Politik | 15.12.2014

NABU-Mayen und Umgebung fordert Nachbesserungen

Zerstörung der Tier- und Pflanzenwelt

Mendig. Der NABU-Mayen und Umgebung als vor Ort ansässiger Naturschutzverband wurde von dem Konzertveranstalter Marek Lieberberg eingeladen, Anregungen zur naturverträglichen Organisation des Festivals beizutragen. Bereits beim Bekanntwerden des neuen Veranstaltungsgeländes für das „Rock am Ring“-Ersatzfestival hat der NABU-Mayen und Umgebung den Veranstalter auf die einzigartige Qualität dieses 190 ha großen ehemaligen Fliegerhorstes als Lebensraum der unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen hingewiesen und dass man einer Großveranstaltung auf dieser sensiblen und für die Natur bedeutenden Fläche kritisch gegenübersteht. Hier entwickelte sich über Jahrzehnte ein hochwertiger Lebensraum aus mageren Grünlandflächen, die ihre Wertigkeit auch dadurch erhalten, dass sie ein „Alleinstellungsmerkmal“ in der intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche zwischen Pellenz und Maifeld aufweisen. Der NABU Mayen u. Umgebung geht davon aus, dass die Durchführung der Nachfolgeveranstaltung von Rock am Ring in Mendig langfristig zu einer Zerstörung der vorhandenen Tier- und Pflanzenwelt führen wird und diese Fläche dadurch ihrer herausragenden ökologischen Bedeutung beraubt wird. Zwischenzeitlich haben mehrere Gespräche stattgefunden, bei denen es vor allem um das Problem der vorhandenen Feldlerchenpopulation auf dem ehemaligen Flugplatzgelände ging. Hier befindet sich einer der bedeutendsten Brutplätze der Feldlerche in der Region. Zählungen gehen von ca. 110 Brutpaaren auf der Fläche aus. Vor allem die intensivere Landwirtschaft führte seit den 70er Jahren zu einem dramatischen Bestandsrückgang. Der ehemals häufige Offenlandvogel steht inzwischen auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Nach einem nun vorliegenden Antrag bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, beantragt der Veranstalter Marek Lieberberg als Ausgleich für den Eingriff während der Brutzeit der Feldlerchen, eine Ausnahmegenehmigung nach Bundesnaturschutzgesetz, die im schlechtesten Falle von einer kompletten Vernichtung der ersten Brut ausgeht. Als Ausgleich für diesen Eingriff sind vom Veranstalter ca. 50 ha Sommergetreideansaat mit doppeltem Reihenabstand in der Nähe des Flughafengeländes vorgesehen. Sie sollen den Altvögeln, als ursprünglichem Steppenvogel, als Ausweichquartier dienen. Der NABU-Mayen und Umgebung fordert eine deutliche Nachbesserung der Flächengröße und hält die beantragte Ersatzfläche für zu gering. Seine Forderung, die er auch dem Veranstalter gegenüber deutlich gemacht hat, geht von einer notwendigen Fläche von mindestens 100 ha Sommergetreide aus. Auch für die auf der Fläche vorkommenden Schmetterlings- und Heuschreckenarten müssen laut Bundesnaturschutzgesetz Ausgleichsmöglichkeiten geschaffen werden. Die bisher vom Konzertveranstalter vorgeschlagenen Flächengrößen und -sicherung sieht der NABU-Mayen als unzureichend an und fordert hier, genau wie bei den Feldlerchen eine dringende Nachbesserung. Die vorgelegte Planung ist nach Überzeugung des NABU nicht geeignet, die Lebensraumzerstörung durch das Festival auszugleichen und damit nicht

Genehmigungsfähig.

Pressemitteilung

NABU-Mayen und Umgebung

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