Politik | 23.04.2026

Neue Stiftung und digitale Hilfe

Gymnasialversorgung sichern und Ehrenamt im Westerwald digital stärken

Eingangsbereich Gymnasium Marienstatt

Westerwaldkreis. Der Westerwälder Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung zwei wegweisende Entscheidungen einstimmig getroffen: Zum einen unterstützt das Gremium die angestrebte Gründung einer Stiftung, die künftig die Schulträgerschaft des Privaten Gymnasiums Marienstatt übernehmen soll. Zum anderen gab es grünes Licht für die Entwicklung eines digitalen „Vereins- und Veranstaltungslotsen“, der das Ehrenamt im Westerwaldkreis spürbar entlasten soll.

Stiftungslösung für Gymnasium Marienstatt auf den Weg gebracht

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Kai Müller, erinnerte in seiner Rede an die Bedeutung des seit 1977 bestehenden Vertrages zwischen dem Landkreis und der Abtei, der die gymnasiale Versorgung im oberen Westerwald über Jahrzehnte gesichert hat. Angesichts veränderter Rahmenbedingungen sei nun eine neue Grundlage notwendig.

Müller betonte den hervorragenden Ruf des Gymnasiums Marienstatt, das längst auch Schülerinnen und Schüler aus benachbarten Kreisen anzieht. Die Vielfalt aus staatlichen und privaten Trägern sei ein wichtiger Bestandteil der regionalen Bildungslandschaft. Besonders hob er hervor, dass die CDU-Kreistagsfraktion klar zum Erhalt der konfessionellen Prägung der Schule stehe. Die nun angestrebte Stiftungslösung – getragen von Abtei, Bistum und Westerwaldkreis – sichere eine mehrheitlich kirchliche Beteiligung und werde ausdrücklich begrüßt. Dr. Kai Müller dankte allen Beteiligten, insbesondere Landrat Achim Schwickert, für die konstruktiven Gespräche, die zu dieser Perspektive für eine langfristige Gymnasialversorgung geführt hätten.

Der Kreistag stimmte der Stiftungsgründung unter der Voraussetzung zu, dass auch das Land Rheinland-Pfalz die Übertragung der Schulträgerschaft in dieser Form genehmigt. Die konkrete Satzung sowie die finanziellen Regelungen sollen den Kreisgremien zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden.

Digitaler „Vereins- und Veranstaltungslotse“ soll Ehrenamt stärken

Mit einem zweiten einstimmigen Beschluss reagierte der Kreistag auf die zunehmenden Herausforderungen, vor denen ehrenamtliche Vereinsvorstände stehen. CDU-Kreistagsmitglied Robert Fischbach schilderte, wie komplex Genehmigungsprozesse und organisatorische Anforderungen für Veranstaltungen inzwischen geworden seien. Häufig stütze sich die Vorbereitung auf Erinnerungswissen langjähriger Mitglieder oder auf verstreute Informationen aus dem Internet – beides potenziell fehleranfällig.

Ein digitaler „Vereins- und Veranstaltungslotse“ könne hier Abhilfe schaffen. Die Plattform soll organisatorische und rechtliche Grundlagen bündeln, verständlich aufbereiten und klar nach örtlichen Zuständigkeiten strukturieren. Ziel ist es, Ehrenamtliche bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen spürbar zu entlasten.

Die Kreisverwaltung wurde beauftragt, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Kommunen, Vereinen sowie externer Expertise ein umfassendes Konzept zu erarbeiten. Dabei sollen insbesondere inhaltliche Anforderungen, technische Umsetzung, Zuständigkeiten, Pflegeaufwand, rechtliche Aspekte sowie personelle und finanzielle Auswirkungen geprüft werden. Die Ergebnisse werden dem Kreistag zur weiteren Beratung vorgelegt.

Landrat Achim Schwickert betonte, dass der Fokus bei der Ausgestaltung auf den im ländlichen Raum typischen Veranstaltungen und Umzügen mittlerer Größenordnung liegen werde – dort, wo besonders viele Ehrenamtliche aktiv sind und Unterstützung benötigen.

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Eingangsbereich Gymnasium Marienstatt Foto: Karl-Heinz Boll

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