Politik | 24.07.2026, 14:37 Uhr

Kabinett & Führung

FDP kritisiert Kabinettsumbildung und Führungsstil von Bundeskanzler Merz in Deutschland

Jana Gräf (FDP) im Westerwald
94

Deutschland Jana. Gräf (FDP) zur Kabinettsumbildung: „Wenn der Kurs nicht stimmt, hilft auch keine neue Besatzung.“

FDP-Politikerin kritisiert Personalchaos um Bundeskanzler Friedrich Merz.

Nach den am Freitagmorgen bekannt gewordenen Personalentscheidungen in der Bundesregierung kritisiert Jana Gräf, Mitglied des Bundesvorstands der FDP und Kreisvorsitzende der FDP Westerwald, den Führungsstil von Bundeskanzler Friedrich Merz scharf.

Merz bestätigte am Morgen mehrere Veränderungen in seiner Regierung, kündigte zugleich aber an, dass weitere Umbauten folgen werden. Für zusätzliche Irritationen sorgte der Fall von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: Dieser hatte seine Entlassung nach eigenen Angaben bereits am Vortag vom Kanzler mitgeteilt bekommen und seine Kolleginnen und Kollegen selbst darüber informiert, öffentlich verkündet wurde die Personalie in der Pressekonferenz am Freitag jedoch nicht, nachdem der als Nachfolger vorgesehene Fritz Güntzler die Übernahme des Ressorts offenbar kurzfristig abgelehnt hatte.

„Was als Neustart verkauft werden soll, wirkt zunehmend wie ein Personalchaos. Ein Bundeskanzler darf und muss sein Kabinett verändern, wenn es nicht funktioniert. Aber wer einen Minister entlässt, ohne eine Nachfolge zu haben, und das Thema dann in der eigenen Pressekonferenz lieber verschweigt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob das eigentliche Problem nicht längst auf dem Chefsessel sitzt“, erklärt Gräf.

Für die FDP-Politikerin geht es deshalb um mehr als einzelne Personalentscheidungen. Entscheidend sei die Frage nach dem politischen Kurs und dem Führungsanspruch des Bundeskanzlers.

„Führung bedeutet nicht, Namen auf einem Organigramm hin und her zu schieben. Führung bedeutet, ein Ziel vorzugeben, Entscheidungen sauber vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass die eigene Mannschaft weiß, wohin die Reise geht. Genau dieser Führungsanspruch ist bei Friedrich Merz immer weniger erkennbar“, so Gräf.

Deutschland brauche jetzt strukturelle Reformen, wirtschaftliches Wachstum, solide Staatsfinanzen, weniger Bürokratie und eine funktionierende Infrastruktur, statt einer Bundesregierung, die zunehmend mit sich selbst beschäftigt sei.

Gräf abschließend:

„Deutschland braucht keinen permanenten Umbau der Kommandobrücke, sondern einen klaren Kurs. Am Ende trägt der Bundeskanzler die Verantwortung für seine Mannschaft und für die Richtung seiner Regierung. Wenn der Kurs nicht stimmt, hilft auch keine neue Besatzung. Friedrich Merz muss sich deshalb fragen lassen, ob er gerade Personalprobleme löst, oder selbst zum Führungsproblem dieser Bundesregierung geworden ist.\

Weitere Themen

Jana Gräf (FDP) im Westerwald Foto: FDP Westerwald

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0605#
Heimat aktiv erleben AW
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Anzeige Allerheiligen
Wiedergutmachung
Empfohlene Artikel
CDU-Kreisvorsitzende und Bildungsstaatssekretärin Jenny Groß
35

Der neu gewählte Kreisvorstand der CDU Westerwald hat im Rahmen einer Videokonferenz seine Arbeit aufgenommen und sich offiziell konstituiert. Damit wurde nach dem jüngsten Kreisparteitag der organisatorische Grundstein für die politische Arbeit der kommenden Jahre gelegt.

Weiterlesen

Grün für Bürokratierückbau.
20

Der Bundestag hat über ein weiteres Gesetzespaket zum Bürokratieabbau im Verkehrsbereich beraten. Ziel der Bundesregierung ist es, Verfahren zu vereinfachen, Genehmigungen zu beschleunigen und die Digitalisierung im Verkehrssektor voranzutreiben. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Harald Ortheybegrüßt die geplanten Maßnahmen ausdrücklich.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild
1225

Bad Honnef / Linz. Die Anschlussstelle Bad Honnef/Linz auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen wird von Freitagabend, dem 6. November, um 20 Uhr bis Montagmorgen, dem 9. November, um 5 Uhr gesperrt. Eine Umleitung führt über die Anschlussstelle Siebengebirge und ist mit einem roten Punkt bzw. blauen Tafeln „U 13“ gekennzeichnet. Diese Sperrung ist Teil der umfassenden Instandsetzungsarbeiten der Autobahn GmbH Rheinland an der A3.

Weiterlesen

vor der Porta Nigra
613

Tambour-Corps-Tour nach Trier

Tambour-Corps Rheinbrohl auf Tour

Am Wochenende nach der Nachkirmes hieß es für die aktiven Musiker des Tambour-Corps Rheinbrohl: Koffer packen und auf nach Trier! Die Reise startete am Samstagmorgen mit dem Zug ab Bad Breisig. Bereits während der Fahrt kam - dank des eigens kreierten „Hitster - Tambour-Corps-Version“ - beste Stimmung auf. Bei Getränken und Snacks wurde geraten, gesungen und viel gelacht.

Von Anna Rott aus Rheinbrohl

Weiterlesen