Allgemeine Berichte | 19.11.2012

SLAM – Ein Online-Literaturprojekt von und mit Akif Pirincci

Co-Autorin Jutta Schützdeller überzeugt mit spannenden Beiträgen

Jutta Schützdeller ist vielen als Autorin des Buches „Darjeeling bei Zeus“ ein Begriff.

Mendig. Wenn Akif Pirincci ankündigt, dass er ein neues Buch in Arbeit hat, dann hören seine Fans genau hin. Pirincci überraschte 1989 mit seinem Roman „Felidae“, in dem zum ersten Mal ein Tier, in diesem Fall der Kater Francis, in die Rolle des Detektivs schlüpft. Millionen Leser schlossen den eigenwilligen Kater ins Herz und verfolgen seither gespannt die Abenteuer des heldenhaften Ermittlers, dessen achtes Abenteuer vor kurzem erschien. Aber Pirincci wäre nicht so erfolgreich, wenn er sich nur auf ein Genre beschränken würde. Mit Büchern wie „Der Rumpf“, „Yin“ und „Die Damalstür“ machte er sich in der deutschen Literaturlandschaft einen Namen. Seine Werke „Felidae“, als auch „Die Damalstür“ wurden sogar verfilmt und haben den erfolgreichen Sprung auf die Leinwand geschafft.

Neues Projekt

Nun hat Akif Pirincci ein neues Projekt ins Leben gerufen, dass seiner Kreativität wieder alle Ehre macht. In Zeiten von digitaler Kommunikation und sozialer Netzwerke rief er via Facebook Kollegen und Freunde auf, gemeinsam an einem Roman zu arbeiten. Die Idee: Akif Pirincci hat eine Geschichte entwickelt und in groben Zügen festgelegt. Jeder, der sich berufen fühlte, konnte das Schreiben eines oder mehrerer Kapitel übernehmen. Bei allem behielt Pirincci sich vor zu entscheiden, welche Texte tatsächlich ins Buch übernommen werden. „Ich weiß, dass ich einen Ruf zu verlieren habe“,  ist sich Pirincci bewusst, „die Qualität der Texte muss also stimmen, schließlich stehe ich mit meinem Namen dafür ein.“

In die Vorstellung eines anderen eintauchen

Jutta Schützdeller aus Mendig, die nicht nur als Kommunalpolitikerin, sondern auch als Autorin bekannt ist,  fand die Idee sehr interessant und meldete sich, um an diesem Projekt mitzuwirken. „Einerseits ist es spannend, der groben Vorstellung eines anderen Autoren Leben einzuhauchen, andererseits ist es eine Herausforderung, mit einem „alten Hasen“ wie Akif Pirincci zusammenarbeiten zu dürfen“, meint die 49jährige, die im vergangenen Jahr ihren ersten Roman „Darjeeling bei Zeus“ veröffentlichte (Blick Aktuell berichtete).

Spannende Geschichte Eine Stadt nur für Frauen

Aber nicht nur die Art der Zusammenarbeit ist spannend, auch die Geschichte, bei der sich die Autoren lediglich via Facebook und Email untereinander abstimmen, hat es in sich: Im 28ten Jahrhundert ist die Welt vollständig islamisiert, die Menschen sind bei bester Gesundheit und in einer straff durchorganisierten Gesellschaft finden weder Kriege, noch andere gewalttätige Auseinandersetzungen statt. Nur eines ist anders: Es gibt keine Frauen mehr. Aber nicht nur das: Die Erinnerung an Frauen ist aus dem kollektiven Bewusstsein der Männer verschwunden und niemandem scheint es an irgendetwas zu fehlen. Bis auf Karim, denn der Held der Geschichte leidet unter seinen verstörenden Träumen von runden Formen und Wesen, die vollkommen anders aussehen als die Männer, die er kennt. Als ihm eines Abends durch einen merkwürdigen Umstand ein antikes Taschentuch in die Hände fällt, beginnt für ihn eine abenteuerliche Reise, in deren Verlauf er nicht nur um sein Leben fürchten muss, sondern in der auch sein bisheriges Weltbild ins Wanken gerät, weil er auf die Spur eines unglaublichen Geheimnisses kommt.

Auf die Frage, wie er auf dieses nicht ganz unkritische Thema gekommen sei, meint Pirincci: „Vor einiger Zeit las ich einem Bericht, in dem es um Pläne in Saudi Arabien ging, eine Stadt nur für Frauen zu bauen, damit diese eine Chance haben, zu arbeiten und sich frei zu bewegen. Im „normalen“ saudiarabischen Leben ist es für eine Frau nahezu unmöglich, einer geregelten Arbeit nachzugehen, weil sie nirgendwo ohne Begleitung mit anderen Männern zusammentreffen darf. Viele Frauen sind gebildet und haben Berufe, die sie aber wegen der geltenden Regeln nicht ausüben können. Nun soll tatsächlich eine unterirdische Stadt errichtet werden, in der Platz für mehr als 5.000 Frauen ist. In diesem Moment war die Idee für SLAM geboren.“

Die Religion hat sich entscheidend verändert

Auf die Frage von „BLICK aktuell“, ob „SLAM“ islamkritisch bezeichnet werden kann, antwortet Jutta Schützdeller: „Nein! Unsere Geschichte spielt in einer Zeit, in der vom Islam nur noch vier Buchstaben übrig sind. Die Religion hat sich entscheidend verändert und hat mit dem Islam von heute nur noch die Wurzeln gemeinsam. Diese Wurzeln haben wir sehr behutsam verwendet. Ich selbst habe eine tolerante Einstellung jeder Religion gegenüber und bemühe mich ohnehin, allen mit großem Respekt zu begegnen. Die Worte des Propheten, er sei gesegnet, sind genau so wertvoll wie die Worte der Bibel für mich als Christin. Wer unser Buch liest, kann sich davon überzeugen.“ Auch Akif Pirincci sieht das so. „Im Kern des Romans geht es nicht um eine Religion, sondern um Menschen und Computer. Es geht um die Dinge, um die es immer geht: Macht und Sex! Die Religion bietet lediglich den Hintergrund, vor dem diese Geschichte sich abspielt.“

Konsequent digital

Und weil SLAM ein konsequent digitales Projekt ist, wird es auch als E-Book erscheinen. Ab Ende November steht es bei Amazon-Kindle zum Download bereit. Wer jetzt neugierig ist und vorher schon einen Blick riskieren möchte, der findet zwei Kapitel auf Akif Pirinccis Homepage: www.akifpirincci.blogspot.com.

SF

Jutta Schützdeller ist vielen als Autorin des Buches „Darjeeling bei Zeus“ ein Begriff.

Jutta Schützdeller ist vielen als Autorin des Buches „Darjeeling bei Zeus“ ein Begriff.

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