Blaulicht | 31.07.2026

Gesamtschaden liegt bei über 60.000 Euro

29.07.: Falsche Ärzte und Richter: Ehepaar wird Opfer von Schockanruf im Rhein-Sieg-Kreis

Symbolbild.

Neunkirchen-Seelscheid/Niederkassel. Am Mittwoch, dem 29. Juli, fiel ein Ehepaar aus Neunkirchen-Seelscheid einem Schockanruf zum Opfer. Der 83-jährige Ehemann erhielt am Nachmittag einen Anruf von einem ihm unbekannten Mann. Der Anrufer behauptete, der Sohn des Seniors sei in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem mehrere Menschen schwer verletzt wurden. Im Verlauf des Gesprächs wurde der Ehemann wiederholt mit verschiedenen Personen verbunden, darunter ein angeblicher Arzt. Dieser informierte den 83-Jährigen, dass eine Person an den Unfallfolgen verstorben sei und eine Kaution von 80.000 Euro die drohende Inhaftierung seines Sohnes abwenden könnte.

Der Mann erklärte, er könne nur 40.000 Euro bereitstellen, woraufhin er mit einer vermeintlichen Richterin verbunden wurde. Diese gab ihm ein Aktenzeichen und einen Code, mit dem er die hinterlegte Kaution in wenigen Tagen zurückerhalten solle. Es wurde angekündigt, dass jemand das Bargeld abholen würde.

Gegen 18:00 Uhr erschien ein unbekannter Mann, der wortlos das Geld entgegennahm. Er wird als etwa 180 bis 200 cm groß, etwa 40 Jahre alt, mit gebräuntem Teint, kurzen schwarzen Haaren, kräftiger Statur und in einem roten T-Shirt beschrieben.

Zeugen, die zur Tatzeit Verdächtiges in den Straßen Hennefer Straße, Wiesengrund, Remschosser Straße oder Schönfelder Straße beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02241 541-3121 zu melden.

Am selben Tag ereignete sich in Niederkassel ein weiterer Betrug mittels Schockanruf. Eine 84-jährige Frau erhielt einen Anruf von einer unbekannten Frau, die mit unterdrückter Nummer anrief und berichtete, ihre Tochter habe einen schweren Unfall verursacht, bei dem eine Person gestorben sei. Auch hier wurde eine hohe Kaution gefordert. Da die Seniorin nicht genug Geld aufbringen konnte, sammelte sie 7.000 Euro Bargeld und Goldschmuck im Wert von etwa 15.000 Euro und übergab alles an einen angeblichen Gutachter, der vor ihrer Tür erschien.

Der Mann wird als etwa 180 cm groß, circa 20 Jahre alt, mit hellem Teint, blonden Haaren, in einem hellblauen T-Shirt und Jeans beschrieben.

Auch in diesem Fall werden Zeugen, die zur Tatzeit Verdächtiges in den Straßen Oberstraße, Römerstraße, Bonner Straße oder Auf dem Senkel beobachtet haben, gebeten, sich unter der Telefonnummer 02241 541-3221 zu melden.

Die Polizei empfiehlt, Verwandte und Bekannte über solche Betrugsmaschen zu informieren und zu warnen. Sie weist darauf hin, dass in Deutschland keine Kautionen von Polizei oder Justiz erhoben werden. Es wird davon abgeraten, telefonisch persönliche Informationen oder Vermögensverhältnisse preiszugeben, sowie Geld, Bankkarten oder Schmuck an Unbekannte auszuhändigen. Weitere Informationen zu Betrugsformen sind auf der Website der Polizei NRW unter https://praevention.polizei.nrw/ verfügbar.

Symbolbild. Foto: Song_about_summer - stock.adobe.com

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