VSR-Gewässerschutz: Nitratbelastung von 2021 bis 2025
Kreis Euskirchen: Nitratergebnisse der Brunnenwasseruntersuchungen
Euskirchen. In den letzten 5 Jahren, hielt das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz in verschiedenen Städten im Kreis Euskirchen. Dort konnten Bürger eine Brunnenwasseranalyse durchführen lassen. Zusätzlich sandten viele ihre Wasserprobe auch noch mit der Post zur Untersuchung zu. Nun stellt die gemeinnützige Organisation die Nitratbelastung von 2021 bis 2025 mit Hilfe der 54 Brunnenwasseruntersuchungen aus dem Kreis Euskirchen dar.
Der VSR-Gewässerschutz findet seit Beginn der Untersuchungen in vielen Gartenbrunnen Nitratwerte über 50 mg/l. Die Nitratrichtlinie verpflichtet allerdings bereits seit 1991 dazu diese Überschreitungen im Grundwasser zu verhindern. „Wir haben festgestellt, dass in dem untersuchten Zeitraum 33,3 % der Brunnenwasserproben im Kreis Euskirchen den Grenzwert der Nitratrichtlinie von 50 mg/l Nitrat überschreiten. Besonders schockierend ist, dass 9,4 % der Brunnen sogar über 100 mg/l Nitrat liegen,“ erläutert Harald Gülzow, der die Nitratuntersuchungen im Kreis Euskirchen von Anfang an begleitet. "Es zeigt sich, dass dringender Handlungsbedarf besteht um die Nitratbelastung zu senken,“ ist sein Fazit. Er erklärt, dass der VSR-Gewässerschutz auch dieses Jahr wieder mit dem Labormobil in den Kreis Euskirchen kommen wird, um die Entwicklung der Nitratbelastung weiter zu beobachten. Auf der Homepage stellt der VSR-Gewässerschutz weitere Ergebnisse und die dazugehörigen Grafiken der Auswertung aus dem Kreis Euskirchen dar. Auch die Termine wann das Labormobil in der Region hält findet jeder unter vsr-gewaesserschutz.de/regionales/nordrhein-westfalen/kreis-euskirchen/nitrat
Die nitratbelasteten Gartenbrunnen liegen außerhalb der Wasserschutzgebiete von der öffentlichen Trinkwasserversorgung. In den speziell ausgewiesenen Bereichen zum Schutz von Grundwasser haben viele Wasserversorger bereits frühzeitig gehandelt um die Nitratbelastung zu verringern. „Ihnen war klar geworden, dass sie sich nicht auf die Politik verlassen können. Die Regelungen für die Aufbringung von Dünger war nicht ausreichend um längerfristig den Trinkwassergrenzwert von 50 mg/l einzuhalten, erläutert Harald Gülzow. Deshalb entstanden freiwillige Kooperationen mit Landwirten um die Nitratbelastung im Grundwasser zu senken. Durch effizienteres Düngen und gewässerschonendere Anbausysteme, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, tragen die Kooperationen seit vielen Jahren dazu bei, teure Methoden zur Nitratentfernung zu vermeiden.
Der VSR-Gewässerschutz weist jedoch darauf hin, dass die Nitratbelastung dringend flächendeckend auch außerhalb von Wasserschutzgebieten gesenkt werden muss. Die Gartenbesitzer sollen das eigene Brunnenwasser ohne gesundheitliche Risiken für Tier und Mensch beim Gießen, Befüllen eines Teichs und als Tränkwasser nutzen können. Außerdem sickert das nitratbelastete Grundwasser den Bächen und Flüssen zu. Diese transportieren das Nitrat in die Nordsee. Dort richtet die Nährstofffracht großen Schaden an. Es kommt zu einem starken Algenwachstum, das die Wasserlebewesen gefährdet. „Eine Verringerung der Nitratbelastung ist dringend nötig um die Artenvielfalt zu fördern, erklärt Harald Gülzow.
Über den VSR-Gewässerschutz e.V.
Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen gegründet und setzt sich seit über vier Jahrzehnten für sauberes Wasser ein. Die gemeinnützige Organisation führt Untersuchungen von Grundwasser und Fließgewässern durch. Die Beprobung von Flüssen und Bächen kann der VSR-Gewässerschutz selbst durchführen. Bei den Wasserproben vom Grundwasser ist der Verein jedoch auf die Mithilfe von Brunnenbesitzern angewiesen.
Pressemitteilung VSR-Gewässerschutz e.V.
