Allgemeine Berichte | 25.09.2014

Organspende kann ganz plötzlich Thema werden

Biblisches Nachtcafé in der Pfarrbegegnungsstätte Herz Jesu in Mayen

Mayen. „Die Frage nach der Organspende kann ganz plötzlich kommen. Es ist gut, sich vorher damit zu beschäftigen, wenn der Geist noch frei ist.“ Mit diesen Worten leitete Dr. Beate Schoch, Chefärztin auf der Neurologie des Stiftungsklinikums Mittelrhein, den ersten Impuls des biblischen Nachtcafés in der Pfarrbegegnungsstätte Herz Jesu in Mayen ein. Die folgenden Ausführungen gaben den gut 70 Zuhörern einen Einblick in die medizinische Vielschichtigkeit des Themas.

Voraussetzung für eine Organentnahme ist die Feststellung des Hirntods. Was aber verbirgt sich hinter dem Begriff „Hirntod“, an dem übrigens nur 0,4 Prozent der Menschen sterben? Nach welchen Kriterien wird er festgestellt? Ist Hirntod gleichzusetzen mit Tod? Wie werden die Angehörigen, die vor der Entscheidung stehen, begleitet? In verständlicher und praxisnaher Weise wurde über solche Fragen referiert.

Prof. Dr. Heribert Niederschlag (Vallendar) beleuchtete anschließend das Thema aus ethischer Sicht. Wie seine Vorrednerin plädierte auch er dafür, statt von „Hirntod“ besser vom „irreversiblen Ausfall der Hirnfunktionen“ zu sprechen. „Sterben ist ein Prozess, niemand kennt sein Ende. Die medizinische Wissenschaft kann Kriterien feststellen, die den Schluss erlauben, dass der Tod eingetreten ist. Aber der Tod selbst ist kein Gegenstand der Erkenntnis.“

Allerdings gab der Referent zu bedenken: „Die Debatte um den Hirntod gäbe es nicht ohne die Möglichkeiten der Transplantationsmedizin und ihren Möglichkeiten, kranken Menschen eine Hoffnung zu geben. Angesichts der Not ist in der ethischen Diskussion eine Kultur des Schenkens zu überlegen, die auch vor dem Hingeben der eigenen Organe nicht haltmacht, damit andere aufleben und ihr Leiden gemindert wird.“ Was die Entscheidung aber sicherlich nicht leichter und eindeutiger macht.

In der anschließenden Fragerunde nutzten die Zuhörer nochmals die Gelegenheit, mit den beiden Referenten über das Thema ins Gespräch zu kommen. Es wurde deutlich: Es ist gut, sich rechtzeitig zu informieren und mit anderen über das Thema zu sprechen. Musikalisch umrahmt wurde das biblische Nachtcafé von Thomas Braun (Klavier) und Marga Reif (Mandoline).

Das biblische Nachtcafé wurde gemeinsam von der katholischen Familienbildungsstätte Mayen, dem Dekanat Mayen-Mendig, der Pfarreiengemeinschaft Mayen und dem Hospizverein (Region Mayen) veranstaltet.

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