jeder Wahl sind wir Sänger froh und dankbar, wenn Udo -der auch nicht mehr der Jüngste ist- erneut die Wahl zum Vorsitzenden unseres Vereins angenommen hat. Deshalb hoffen und wünschen wir, dass Du lieber Udo noch lange unser Vorsitzender bleibst und wir mit Dir noch oft singen können: „Sing mit uns“!“ Während seine Ehefrau Ulla sich über einen Blumenstrauß freute, nahm Udo Müllegans von Hans Peter Ammel außer dem Ehrenpreis der Stadt auch noch einen Gutschein für ein Wochenende mit vielen Extras im Hotel „Zur Post“ in Kell am See in Empfang.
Sonderpreis ging an „Kul-Tour“
Bevor Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel mit seiner Frau Rita mit einem gekonnten Foxtrott den geselligen Teil des Abends eröffnete, ließ er es sich nicht nehmen, die Laudatio auf die Männer von „Kul-Tour“ zu halten, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feierten. „Um unser Dankeschön zu unterstreichen, fanden wir es von Seiten der Stadt angemessen, in diesem Jahr einen Sonderpreis zu vergeben. Den Männern, die vor 20 Jahren die Idee hatten, eine Veranstaltungsreihe auf die Füße zu stellen, die inzwischen eine Riesen-Anerkennung im weiten Umfeld Mendigs genießt. Auch bei den Künstlern ist Mendig dadurch zu einem Begriff und Gütesiegel geworden. Ob Konrad Beikircher, Gerd Dudenhöfer, Bernd Stelter, der Becker Peter, Springmaus Theater, Guido Cantz oder -wie in Kürze- Jürgen Becker aus Köln - sie alle sind hier in der Laacher See-Halle aufgetreten und konnten sich immer auf ein volles Haus und ein begeistertes Publikum freuen. Nicht ohne Stolz verweise ich als Bürgermeister immer wieder auf Mendig als eine Hochburg der Kultur. Nicht zuletzt haben dazu die ’Macher‘ von Kultur: Georg Alef, Frank Furch, Frank Neideck, Frank Post, Jürgen Zinken und nicht zu vergessen Ernst Adams beigetragen. Ich bin ganz ausdrücklich darum gebeten worden, Ernst Adams nicht zu vergessen und darf Frank Neideck zitieren: „Der Kerl es de halve Miet!“. „ Als Geste der Anerkennung schenkte Stadtbürgermeister den Männern von Kul-Tour eine Magnum-Flasche guten Ahr-Rotweins sowie einen nicht zu verachtenden Gutschein für die Ausrichtung ihrer Weihnachtsfeier in den Mendiger Ratsstuben. Selbstverständlich überreichte Bürgermeister Ammel auch je einen Blumenstrauß an die charmanten Begleiterinnen der Geehrten.
Wolfgang Berger (re.) zeigte sich gerührt von der außergewöhnlichen Ehrung durch die Laudatoren Pastor Ralf Birkenheier und Lina Kraut.

