Westerwald Landwirtschaft stärken
MdBs Orthey und Demuth im Austausch mit Westerwälder Landwirten
aus Hachenburg
Westerwald. Welche Rahmenbedingungen braucht die Landwirtschaft im Westerwald, um auch künftig wirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können? Darüber haben sich die CDU-Bundestagsabgeordneten Harald Orthey und Ellen Demuth gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Janick Pape und Vertretern der Kreisbauernverbände Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis in der gemeinsamen Geschäftsstelle der Verbände in Hachenburg ausgetauscht.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die wirtschaftliche Situation der landwirtschaftlichen Betriebe, hohe Kosten für Energie, Kraftstoffe und Düngemittel, schwankende Erzeugerpreise sowie die Auswirkungen der Trockenheit auf die Futterversorgung. Auch Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungsmöglichkeiten und die künftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union waren Thema.
Initiiert hatte das Gespräch Mario Orfgen, Milcherzeuger aus Werkhausen und Vorstandsmitglied im Kreisbauernverband Altenkirchen. Er schilderte die schwierige Lage vieler Betriebe. Während Landwirte auf die Entwicklung der Erzeugerpreise nur begrenzt Einfluss hätten, blieben die Kosten für Betriebsmittel hoch. Betroffen seien im Westerwald unterschiedliche Betriebszweige, von Milchviehhaltern und Fleischerzeugern bis zu Ackerbaubetrieben.
Auch der Westerwälder Kreisvorsitzende Matthias Müller verwies auf die angespannte wirtschaftliche Situation einzelner Betriebe und machte deutlich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft seien.
CDU/CSU greift Anliegen der Landwirtschaft auf
Harald Orthey und Ellen Demuth betonten, dass die Betriebe Planungssicherheit und ausreichend Spielraum für unternehmerische Entscheidungen benötigen. „Landwirtschaft funktioniert nicht nach einem starren Kalender. Wer jeden Tag mit Boden, Wetter und Tieren arbeitet, muss auf die tatsächlichen Bedingungen vor Ort reagieren können. Gerade im Westerwald mit seinen unterschiedlichen Böden und Höhenlagen brauchen unsere Betriebe praxistaugliche Regeln und weniger unnötige Bürokratie“, erklärten Orthey und Demuth.
Ein konkretes Anliegen der Bauernverbände war die Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage. Sie soll landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen, in wirtschaftlich guten Jahren Rücklagen zu bilden, um Einkommensschwankungen und Verluste in schwierigen Jahren besser abzufedern. Eine solche Regelung ist im Koalitionsvertrag vereinbart.
„Die Risikoausgleichsrücklage ist ein sinnvoller Ansatz. Wenn Betriebe in guten Jahren selbst vorsorgen können, stärkt das ihre Widerstandskraft und schafft mehr Planungssicherheit. Deshalb ist es wichtig, die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag jetzt in eine praktikable Regelung zu überführen“, so Harald Orthey und Ellen Demuth.
Die Vertreter der Bauernverbände sprachen außerdem die Folgen der Trockenheit und die damit verbundenen Futtereinbußen an. Dominik Ehrenstein, Kreisvorsitzender der Neuwieder Bauern, regte unter anderem mehr Flexibilität bei Vorgaben zum Fruchtwechsel, beim Grünlandumbruch und bei Sperrfristen für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern an. Ziel müsse es aus Sicht der Landwirte sein, in besonderen Wetterlagen schneller auf die tatsächliche Situation der Betriebe reagieren zu können.
Auch die künftige Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union spielte eine wichtige Rolle. Der Altenkirchener Kreisvorsitzende Josef Schwan verwies auf die einkommensstabilisierende Bedeutung der Agrarförderung. Gerade für Betriebe in Mittelgebirgsregionen wie dem Westerwald sei entscheidend, dass ihre Leistungen für Versorgungssicherheit, Landschaftspflege und Umwelt auch künftig angemessen berücksichtigt werden.
Erste Schritte zur Vereinfachung
Beim Bürokratieabbau sehen Orthey und Demuth erste Fortschritte. Mit dem Wegfall der Stoffstrombilanz und weiteren vorgesehenen Vereinfachungen seien Schritte in die richtige Richtung gemacht worden. Gleichzeitig zeige das Gespräch in Hachenburg, dass weiterer Handlungsbedarf bestehe.
„Entscheidend ist, was am Ende auf dem Hof ankommt. Weniger Formulare, verständliche Vorgaben und mehr Vertrauen in die praktische Erfahrung unserer Landwirte sind für uns der richtige Weg“, betonten Harald Orthey und Ellen Demuth. „Die Landwirtschaft gehört zum Westerwald. Sie sichert nicht nur unsere Lebensmittelversorgung, sondern prägt unsere Dörfer, unsere Landschaft und unsere Region. Deshalb wollen wir den direkten Austausch mit den Betrieben fortsetzen und ihre praktischen Erfahrungen mit nach Berlin nehmen.“
Harald Orthey und Ellen Demuth vereinbarten mit den Vertretern der Bauernverbände, den Austausch fortzuführen und die angesprochenen Punkte in die weitere politische Arbeit einzubringen.
Weitere Themen
Nahmen am Gespräch teil (v.l.n.r.): Mario Orfgen, Andreas Buttgereit, Matthias Müller, Josef Schwan, Markus Kühn, Ellen Demuth, Harald Orthey, Dominik Ehrenstein, Janick Pape, Markus Mille. Foto: Karl-Heinz Boll