Allgemeine Berichte | 28.08.2026, 13:34 Uhr

Pflegemaßnahmen starten Mitte September

Heidepflege im Buchholzer Moor

Ohne regelmäßige Pflegmaßnahmen wie das Plaggen verliert der seltene Lungenenzian in der Heide des Buchholzer Moores seinen Lebensraum.
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KREIS NEUWIED. Im Buchholzer Moor wird in Kürze schweres Gerät die Blicke auf sich ziehen: Ab Mitte September führt die Biotopbetreuung Pflegemaßnahmen auf ausgewählten, landeseigenen Flächen durch. Bei dem voraussichtlich zweitägigen Einsatz werden überalterte Heidebestände gezielt verjüngt. Es kann währenddessen zu Wegsperrungen und Staubentwicklung kommen. Ziel der Arbeiten ist die Pflege von Heide-Entwicklungsflächen sowie die Verjüngung überalterter Heidebestände.

Plaggen für die Heide

Die Heidelandschaft im Buchholzer Moor mit ihrem einzigartigen Artenreichtum ist ursprünglich das Resultat einer jahrhundertelangen, intensiven Nutzung durch den Menschen. Die dadurch entstandene Kargheit der Böden wurde zum Lebensraum vieler heute seltener, gefährdeter Tiere und Pflanzen.

Um die Heide mit ihren nährstoffarmen Böden zu erhalten, werden die alten Nutzungsformen nachgeahmt. Neben der Schafbeweidung kommt dafür punktuell auch schweres Gerät zum Einsatz: Beim Plaggen werden Vegetation, organische Bodenauflagen und ein Teil des obersten Mineralbodens abgetragen. Nährstoffe und alte Streuauflagen werden entfernt und neue Keim- und Pionierstandorte geschaffen.

„Was auf den ersten Blick wie ein harter Eingriff in die Natur aussieht, ist für den Erhalt der Heide dringend notwendig. Mit der Zeit reichern sich Nährstoffe und abgestorbene Pflanzenreste im Boden an, und konkurrenzstarke Gehölze verdrängen die typische Heidevegetation. Durch die Verjüngung schaffen wir wieder offene, nährstoffarme Böden, auf denen die charakteristischen Heidearten gute Bedingungen finden“, erklärt Biotopbetreuer Jörg Hilgers.

Bei der Maßnahme wird nicht die gesamte Heide bearbeitet. Neben den Streifen bleiben Heidebestände als Rückzugsräume erhalten. So entsteht ein Mosaik aus vorhandener Heidevegetation und Offenbodenstandorten, die wertvolle Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten darstellen, darunter der seltene Lungenenzian. Die Entwicklung der Flächen wird anschließend über mehrere Jahre beobachtet.

Wie wichtig die Pflegemaßnahmen sind, zeigt auch die Vergangenheit: Aufforstung und Entwässerung führten seit Mitte des 19. Jahrhunderts zum Verlust weiter Heideflächen, auch auf dem Gebiet des heutigen Buchholzer Moors. In langjähriger Naturschutzarbeit durch den lokalen Naturschutzverein ANUAL e.V. (Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land) konnten Teile der historischen Heideflächen mit ihrer im Landkreis Neuwied einzigartigen Vegetation erhalten und wiederhergestellt werden.

Ansprechpartner bei Rückfragen:

Biotopbetreuung Neuwied,

Planungsbüro Hilgers

Frederike Kroll: f.kroll@planungsbuero-hilgers.de

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Ohne regelmäßige Pflegmaßnahmen wie das Plaggen verliert der seltene Lungenenzian in der Heide des Buchholzer Moores seinen Lebensraum. Foto: Frederike Kroll

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